In der Theorie ist sparen eigentlich recht einfach. Man nimmt jeden Monat einen Teil seines Einkommens und legt ihn zur Seite. Traditionell heutzutage eher auf der Bank als irgendwo daheim unterm Kopfkissen.
Bereits in anderen Beiträgen habe ich hier den „Notgroschen“ vorgestellt, den man immer zur Hand haben sollte, falls einmal unerwartete Ausgaben ins Haus fallen. Dies kann unangenehme Situationen verhindern, da man immer noch in irgend einer Form weiterhin liquide ist und nicht irgendwann mal im falschen Moment von irgendwelchen Kosten erwischt wird.
Auch kann man diverse andere Budgets bei sich verwalten wie z.B. eben eine Geldreserve für den Handel mit irgendwelchen Wertanlagen. Was hilft es den schon, wenn gerade am Markt Traumpreise vorliegen und eine Sache auf der man bereits seit Monaten ein Auge geworfen hat plötzlich richtig günstig verfügbar ist, man aber leider abgebrannt ist. Auch dann kann es eben helfen in der Hinterhand noch ein paar Euro stecken zu haben um agieren zu können.
Doch was machen wir nun, wenn es tatsächlich zu einer Situation kommt und wir an einer dieser Budgets ran müssen? Klar, wir nutzen erst einmal das Geld, doch was dann? Viele Leute machen den Fehler, dass sie danach schlichtweg das Geld als verbraucht ansehen und es dabei belassen. Dies wird besonders gerne gemacht, wenn man ohnehin regelmäßig darauf spart und die Höchstgrenze für das Budget noch nicht erreicht ist.
Wir sparen jeden Monat 100€ und haben gerade 1000€ ausgegeben? Na, dann läuft das Sparen halt 10 Monate länger. Was in der Theorie noch ganz gut anhört ist in der Praxis nicht ganz so einfach. Den was passiert nun, wenn man nach 5 Monaten wieder in so einer Situation hängt und doch mal an den Notgroschen muss. Ja, dann greifen wir nochmals zu und sparen noch ein wenig länger. Und so kenne ich durchaus einige Leute, die trotz beständigen sparen, immer in diesem Kreislauf verweilen und ständig ein schlechtes Gefühl haben, weil man nichts mehr auf der hohen Kante hat.
Dann können wir den Kram auch gleich auf dem Konto liegen lassen und einfach bei Bedarf immer etwas abbuchen, wenn wir es brauchen. Der Sinn mit einem separaten Budget ist ja gerade, dass wir es auch als wichtigen Buffer für uns ansehen und dort nur in ganz speziellen Fällen ran gehen. Haben wir eine Ausnahmesituation erreicht, wo man es doch mal plündert sollte, sollte man es als einen privaten Kredit an sich selbst ansehen. Wir borgen uns einen Teil des Geld im Jetzt unterm dem Wissen, dass wir künftig dieses wieder zurückgeben müssen.
Am einfachsten geht dies, wenn man direkt dort ansetzt, wo man das Geld rein bekommt. Nämlich auf dem Konto der Hausbank. Wir richten dort dann einen Dauerauftrag an und überweisen es an unser Budgetkonto in regelmäßigen Abständen. Z.B. eben im oberen Beispiel 100€ für insgesamt 10 Monate. Sollte man eine solche Last nicht wuppen können, passt man einfach den Betrag entsprechend an. Er sollte eben nur gleichmäßig sein und irgendwie realistisch. Wer dann für die nächsten 100 Jahre ein paar Cent pro Monat spart, betrügt sich wirklich selbst.
So verschwindet das Geld direkt am Monatsanfang aus unserem direkten Zugriff. Wir können auf dem Konto der Hausbank die gähnende Leere sehen und uns entsprechend mit unseren Monatsausgaben darauf einstellen. Gleichzeitig wächst auf dem Budgetkonto nach und nach wieder der Betrag an, so dass wir irgendwann wieder in der Position sind in der wir ursprünglich hätten sein sollen.
Da man bei den meisten Banken angeben kann wie oft oder bis wann eine solche Überweisung läuft, kann sich das ganze auch automatisch terminieren. In 10 Monaten verschwindet die Dauerüberweisung dann und wir bekommen plötzlich wieder 100€ mehr aufs Konto zur freien Verfügung. Auch dies ist psychologisch ein nicht zu unterschätzende Sache, da wir auf diese weise merken, dass sich das sparen davor belohnt gemacht hat.
Auf diese Weise kann man es heilen, wenn man doch mal irgendwo an einem Budget etwas abgezwackt hat. Besser wäre es natürlich, wenn dies nie passiert und alles planbar bleibt. Aber wenn man akzeptiert, dass dies eine Utopie ist, sollte man eben den nächstbesten Weg wählen.
Wer dies ein paar Mal gemacht hat, wird vermutlich erstaunt sein, dass er auch mit ein paar Euro günstiger im Monat auskommt. Den alleine das Wissen, dass man weniger zur Verfügung hat, führt doch bei den meisten Menschen dazu, dass man ein wenig mehr auf das Geld in der Geldbörse blickt.
Natürlich sollte man dies nicht zu sehr übertreiben, so dass man jeden Monat nur noch am sparen ist. Aber wenn man Probleme hat seinen eigenen „Kredit“ zu bedienen, sollte man vielleicht noch einmal in sich gehen und fragen, ob die ursprüngliche Ausgabe wirklich nötig gewesen ist und man nicht über seine Verhältnisse lebt. Dies ist insbesondere dann der Fall, wenn es um Investitionen geht. Vielleicht wäre man dann eben doch besser beraten ein paar Wertpapiere oder Kryptos einfach nicht erworben zu haben.