Rainer Baake macht seit Jahrzehnten Energiepolitik, seit 2013 ist er Staatssekretär im Wirtschaftsministerium. Jetzt hat er um seine Entlassung gebeten – aus Protest gegen die neue Groko.
Es ist wohl keine Übertreibung, wenn man sagt: Rainer Baake hat die Energiewende erfunden. Und umgesetzt. Jetzt nimmt der Staatssekretär im Bundeswirtschaftsministerium seinen Hut. In einem Schreiben an den designierten Minister Peter Altmaier (CDU) hat er um seine Entlassung gebeten. „Von einem Staatssekretär wird zu Recht erwartet, dass er sich in fortdauernder Übereinstimmung mit den grundsätzlichen Politiken und Zielen der Regierung befindet“, zitiert die Nachrichtenagentur dpa aus seinem Brief. „Ich kann das von mir in Zukunft nicht mehr behaupten.“ Daher bitte er Altmaier, ihn nach der Regierungsbildung von seinen Aufgaben zu entbinden. Heißt im Klartext: Das Grünen-Mitglied Baake protestiert gegen die Energie- und Umweltpolitik der neuen großen Koalition.
Möglich aber auch, dass er damit einer Entlassung zuvor kam. Wirtschaftspolitikern der Union war Baake schon in der vergangenen Wahlperiode ein rotes Tuch. 2013 hatte Sigmar Gabriel als Wirtschaftsminister den grünen Energieexperten in sein Haus geholt – damit er Gabriel die Energiepolitik gestalte und die Flanke zu den Grünen offenhalte. Da war Baake Chef des Think Tanks Agora Energiewende, dessen Bedeutung seither nicht geringer geworden ist.
Ist der Weg jetzt frei für günstigeren Strom?!
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