Wie so oft im Leben, hat Meister Zufall die Hände im Spiel, wenn urplötzlich eine Richtungs- oder Planänderung ansteht. Dafür ist dieser Beitrag ein anschauliches Beispiel. Wäre mir nicht mit seiner Interpretation zu dem Meme-Contest ins Auge gesprungen, der „Wettbewerb“ von
wäre in der Rubrik ‘übersehen’ gelandet. Das Blatt hat sich gewendet und schon ließ ich meine Gedanken fließen.
Viel Vergnügen allerseits - ganz im Sinne der GmbH
Wie stets in Situationen, wenn der Mensch uneingeschränkt mit dem beschäftigt ist, was keinen in der Tier- und Pflanzenwelt auch nur ansatzweise interessiert, macht sich der, dem Frauchen keine Zuwendung schenken will, so seine eigenen Gedanken.
Eine kurze Auszeit sollte mir genehmigt werden. Ich, als Labrador der göttlich auserkorenen Sorte, bin im Augenblick auf nichts mehr fixiert als auf dieses riesige Bad, das sich vor meinen Augen auftut. Doch, anstatt die Erlaubnis erteilt zu bekommen, kurzerhand dem einladenden Nass einen Besuch zu erstatten, steht sie da und versucht die Zukunft aus ihrer eigenen Hand zu lesen. Auf welch niedrigem Niveau ist diese Spezies überhaupt angesiedelt? Ein kleiner Schubs mit Schnauze von mir, und sie landet in diesem kalten Elixier meiner Bedürfnisse. Wenn sie das in diesem Moment aus ihrer Hand lesen kann, dann fresse ich des Nachbarn Katze ohne Voranmeldung.
Wenn der Mensch, abgesondert jeglichen Geschlechts, sich dem uneingeschränkt widmet, was ihm wichtig erscheint, dann rückt die Realität auch mal schnell in den Hintergrund.
Verfluchte Hacke noch mal. Ich habe mir extra alle Linien auf meiner Hand mit dem Edding nachgezogen, weil ich wusste, dass wenn es auf dem Steg etwas später wird, es auch nebliger mit einer zuverlässigen Vorhersage meiner Zukunft sein könnte. Der Edding wurde mir als absolut zuverlässig über die in der Unterwelt-Ladentheke angeboten. Und jetzt? Ein Blick in meine Hand und ich habe das Gefühl am Hahlener-Kreuz gelandet zu sein. Da bleibt es einzig und alleine einer überirdischen Macht vorbehalten, wie und was ich aus dem Chaos meine unmittelbare Zukunft herausfiltern kann.
Der Mensch, in der Ausnutzung seiner ihm zur Verfügung stehenden Hirnmasse äußerst zurückhaltend, lässt sich allzu gerne von dem leichtgewichtigen Gedanken leiten, der treue tierische Begleiter an seiner Seite, genieße in ungeheurem Ausmaß genau das, was Frauchen in augenblicklich von ihm verlangt. Falsch! Nicht nur falsch, sondern komplett daneben, wie uns die Gedanken unseres Labradors offenbaren.
Ich weiß genau, wie das gleich ablaufen wird. Sie ist mit dem nicht einverstanden, was sie sich selbst aus der verschmierten Hand liest und dann lautet der Befehl an mich: „Erwin, ablegen!“ Nichts gegen den Befehl - obwohl mir das Bad lieber wäre. Nein, es ist das, was danach kommt. „Jetzt bist du an der Reihe. Pfotenlesen ist angesagt.“ Raus kommt dabei sowieso nichts. Außer der Vorhersage zu Hause warte ein Napf Futter auf mich, trifft aber auch rein gar nichts zu. Futter gibt es unter Garantie. Denn ansonsten räume ich mal kurz die Küche auf. Das, was mich brennend interessiert, das kümmert mein Frauchen einen feuchten Dreck. Wann ist Gisela wieder läufig? Eine Antwort darauf zu erhalten, brächten auch von meiner Seite ein paar Körner Sympathie für das Pfotenlesen an die Bildoberfläche. Gisela hat zwar schlappe Ohren und einen kleinen Hängebauch, doch beim Sex ist sie unschlagbar. Ein Beagle halt. Die Sorte kann ich nur empfehlen. Da kann man sich nach ‘ner anstrengenden Runde so genüsslich auf ihrem Rücken ausruhen.
Kehren wir zurück in die eingeschränkte Denkfähigkeit es menschlichen Wesens. Frauchen, mit dem Lesen und der Interpretation dessen, was die eigene Zukunft betrifft, keinen Deut vorangekommen, stößt aus ihrem Repertoire von Verfluchungen einige Exemplare in Richtung Teufel ab, reibt die erkalteten Handflächen aneinander, dreht sich zu ihrem Hund Erwin um und sagt: „Dann wollen wir mal sehen, was die Zukunft für dich parat hält.“
Erwin könnte sich selbst in den Schwanz beißen, den Zeitpunkt für den kleinen Schubs verpasst zu haben.