„Die CIA unterhält seit geraumer Zeit eine besondere Beziehung zu der Unterhaltungsindustrie und bemüht sich sehr stark, einen engen Kontakt zu den großen Namen in Hollywood herzustellen – seien es Studiobosse, Produzenten, Regisseure oder bekannte Schauspieler.“ Mit diesen Worten zitiert der Blogger und Autor Jay Dyer den ehemaligen CIA-Anwalt John Rizzo, welcher 34 Jahre für die „Agency“ gearbeitet hat und dessen Aussagen sich daher nur schwer als konspirative Träumereien abtun lassen.
Die CIA im Bett mit Hollywood? In der Tat. Dazu führt Dyer aus: „Die Filmindustrie hat Spionagegeschichten schon immer geliebt, aber in Wahrheit ist die Erschaffung einer vollkommen alternativen Realität und Geschichte ausgreifter als dies viele annehmen würden.“ Dementsprechend kritisch analysiert er den Hollywood-Mythos, welchen er als Ritual eines angeblich atheistischen Zeitalters ausgemacht hat.
Das Buch enthält die Rezensionen von 24 Leinwandklassikern, in denen Dyer klassische Filmanalyse kunstvoll mit Geschichte, Politik sowie philosophischen, religiösen und esoterischen Themen verwebt und so ein Bild vorlegt, bei dessen Anblick einem mitunter der Atem stockt. So wird man beispielsweise mit einer gänzlich neuen Interpretation von Stephen Spielbergs Werk konfrontiert und lernt Dinge über Ian Fleming, die auch den Charakter James Bond in ein neues Licht rücken. An einer anderen Stelle liest man in den Filmen Stanley Kubricks eine Spur auf, die man verfolgt und an dessen Ende man erkennt, dass Arthur Schnitzlers „Traumnovelle“ mitnichten nur ein guter Roman ist, sondern uns tatsächlich etwas über real-existierende Machtstrukturen verraten kann.
Um die Intention Buchs zu verdeutlichen, zitiert Dyer in der Einleitung Michel Foucault mit der Aussage, dass der Mensch der Moderne lediglich alte Priester und Götter durch neue ersetzt habe, und fügt in eigenen Worten an: „In Esoteric Hollywood werde ich entschlüsseln, wie das gemacht wurde.“ Dies ist ihm ohne jeden Zweifel gelungen.
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