Wenn die Sonne selig senke
ihr so gülden glänzend Haupt,
dessen jeder Tag gedenke,
schleichend ihr die Nacht es raubt.
Stumme Stille will sie wahren;
Zwielichts Herrin ist sie durch
und auch durch, lässt durch die Strahlen
ihrer Leucht' in jede Furch'.
Wandernd auf dem Berg durchleuchtet,
strahlend weiß wie Kindermund,
was im Tal dem Gauner deuchtet
hell,der Mond,tut Wahrheit kund.
Stund' um Stunde,liebe Nacht,
hast du,schlafestrunken,mich
um den Traum so sanft gebracht,
der dem schlummernd' Säugling glich.
War die Ruh' doch nicht gebrochen
von dem wehklagenden Ton,
denn mit tiefer Stimm' gesprochen
Dunkelheit zum weinend' Sohn.
Mensch und Tier und Pflanze träumen,
Meere geben keinen Laut.
Alles,außer lichten Räumen,
hat die Finsternis erbaut.