Weil Pferde sowie Menschen in sozialen Vereinigungen leben, sind sie wie auch wir auf hochwertige und stabile Beziehungen angewiesen. Für Pferde sind Gestik, Mimik, Körpersprache und Bewegungsverlauf wichtige Merkmale der Kommunikation. Richtige Interpretation und passende Reaktion sind für ein Leben in der Herde von großer Notwendigkeit.
Der Kang des stillen Dialogs
Zurückgeworfen auf Körper, Blick, Willen und den Ausdruck der Emotionen. Auch das Timing ist entscheidend und natürlich das Gespür – der Instinkt! – so spricht ein Wesen zum Anderen und eine nonverbale Verbindung entsteht.
Pferde schaffen es die ursprünglichste Kommunikation des Menschen zu lesen und auch anzusprechen nämlich jene, die einst zwischen Mutter und Säugling stattfand. Nach Siegmund Freud´s Psychoanalyse ist die Phase der Mutter-Säugling-Interaktion entscheiden für unser gesamtes Leben. Diese extreme Wahrnehmungsfähigkeit der Tiere nützt die Equotherapie und versteht das Pferd nicht nur als „Therapeut“ und Begleiter sonder auch als Dolmetscher, welcher wichtige Empfindungen und Einschätzungen zur Situation rückmeldet.
Ablauf der Therapie
Bei der Equotherapie geht es nicht wie bei den meisten Therapieformen mit Pferden ums Reiten, sondern umBegegnung und um´s in Kontakt treten. Einfache Dinge sind wichtige Basis einer klaren Kommunikation:
- wie lade ich ein Pferd oder Mitmenschen ein näherzukommen?
- wie hole ich mir Raum?
- wie können wir nebeneinander und wie können wir miteinander?
- wie zeige ich Zuneigung? Oder aber auch Ärger?
- was teile ich mit?
Die Arbeit vom Boden wird in den Vordergrund gestellt, es wird Vertrauen und eine Beziehung auf Augenhöhe aufgebaut.
Veränderung und das Leben
Therapie bedeutet Veränderungen. Veränderungen sind nicht leicht und manchmal sehr kräftezehrend und anstrengend. Das Leben fragt nicht, ob man Veränderung will! Das Problem damit ist sie sind nicht immer positiv, oder mit einer Rückkehr ins Leben verbunden.
Jemand ist schwer krank, oder verliert eine vertraute Person an den Tod.
Vielleicht überlebt man und besiegt Krankheiten, doch selbst dann muss man sich nur all zu oft von Träumen und Wünschen verabschieden. Sie werden sich nicht mehr erfüllen.
Solche Schicksalsschläge können nicht verhindert werden und auch wird kein Kind oder Mensch von einem Pferde gesund gepflegt – nein, in schweren Lebenssituationen entsteht unvorstellbar große Einsamkeit und Isolation ... und genau da setzen Therapiemethoden mit Tieren an:
Kinder machen keine Therapie, sie erleben! Einem Tier ist ganz gleich, was vorher war und was kommen wird, es ist hier im Jetzt. Es versetzt Menschen in Bewegung, ganz gleich ob physisch oder emotional; sie bringen Steine (wieder) ins Rollen.
Druch meine ehrenamtliche Arbeit bim Verein e.montions, auf der Baumgartner Höhe in Wien, durfte ich in den letzten beiden Semester viele tolle Erlebnisse im Bereich Hippo- und Equotherapie begleiten. Auf die Aktion stieß ich durch diese sehenswerte Doku.