Schon seit längerem geistert in mir die Idee herum, bewaffnet mit einem Müllsack hinaus in die Natur zu gehen, um sie von dem Unrat und Dreck zu befreien, den wir Menschen leider tagtäglich in ihr hinterlassen.
Mit seiner Community-Challenge "Frühjahrsputz für unsere Natur" hat eine tolle Initiative gestartet und mich gleichzeitig wieder an meine Idee erinnert, die ich schon seit längerer Zeit durchziehen wollte. (An dieser Stelle vielen Dank an
für diese super Idee, daraus ein Community-Projekt zu machen!)
Ich musste nicht lange überlegen, um einen Ort zu finden, den ich als erstes "durchputzen" möchte: Den Glan-Radweg. Diesen Radweg entlang der Glan befahre ich selber sehr gerne mit meinem Longboard und ich staune jedes Mal über die wunderschöne Moorlandschaft, die man dabei durchquert. Dieses kleine Stückchen Natur ist die Heimat für vielerlei Insekten, Vögel, Fische und andere wasserliebende Tiere.
Meine Route (grüner Pfad)
Vor allem in einem Feld gleich zu Beginn meines Weges wurde ich mehr als fündig: Überall verstreut lagen kleine Plastikfetzen: Hier ist wohl ein Bauer mit Mähwerk über die Wiese gefahren und hat sämtlichen Plastikmüll, der hier achtlos hineingeworfen wurde, einfach kleingehäckselt. Die Fetzen waren teilweise so klein, dass man sie auf jeden Fall übersehen würde, wenn man nicht ganz genau hinsieht. Wären nicht auch blau-färbige Plastikteile dabei gewesen, wer weiß ob ich dieses Trauerspiel überhaupt bemerkt hätte.
Im folgenden Bild könnt ihr sehen, wie klein und vor allem in welcher Fülle diese Plastikfetzen vorhanden waren:
Unzählige Plastikfetzen am Boden
Noch etwas wurde mir bewusst:
Viele Menschen, mit denen ich über das weltweite Plastikmüll-Problem gesprochen habe, gaben zur Antwort, dass das doch eh "nur" die Ozeane betrifft und wir uns da in Österreich nicht so drum kümmern müssen, weil wir ja eh nix ändern können. Und bei uns wäre doch eh alles so sauber und da gäbe es kein Plastik in der Natur.
All jenen, die so denken, möchte ich folgendes Bild zeigen:
Bitte schaut euch das Bild an und vergleicht es mit Bildern vom Plastikmüll in den Ozeanen.
Vergleicht es auch mit Bildern von geöffneten Tieren, die an Plastikmüll verendet sind.
Na, seht ihr die Ähnlichkeit?
Ein Anblick, wie er aus dem Magen eines verendeten Tieres stammen könnte
Richtig! Das sieht vollkommen gleich aus!
Und ich bin mir sicher, dass auch diese Plastikfetzen hierzulande in die Nahrungskreisläufe unserer Tierwelt gelangen.
Deswegen ist es auch hier bei uns in Österreich wichtig, unnötigen Plastikmüll (z.B. Plasticksackerl) bestmöglichst zu vermeiden und ihn ordnungsgemäß zu entsorgen!
Der Zementsack im Wasser
An einem Zufluss der Glan entdeckte ich dann diesen Sack, der im Wasser zu treiben schien. Also stieg ich in den Bach, um den Müll zu bergen und zu entsorgen. In dem Sack, der beim herausfischen gerissen ist, befanden sich hart gewordene Reste von Zement. Um den Klumpen herum konnte man noch teilweise den originalen Zementsack erkennen. Ich weiß nicht, ob und wenn ja, wie sehr Zement umweltschädlich ist, aber die auf dem Sack noch lesbaren Wörter "beachten" und "bedenklich" wirken nicht gerade beruhigend auf mich. Der Zementklumpen war leider zu schwer für den Müllsack, aber ich hab ihn zumindest aus dem Waser gefischt.
Hier noch einige traurige Funde meiner Putz-Tour:
Nach über 3 Stunden und 5 Kilometern Fußweg kam ich dann wieder an meinem Ausgangspunkt an. Mit dabei ein gut gefüllter Müllsack, in dem sich alles mögliche befand: Plastiksackerl, Plasikflaschen, Plastikbecher, Verpackungen, Zigarettenstummel, Aludosen, Kronkorken, Glasflaschen und Papier.
Überglücklich, etwas gutes für die Natur getan und dabei auch ein wenig Bewegung für mich selbst gehabt zu haben, entsorgte ich den Müllsack mit meiner Ausbeute ordnungsgemäß und machte mich auf den Heimweg.
Fazit:
Ich kann es jeder und jedem nur wärmstens ans Herz legen, so eine Putz-Tour selber in Angriff zu nehmen.
Einerseits tut man dabei etwas gutes für die Natur und in weiterer Folge auch für die Allgemeinheit, andererseits wird einem dabei so einiges bewusst, was man im Alltag oft ausblendet oder vergisst.
Meine wesentlichen Erkenntnisse:
- Auch in Österreich gibt es leider mehr als genug Müll, der in der Natur entsorgt wurde
- Kleine Plastikfetzen sind nicht nur im Ozean ein Problem
- Lieber zweimal geschaut, als einmal übersehen!
- Man tut der Natur und sich selbst etwas gutes
Dies war definitiv nicht mein letzter Spaziergang dieser Art!