Gut beobachtet und analysiert. Ich denke, dass bei einigen die Enttäuschung erst zu Verzweiflung und dann zu Wut geworden ist. Die Wut kann (zumindest nicht folgenlos) nicht am Verursacher (System) direkt abgebaut werden. Also lässt man den Druck bei Mitmenschen ab, die unmittelbar erreichbar sind. Das sind leider oftmals die eigenen "Mitstreiter", da diese sich diskursfähig zeigen und so als Prellbock herhalten können. Bei einigen mag es Geltungsdrang und moralische Überlegenheit sein, bei vielen ist es aber auch nur die Sehnsucht nach echtem Vertrauen und einer Perspektive, wie sie sie vielleicht früher hatten.
Dass sich Teile der Gesellschaft irgendwann radikalisieren und neu gruppieren, ist kein unbekanntes Phänomen, wenn ihr Land von oben und außen gleichermaßen zerstört wird. Da unsere Religion schon lange der Staat ist, führt das bei uns zu radikalen Linken, Rechten, Libertären etc. Und dort ist dann Hoffnung wirklich verloren.
RE: Bundestagswahl 2017: Die enttäuschte Beeinflussungserwartung