-Erneuerung der Ehre-
Jetzt musste es schnell gehen, zwar ist Eivor frei, aber seine Mannschaft befindet sich noch in Gefangenschaft. Wenn er Glück hat, sogar noch ganz in der Nähe.
Das wichtigste war zunächst sich zu orientieren. Es war zwar seine Heimat, aber wenn man mit einem Jutesack über dem Kopf per Pferd an ein Schiffsdock über mehrere Minuten transportiert wird, dann wird die Orientierung eine Herausforderung. Erschwerend kommt hinzu, dass hier alles gebirgig und schneeweiß ist.
Eine kleine Felsspitze in unweiter Entfernung war dazu der Ideale Ort. Schnell konnte Eivor erkennen, dass er sich auf einer Insel östlich seines Heimatdorfes befand. es war dieselbe Insel auf deren Siedlung er mit seiner Mannschaft den Raubzug geplant hatte. Die Wahrscheinlichkeit, dass seine Mannschaft sich noch immer in der Siedlung befindet war äußerst groß.
"keine Zeit verlieren" flüstere Eivor knapp und sprang im selben Zug von dem Felsen in die Tiefe. Natürlich wusste er, dass eine Wasserstelle sich direkt darunter befand mit ausreichender Tiefe. Er machte sich sofort auf in Richtung der Siedlung. Mit jedem Schritt, den er Näher kam spürte er wie sich das Adrenalin in seinen Venen anreicherte und er konnte schon das Eisen singen hören.
Doch die klänge der Schlacht kamen nicht aus der Siedlung selbst, sondern ertönten aus einer Lichtung kurz davor. Es war Dagg, ein Mitglied seiner Mannschaft. Eivor konnte noch zusehen wie Dagg seinem Gegner sein eigenes Schild ins Maul stopfte und daraufhin rief er fröhlich nach ihm.
"Wie schön dich wohlauf zu sehen Dagg! geht es der Mannschaft gut?" fragte Eivor mit gespaltenen Gefühlen. "Eivor, schön, dass du es auch geschafft hast, ich dachte Kjötvi hätte dich schon verfrachtet! Ich konnte mich losreißen, die Mannschaft wird noch im Langhaus festgehalten, sollen wir sie holen?" erwiderte Dagg erst überrascht Eivor zu sehen, doch dann sichtlich erleichtert. Dagg hatte ein eher direktes Gemüt und scherte sich nicht viel um Strategien, da konnte Eivor eher mit einem Plan auf waten. "Überlass das Langhaus mir, geh du schonmal zum Pier und mache das Schiff zur Flucht bereit!" antwortete Eivor entschlossen. Dagg verzog neidisch das Gesicht "damit du den ganzen Ruhm einheimsen kannst? Vergiss es, ich werde die Mannschaft retten gehen". Eivor wusste genau wie er darauf reagieren musste um Dagg in die Richtung zu steuern in der er ihn haben wollte, er erwiderte gelassen "nagut, beim Schiff werden ohnehin die meisten Gegner sein, dann werde ich wohl den Großteil von Kjötvis Männern niederstrecken..." schon veränderte sich Daggs Mine. Es sah aus wie ein sehr angestrengtes Nachdenken, hielt aber nur einige Sekunden an "Ach was! geh du ruhig ins Langhaus! Ich kümmere mich um das Schiff" kam es motiviert von Dagg zurück.
Die beiden Krieger verteilten sich und machten sich rasch an Ihre jeweiligen Aufgaben. Kurz kochte in Eivor die Wut darüber auf, so viel Zeit vertan zu haben durch die Diskussion zuvor. Doch er war ein erfahrener Krieger und wusste, dass er Fokussiert bleiben musste, jede Art von Emotionen könnte ihn sein Leben kosten.
Das Langhaus war das größte Gebäude der Siedlung. Auch immer gut bewacht, einfach rein zu spazieren ist da nicht möglich. Aber von einer unbewachten Seite hinein klettern könnte ihm einen Vorteil verschaffen. Meist ist im Inneren nur eine Person zur Bewachung beauftragt, denn die gefangenen sind stets in Zellen eingesperrt. Eivor hatte aus der ferne die große Rauchabzugsöffnung ganz oben am Gebäude gesehen und nutzte diese um unbemerkt hinein zu kommen. Im Gebäude hörte er auch bereits wie ein Zellenwärter seine Mannschaft begonnen hat zu bearbeiten.
Es war ein großer Krieger der mit einer Groß Axt und zwei Hämmern ausgestattet war. Sehr aggressive Typen, aber zum glück auch sehr grobschlächtig. Agilität ist da der Schlüssel zum Sieg.
Eivor konfrontierte ihn "du solltest doch auf dem Weg nach Vinland sein Wolfsmal" rief der Wärter ihm entgegen. Eivor lies diese Aussage unkommentiert und bereitete sich auf den Kampf vor.
Der Wärter rannte Eivor entgegen und holte zu einem großen vertikalen Schwung aus, das war leicht zu sehen und noch leichter daher zur Seite zu treten. In seiner Bewegung konnte Eivor ihm auch mit dem Beil in die Schulter schlagen und sich den Präventivschlag sichern. Zorn kochte in dem Wächter auf und er begann mit der Axt um sich zu schwingen. Eivor hielt abstand und wartete bis sich etwas Erschöpfung in dem Wächter deutlich machte, dann nahm er die Chance wahr und stoß mit dem Beil in die Kniekehle des Wächters während er sein Schild in Richtung der Axt hielt um sicher zu gehen. Jetzt fing der Wächter an zu Brüllen. Eivor sprang vorsichtshalber einen Satz zurück, da holte der Wächter wieder zu seinem vertikalen schlag mit der Axt aus. "Aber auf die Entfernung?" Eivor schoß es wie ein Blitz durch den Kopf "er will sie Werfen!" und schon kam eine Groß Axt mit Wucht und wirbelnd auf ihn zu geflogen. Im letzten Moment wich Eivor zur Seite wobei die Stange der Axt ihn an der linken Ferse erwischt hatte, er kam leicht ins straucheln und sah im Augenwinkel den Wächter mit seinen beiden Hämmern auf sich zustürmen. Eivor riss im letzten Moment sein Schild nach oben und warf die Wucht des Angriffs auf den Wächter zurück. Der Wächter stolperte und musste sich aufrappeln, darin war Eivor schneller. Eivor erwischte einen seiner Hämmer und rammte ihm den Hammer unverzüglich in den Schädel.
Der Kampf war vorbei. Doch es ist keine Zeit für Euphorie, keine zeit für Emotionen. Die Mannschaft musste befreit werden und dann mussten sie alle hier verschwinden!
Während er seine Mannschaft befreite konnte er auch seine ihm entnommene Ausrüstung im Langhaus finden und Anlegen. Das würde die kommenden Kämpfe zum durchschlagen an den Pier etwas leichter machen.
Now things had to happen quickly; Eivor is free, but his team is still in captivity. If he's lucky, even very close.
The most important thing was to get your bearings first. It was his home, but when you are transported by horse to a ship dock for several minutes with a jute sack over your head, orientation becomes a challenge. To make matters worse, everything here is mountainous and snow-white.
A small rocky peak not far away was the ideal place. Eivor quickly realized that he was on an island east of his home village. It was the same island on whose settlement he and his team had planned the raid. The probability that his team was still in the settlement was extremely high.
"Don't waste any time," Eivor whispered briefly and jumped off the rock into the depths at the same time. Of course he knew that there was a water hole directly below with sufficient depth. He immediately set off towards the settlement. With every step he got closer he felt the adrenaline build up in his veins and he could already hear the iron singing.
But the sounds of the battle did not come from the settlement itself, but came from a clearing just outside. It was Dagg, a member of his crew. Eivor could still watch as Dagg stuffed his own shield into his opponent's mouth and then called out happily to him.
"How good to see you well Dagg! Is the team okay?" Eivor asked with conflicted feelings. "Eivor, good that you made it too, I thought Kjötvi had already taken you away! I was able to break away, the team is still being held in the longhouse, should we get them?" Dagg replied, first surprised to see Eivor, but then visibly relieved. Dagg had a more direct mind and didn't care much about strategy, so Eivor was more likely to come up with a plan. "Leave the longhouse to me, go to the pier and get the ship ready to escape!" Eivor replied firmly. Dagg grimaced in envy "so you can take all the glory? Forget it, I'll go save the team". Eivor knew exactly how to react to this in order to steer Dagg in the direction he wanted him, he replied calmly "well, there will be most of the enemies on the ship anyway, then I'll probably take down the majority of Kjötvi's men... " Dagg's demeanor changed. It looked like a very hard thought, but it only lasted a few seconds. "Oh, go ahead and go to the longhouse! I'll take care of the ship," Dagg replied motivatedly.
The two warriors spread out and quickly set about their respective tasks. Eivor briefly felt angry at having wasted so much time in the previous discussion. But he was an experienced warrior and knew he had to stay focused, any kind of emotion could cost him his life.
The longhouse was the largest building in the settlement. Always well guarded, it's not possible to just walk in there. But climbing in from an unguarded side could give him an advantage. Usually only one person is assigned to guard the inside, because the prisoners are always locked in cells. Eivor had seen the large smoke vent at the top of the building from a distance and used it to get in unnoticed. In the building he could already hear a cell guard starting to work on his team.
It was a large warrior equipped with a large ax and two hammers. Very aggressive types, but fortunately also very rude. Agility is the key to victory.
Eivor confronted him "you should be on the way to Vinland Wolf-mark" the guard shouted at him. Eivor read this statement uncommented and prepared for battle.
The guard ran towards Eivor and made a large vertical swing that was easy to see and even easier to step aside. During his movement, Eivor was also able to hit him in the shoulder with the hatchet and secure the preemptive strike. Anger boiled within the guard and he began to swing the ax around. Eivor kept his distance and waited until some exhaustion began to show itself in the guard, then he took the chance and jabbed the hatchet into the back of the guard's knee while holding his shield towards the ax to be safe. Now the guard began to roar. Eivor jumped back as a precaution when the guard swung his vertical strike with the axe again. "But at a distance?" Eivor thought like lightning: "He wants to throw it!" and then a large ax came flying towards him with force and whirling. At the last moment, Eivor moved to the side, the pole of the ax catching his left heel, he stumbled slightly and saw the guard rushing towards him with his two hammers in the corner of his eye. Eivor raised his shield at the last moment, reflecting the force of the attack back at the Guardian. The guard stumbled and had to get up, Eivor was faster. Eivor grabbed one of his hammers and immediately rammed the hammer into his skull.
The fight was over. But there is no time for euphoria, no time for emotions. The crew had to be freed and then they all had to get out of here!
While he freed his crew, he was also able to find the equipment he had taken from him in the longhouse and put it there. That would make the coming fights to break through to the pier a little easier.