Filmabend. Nach langem Zögern habe ich mich an den aktuellsten Streifen der X-Men rangemacht.
Auch wenn ich irrsinnig viele Comics aus dem X-Universum horte, habe ich tatsächlich nur wenige gelesen. Die aktuellste Story aus den Comics wird nun wohl schon 30 Jahre her sein, noch aus dem Condor Verlag. Damals mochte ich ne zeitlang die Gruppe X Taschenbücher recht gerne. Dann war bald Schluss bei Condor, irgendwann mitte der 90er erschienen dann furchtbar übersetzte Hefte von Marvel UK herausgegeben. Die Übersetzung fand wohl durch Vorschüler statt… einfach furchtbar. Bei Marvel Deutschland, später PaniniComics bin ich aber nie in die Storys eingestiegen.
Klarerweise sind mir die meisten Protagonisten und Antagonisten trotzdem wohlbekannt, denn in den Comics tauchen ja alle kreuz und quer überall auf.
Den Anfang der Reihe mit Patrick Stewart, den mochte ich sehr, mittlerweile isses aber so richtig unübersichtlich geworden. Wenn ichs halbwegs durch die Vorgänger richtig mitbekommen habe, sind wir ja nun in einer anderen Zeitlinie, einem Reboot, um die Vergreisung der alten Hauptdarsteller halbwegs aus der Story rauszubringen…….
Dark Phoenix
Eigentlich hat‘s mir besser gefallen als ich erwartet habe. CGI war für mich weniger störend, besser eingebaut, auch glaubwürdiger als das in den letzten Avengerteilen im MCU war. X-Men sind ja vertraglich noch bei SONY, nicht bei Marvel, also haben beide Universen derzeit keinerlei Überschneidung.
James McAvoy ist ein müder Ersatz für Patrick Stewart, kann mich nicht an ihn gewöhnen. Michael Fassbender als Magneto gefiel mir eindeutig besser. Jennifer Lawrence als Raven/Mystique war in diesem Teil nicht sehr überzeugend, ihr Tod war für mich nicht sonderlich emotionell, eigentlich mit einer Wischbewegung abgetan…., also ist da von der Story und vom Schauspiel so einiges schiefgelaufen.
Beeindruckend fand ich die Maske von Beast (Nicholas Hoult), das sah richtig toll aus. Ich tippe ja eher auf richtig gute Maske als auf Computerspielerei…, aber da kann man sich heutzutage auch schwer täuschen.
Kommen wir nun zu
Jean Grey/Phoenix/Dark Phoenix
Dargestellt von Sophie Turner. Joo, diesen Namen hörte ich nie vorher wirklich, jedenfalls nicht hängengeblieben im meinsischen Nudelsieb.
Als Jean Grey/Phoenix fand ich sie absolut furchtbar. Den Anfang des Filmes dachte ich nur: Was für ne FEHLBESETZUNG! Aber nachdem verwandelt in Dark Phoenix – WUMMMM! Echt geil! Eventuell sollte die Lady bei dunklen Rollen bleiben – steht ihr wirkllich gut!
Ausnahmsweise fand ich auch die junge Jean Grey ( 8 Jahre alt) , performed von Summer Fontana als gut. Normalerweise stören Kinder ja immer in den Filmen, durch dumme Quickstimmen und altkluges Verhalten. Endlich mal ein Kind das man nicht vom Bildschirm fegen möchte und ins Heim schicken.
Der Rest der X-Men, auch die Gegner waren eigentlich belanglos, bzw. sehr enttäuschend. Man hätte sich die Kohle für die Gagen grösstenteils sparen können, viele Figuren einfach weglassen.
Die Gegner waren nur in den CGI-Szenen interessant, ansonsten auch sehr farblos, auch die Motive blieben irgendwie verschwommen, damit nebensächlich.
Schlechte Gegner, zu viele Hauptakteure sind ja mittlerweile zum richtig grossen Problem in der Comicverfilmung geworden, so scheint es mir jedenfalls. Hollywood fröhnt weiter dem Gigantismus. Von Film zu Film muss alles noch lauter, bunter, actionreicher werden.
Etwas leisere Töne, mehr Drehbuch und Handlung wären bald mal wieder angesagt.
Trotz allem, eine positive Überraschung, denn ich habe den Film auf einen Sitz durchgesehen, hatte nie das Verlangen abzudrehen. Es gab ja auch schon viel aus den Comicuniversen auf das ich fieberhaft gewartet habe, mir dann aber nur etappenweise ansehen konnte und mochte. Avengers: Endgame, da waren für mich 5 Anläufe nötig um bis ans Ende zu gelangen…..
Trotz wie üblich vieler Kritikpunkte wohl doch einer der besseren Streifen.