Es ist eigentlich eine gute Nachricht, die mich zu diesem Zeilen inspiriert hat:
Der Oberste Gerichtshof der Vereinigten Staaten hat entschieden, dass der Bäcker Jack Philips nicht dazu gezwungen werden darf, eine Torte aus rosafarbenem Teig mit hellblauer Glasur zu backen. Was sich anhört wie ein LSD Trip, ist ein Fall aus dem wirklichen Leben der tatsächlich jahrelang die Gerichte beschäftigt hat.
Auftraggeberin der Torte war die Jurist*in Autumn Scardina welche, fälschlicherweise als Mann geboren, ihre Frauwerdung feiern wollte. Jack fand das geschmacklos und lehnte den Auftrag ab. Ob er sich dabei sofort auf seinen christlichen Glauben berufen hat, oder das erst auf anwaltlichen Rat getan hat, geht aus der Berichterstattung nicht hervor. Die Gerichte mussten jedenfalls darüber entscheiden, ob religiöse Überzeugung eine ausreichende Rechtfertigung für diskriminierendes Verhalten sein darf.
Mir stößt dabei sauer auf, dass Jack sich überhaupt dafür rechtfertigen musste, diesen Auftrag abgelehnt zu haben. Ist es nicht zutiefst seine Sache, für wen er Torten backt? Wie kann sich der Staat anmaßen, Sanktionen gegen Menschen zu verhängen, die schlicht nach ihren Überzeugungen handeln? Unser Bäcker hat sich klugerweise auf eine Überzeugung berufen, die vom Amerikanischen Staat stark protegiert wird. Die Entscheidung wäre mit Sicherheit anders ausgefallen, wenn er nur gesagt hätte: „Ich finde Transgender doof“.
Man mag sich darüber streiten, ob eine solche Haltung falsch oder richtig ist. Darum darf es nicht gehen, denn das wäre das Ende der Gedankenfreiheit. Wer Vorurteile gegen Chinesen hegt, oder glaubt die Welt sie eine Scheibe, soll das tun dürfen. Entscheidungen aufgrund persönlicher Vorlieben oder Abneigungen sind nichts anderes als die Ausübung der Meinungsfreiheit. Daher müssen wir fragen, wann ein Staat regulierend in das Grundrecht der Meinungsfreiheit einzugreifen darf.
Aus meiner Sicht lediglich dann, wenn deren Ausübung das Grundrecht auf körperliche Unversehrtheit eines anderen beeinträchtigt, oder ihn wirtschaftlich benachteiligt. Ein Arzt, der die medizinisch notwendige Behandlung Transsexueller verweigert, eine Bank, die sich weigert ein Konto zu eröffnen, unter Umständen sogar ein Vermieter, der sich weigert an Transsexuelle zu vermieten.
Eine Torte mit hellblauem Zuckerguss gehört jedoch nicht wirklich zu den Dingen des täglichen Lebensbedarfs. Gerade die Nichtigkeit des „Verstoßes“ zeigt, wie groß das Ausmaß der Gängelei inzwischen geworden ist.
Der Ursprung dieser Haltung liegt in der jahrhundertelangen Diskriminierung anderer Ethnien. Schwarze in den USA, insbesondere Juden in Europa. Die schrittweise Überwindung dieser Trennungen ist unstreitig einer der großen Fortschritte des letzten Jahrhunderts. Was davor geschah, war unmenschlich und schreiendes Unrecht, freuen wir uns darüber, dass es überwunden ist.
Besteht wirklich noch Bedarf an einen immer weitergehenden Minderheitenschutz?Müssen wir uns fortwährend selbst geißeln, wenn wir an uns selbst auch nur den Schatten eines Vorurteils entdecken? Wir müssen tolerieren, ob wir deswegen auch allem zustimmen müssen, steht auf einem ganz anderen Blatt.
Es herrscht in den westlichen Gesellschaften mittlerweile ein geradezu erschreckender Konsens darüber, was „moralisch“ akzeptabel ist und was nicht. Wer dagegen verstößt, gerät schnell ins Aus und ist vogelfrei für jede Art von Diffamierung und Beleidigung. Sogar die demokratisch gewählte politische Opposition in Deutschland wird für ihre Gedanken und Ziele, die nicht dem Mainstream entsprechen, geradezu gemobbt.
Ich habe ein paar facebook Freunde, deren Profil man entnehmen kann, dass sie AfD Sympathisanten sofort „entfreunden“ werden. Ist euch eigentlich bewußt, welche Art Gedankengut ihr mit solchen Aussagen adoptiert? „Leute, redet nicht mit AfD Wählern“, das ist der Geist von 1935, wer so etwas von sich gibt hat nichts, aber auch gar nichts aus der Geschichte gelernt.
Lasst uns dankbar sein, für jeden der anders denkt! Lasst uns für seine Freiheit eintreten, auch wenn uns seine Meinung nicht gefällt! Das ist das Wesen einer freien Gesellschaft, alles andere ist ein Rückschritt in genau jene Barbarei, über die sich die politisch korrekte Gesellschaft so erhaben glaubt.
Ach ja. Ich erwähnte es Eingangs, die Klägerin ist Anwältin und mit ihrem Weg durch die Instanzen hat sie vor allem eines erreicht [Publicity für Ihre Kanzlei!] (https://www.scardinalaw.com) Trotz allem ist Ihr übrigens deutlich anzusehen, dass die Natur sie noch immer für einen Mann hält.