Ende der 80er Jahre sah ich den Film "Das Opfer" von Andrei Tarkowski, eine dystopische Geschichte, erzählt mit Bildern von ergreifender Schönheit.
Eine Szene dieses Filmes hat mich besonders berührt: die Kamera fährt lange durch eine von einer Atombombe zerstörte, menschenleere Stadt. In der Ferne singt eine sehr hohe Frauenstimme kurze, textlose Melodien. Es entsteht eine Atmosphäre äussersten Verlorenseins, doch gleichzeitig ist dieser Gesang so schön, dass er mich seither nicht mehr losgelassen hat.
Ich dachte lange Zeit, dass diese kurze Musiksequenz für den Film ersonnen wurde, bis ich auf der Suche nach einer ganz anderen Musik auf dieses Video gestoßen bin. Und wieder erzeugten diese Melodien Gänsehaut!
Und was hat das jetzt mit Kühen zu tun?
In Schweden bezeichnet Kulning eine dem Joiken oder Jodeln ähnliche Stimmtechnik, mit der über weite Strecken kommuniziert werden kann. Traditionell ruft eine Hirtin damit ihre Herde zusammen, aber sie kann auch mit vorher vereinbarten Tonfolgen Informationen weitergeben oder sich mit improvisierten Melodien mit anderen "unterhalten". Letzteres mag der Grund dafür sein, dass die Schönheit der Melodien wichtig ist.
Quellen:
https://de.wikipedia.org/wiki/Andrei_Arsenjewitsch_Tarkowski
https://commons.wikimedia.org