Da ich heute weder wandern noch biken war und ich euch daher keine Bilder davon zeigen kann, schreibe ich heute mal über mein Jahresziel: 365 Tage Sport 😲 Für manche mag das Wahnsinn sein (meine Freundin hält mich für bekloppt 😅), für mich ist das eine Wohltat.
Um zu Verstehen, wie ich darauf kam, müssen wir etwas in die Vergangenheit zurück. Ich war früher schon immer sehr sportlich, als Jugendlicher entweder auf dem Fußballplatz oder mit dem Fahrrad unterwegs. Anfang 20 beendete ich dann meine aktive Fußballzeit und spielte nur noch gelegentlich in der zweiten Mannschaft mit, wenn dort zu wenig Spieler da waren.
Berufsbedingt wurde der Sport ab 2014 mit 25 Jahren immer weniger, also zumindest war zu damaliger Zeit das "berufsbedingt" meine Ausrede. Ich arbeitete hart und viel, oft weit über 40 Stunden. Ich wollte ja schnell hoch hinaus. Um das zu erreichen habe ich noch mit 26 nebenberuflich die Weiterbildung zum Meister begonnen, welche 3,5 Jahren dauerte. Das Arbeitspensum habe ich dabei kaum verringert. Ich musste (oder eher wollte?) ja unverzichtbar sein, d.h. anwesend sein und schuften.
Somit kam, was kommen musste, wenn man immer weniger auf sich achtet. 2017, noch mitten in der Weiterbildung, kamen die ersten Warnsignale: Tinnitus, kurz darauf Schwindel. Irgendwie habe ich es geschafft, dass die Symptome weniger wurden. Ich konnte meine Weiterbildung erfolgreich beenden, beruflich aufsteigen und recht beschwerdefrei weitermachen. Das dachte ich zumindest... Ganz weg waren die Symptome nie, ich lernte nur damit umzugehen und verdrängte sie.
Ende 2018 begann ich dann noch, einen Familienangehörigen in all seinen finanziellen Angelegenheiten zu unterstützen, da dieser nach einem Herzinfarkt und mehreren weiteren Umständen nicht mehr alleine dazu in der Lage war.
2018-2019 verschlimmerten sich meine Beschwerden, unter anderem auch wegen betriebsinternen Problemen und generell dem sehr hohen Stresspensum. Sport war in der ganzen Zeit zwischen 2015-2018 eher unregelmäßig. Mal 1-3x pro Woche, dann mal wieder 1-2 Wochen gar nichts.
Anfang 2020 merkte ich zum ersten Mal, dass es so nicht weitergehen kann. Ich begann wieder regelmäßig wöchentlich 2-3x Sport zu machen und arbeitete weniger (nur noch mein Soll). Leider etwas zu spät, Mitte 2020 war es dann soweit und ich musste eine 6 wöchige Zwangspause einlegen mit etlichen Arztbesuchen und Untersuchungen. Warum nur 6 Wochen krank? - Na, weil's ab der 7ten Woche weniger Geld gibt. Gesund gewesen? Nein, weiter geht's... und das obwohl ich zu dem Zeitpunkt ja schon wusste, dass weitermachen falsch ist.
Allerdings hatte es wenigstens so weit "Klick" gemacht, dass ich danach viel gelassener zur Arbeit bin, Stunden reduzierte und versuchte nicht mehr soviel Stress aufkommen zu lassen.
So richtig kapiert, was ich ändern muss, habe ich dann erst im Laufe von 2021, vor allem gegen Ende des Jahres und somit suchte ich mir neben meinem üblichen Sport noch etwas, mit dem ich mein Stress reduzieren und runter kommen kann. Die Wahl viel auf Qi-Gong, was ich seitdem nahezu täglich ausführe. Teilweise sogar noch abends an den Tagen, an denen ich schon andere sportliche Aktivitäten wie Wandern oder Radfahren machte. Diese Routine nahm ich mit ins neue Jahr 2022 und mache jetzt nach diesen Zeilen wieder eine Qi-Gong-Einheit und damit ist das dann Tag 85 in Folge mit mindestens einer sportlichen Aktivität pro Tag.
Hier noch ein sehr passendes Zitat von Dalai Lama:
„Der Mensch. Er opfert seine Gesundheit, um Geld zu verdienen. Wenn er es hat, opfert er es, um seine Gesundheit zurückzuerlangen. Und er ist so auf die Zukunft fixiert, dass er die Gegenwart nicht genießt. Das Ergebnis ist, dass er weder die Gegenwart, noch die Zukunft lebt. Er lebt, als würde er nie sterben und schließlich stirbt er ohne jemals richtig gelebt zu haben.“ (Dalai Lama)
Traf leider zu 95% auf mich zu. Mittlerweile trifft nur noch das Fettgedruckte zu, zumindest teilweise noch.
Ach und sorry für den trockenen Post. Damit wenigstens ein bisschen Bildmaterial vorhanden ist:
Das war letztes Jahr im August an einem kleinen neu angelegten MTB-Trail in meiner näheren Umgebung 😀. Damit ich da bald wieder hinkann, sobald meine lästigen Schmerzen und Bewegungseinschränkung an der rechten Hand weg sind, habe ich heute mal meinen Fuhrpark Fit gemacht:
An meinem Motorrad (weiß/rot links) die Batterie vorsorglich etwas geladen. Am Motorrad meiner Freundin (meistens fahre es trotzdem ich) eine neue Batterie und ein neuer Luftfilter montiert. Öl stand kontrolliert. An meinem Zweitfahrrad (mit den goldenen Reifen) Luft und Schaltung überprüft. An meinem Lieblingsbike (rot im Vordergrund) Dichtmilch in die Reifen nachgefüllt. Mehr war da nicht nötig, da ich den Service schon durchgeführt hatte.
Und jetzt wünsche ich euch einen schönen Abend 🙂.