Als erstes sei gesagt, das wer nicht verloren gehen "will", auch nicht verlorengeht, da selbst Satan persönlich die Gläubigen nicht aus Gottes Hand entreißen kann (Johannes 10:28-29), allerdings zwingt Gott sich auch niemandem auf.
Es ist Christen möglich, abzufallen und "aus eigenem Willen" aus dem Heil herauszutreten, ohne es danach in diesem oder dem nächsten Leben je wieder erlangen zu können (Hebräer 6:4-6), womit Passagen der Bibel, in denen vor dem Heilsverlust gewarnt (Hebräer 10:26-27) oder wo der Heilsverlust prophezeit wird (1. Timotheus 4:1) und Passagen, in denen das sichere Heil garantiert wird (Römer 8:33-39) eben "nicht" einander ausschließen.
BEISPIEL:Wenn ein Mensch sich während eines Krieges im sichersten, teuersten und besten Bunker aller Zeiten befindet, der ihn auch vor allem schützen kann, und ihn dann irgendwann - mitten im Krieg - "freiwillig verlässt", woraufhin der Feind ihn erwischt, dann hat ja nicht der Bunker versagt und der Feind ihn auch nicht gewaltsam dort rausgeholt, sondern der Mensch hat sein Schicksal selber besiegelt, der ihn freiwillig verlassen hat (z.B, indem er sich vom Feind suggerieren ließ, der Krieg wäre vorbei und er könne ruhig von selber rauskommen).
FAZIT:Satan kann Gott gar nichts entreißen, aber er kann versuchen durch Manipulation und Irreführung den Menschen dazu zu bringen, selbst aus dem Heil herauszutreten, daher hat er "nur" so viel Macht über Menschen, wie sie ihm "schenken", was diesen folglich auch nicht "bewust" sein soll.Der Vater der Lüge ist darauf angewiesen, dass Nachfolger Jesu ihn selbst verlassen, während er so wirken will, als hätte er die Macht sie Gott zu entreißen.Genauso arbeitet das Böse, mit Täuschungen, Manipulation und Verwirrungen, da es nur so auf "Umwegen" das kriegen kann (z.B. die Seele eines Menschen), was es durch eine direkte Konfrontation mit Gott niemals kriegen könnte.
Eines der großen Missverständnisse liegt also darin, dass Begriffe wie "Glaubensabfall" auf etliche Menschen so wirken, als wäre ein direktes entreißen aus Gottes Hand "gegen den Willen eines Menschen" möglich, wodurch das "Prinzip des freien Willens" nicht berücksichtigt wird.Klärt man wenigstens dieses "Missverständnis" auf (Menschen können Gott nicht entrissen werden, aber aus eigenem Entschluss aus dem Heil heraustreten), dann wird auch schnell klar, warum Passagen über die Heilssischerheit, Warnungen vor dem Verlust des Heils und Prophezeiungen von dem Verlust des Heils sich im Grunde nicht widersprechen (Römer 8:33-39, Hebräer 4:6-4, 10:26-27, 1. Timotheus 4:1 u. 2. Thessalonicher 2:3), auch wenn es anfangs so erscheint.
Da das Prinzip des "freien Willens" auch eng mit der "Theodizee-Frage" (Warum lässt Gott das Böse in der Welt zu?) verbunden ist, möchte ich abschließend noch auf einen Artikel von mir zu dieser Thematik hinweisen, in dem näher auf dieses Prinzip und seiner Bedeutung eingegangen wird.
Link zum Artikel:https://steemit.com/theodizee/@josua1/theodizee-warum-laesst-gott-all-das-leid-in-der-welt-zu