Einfach zum Spaß, ganz ohne Notwendigkeit habe ich einen Tag "Urlaub" mit meinem Bruder gemacht.
Die Zeiten des "Globetrotters" sind bekanntlich vorbei und die Zeit des "Regiotrotters" hat begonnen.
Jeder hat eine Verantwortung der Natur gegenüber, auch ich.
Also versuche ich eben so gut wie möglich unsere Ressourcen nicht unnötig zu verbrauchen bzw. die Umwelt nicht unangebracht zu belasten.
Urlaub im klassischen Sinne mache ich dieses Jahr nicht, der Umwelt zuliebe und auch wegen Corona.
Also in das Ottomotor gepowerte Fortbewegungsvehikel gesetzt und höchstens ein paar Dutzend Kilometer damit gefahren.
In der Nähe des klärwassergeschwängerten Neckars wieder ausgestiegen.
Odenwald nennt man üblicherweise die Gegend in der wir uns nun befanden.
Der Plan war eine kleine Wanderung durch den Wald im Schatten zur Burgruine Stolzeneck.
Im Schatten waren die Temperaturen angenehm, kurioserweise ging der gesamte Weg bis zur Burg stetig bergab, teilweise sogar sehr steil. Allerdings hat es auch keine Stunde gedauert dann waren wir auch schon angekommen.
Niemand haben wir auf dem Weg getroffen, niemand war in der Burg. Gut, unter der Woche ist natürlich nicht viel los und in dieser Gegend gibt es so viele Ruinen und Burgen wie es Supermärkte gibt.
Wie man vielleicht an der Absperrung erahnen kann war der Zutritt zur Burg nicht gestattet, eine Erklärung dafür gab es nicht.
Leider sind wir aus lauter Vorfreude direkt an den Absperrungen in die Burg gelaufen und haben sie uns angeschaut, erst beim herausgehen ist uns aufgefallen das wir nicht durften :)))

Die Burg wurde wahrscheinlich um 1230 gebaut und hat dann wie alle Burgen ständige Um- und Anbauten über die Jahrhunderte über sich ergehen lassen müssen.
Trotz des stetigen bergab steht die Burg noch 80 Meter über dem Neckar und hat mitunter schwindelerregend hohe Abgründe zu bieten.
Mir ist nicht bekannt das die Burg jemals durch Kampfhandlungen eingenommen wurde. Sie wurde Ende des 13. Jahrhunderts an die Kurpfalz verkauft und wurde von da an als Lehen von Adelsfamilien bewirtschaftet.
Im 17. Jahrhundert starb der letzte Lehensträger und zu dieser Zeit war die Burg schon extrem baufällig. Die Pest tat ihr letztes dazu das diese Burg in Vergessenheit geriet.
Erst im 19 Jahrhundert wurde damit begonnen Überreste der Burg zu sichern und nach und nach zu restaurieren. Es gehört heute dem Land Baden Württemberg.

Wen Du in der Nähe bist würde ich dir diesen kleinen Ausflug ans Herz legen, solltest du Interesse an einer menschenarmen, lärmreduzierten und steinreichen kleinen Wanderung mit Happy End haben.
HIVE ON