Es ist immer wieder spannend zu sehen, was mit Farbdosen alles so angestellt werden kann. Ob kryptische Erkenntnisse oder kleine Zeichen, die an den Künstler erinnern sollen, irgendetwas verleitet dazu, es im öffentlichen Raum festzuhalten. Manchmal freue ich mich, wenn mir eine positive Botschaft den Tag versüßt. Bisweilen sind es Muntermacher, kleine Lebensweisheiten.
Oder einfach das Wort „Liebe“, das mir neulich beim Verlassen der Haustür begegnet ist. Und das ist ja wirklich etwas Zeitloses. Die Welt kann davon nie genug haben, dieses Gefühl ist so vielseitig wie unergründbar. Ich habe das Kunstwerk fotografiert, es schien mir zu passen zur Sonne, zum Sommer, zu all den großen Hoffnungen und Sehnsüchten, die in der Stadt ein Zuhause finden.
Auch zum Kiezgeschehen kann man Äußerungen entdecken. Rührend heißt es: „Lebe das Kiez, verkauf es nicht“. An der Hauswand steht, niemand wolle eine radikale Demokratie oder Ähnliches. Ein friedvolles Beispiel ist ein weiterer Schriftzug: „Mehr Solidarität statt Staatsgewalt“, dazu Herzchen. Mitunter ist das Entworfene laut, bisweilen gehört es einfach dazu. Die Stadt ohne ihre Bemalung, schwer vorstellbar.