Seit dem letzten Jahr gab es bei mir ein echtes Novum. Ich habe begonnen Gold zu kaufen, obwohl ich von diesem Edelmetall eigentlich nicht viel halte. Eigentlich komme ich eben aus der Ecke, wo man sich am Produktivkapital beteiligt und eine Wertschöpfung betreiben kann. Etwas Edelmetall im Tresor passt da nicht wirklich gut ins Sortiment, da es eben primär von seinem Preis lebt und ansonsten keine Werte schafft.
Nichts desto trotz muss man ihm zu gute halten, dass es zu fast jeder Zeit der Menschheitsgeschichte ein akzeptiertes Zahlungsmittel war und sich auch zumindest mittelfristig daran nichts ändern wird. Es fällt daher bei mir nicht in dem Bereich des Trading Portfolios, sondern in der Kategorie Absicherung.
Hier runter fallen die ganzen Notbudgets für Krisenzeiten. Angesichts der aktuellen Zinspolitik und Schuldenpolitik innerhalb der Europäischen Union wächst meine Sorge, dass es doch zu einer stärkeren Inflation kommen würde. Somit macht es aus meiner Sicht Sinn auch etwas in Gold zu stecken. Die echten Goldbugs werden enttäuscht sein, da ich nicht gleich mehrere Kilo bei mir rein hole. Lediglich 1,85% meines Portfolios sind in Gold investiert.
Das Ziel von knapp 5% verfehle ich damit weiterhin. Allerdings kaufe ich eben auch keine einzelnen Barren an, sondern gehe über einen Sparplan vor. Dieser wurde mit Beginn von Corona sogar noch einmal verdoppelt, so dass ich mich langsam diesem Zielwert annähern werde. Geht es nach so manchem Untergangspropheten sollte man ja mindestens 50% Gold im Portfolio haben. Allerdings reicht es mir mich rudimentär zu versichern, da ich eben nicht immer gleich den Totalkollaps als valides Szenario ansehe.
Auch gehöre ich nicht zu den Indiana Jones, die in der Krise sich die Peitsche einpacken und sich durchs Feindesland zum Bäcker durcharbeiten um dort das Brot mit Gold zu bezahlen. Es ist einfach nur ein Inflationsschutz für einen Notfall bzw. eher die Zeit danach. Wenn die Kommunisten erst wieder ihre Flaggen hissen und das gesamte Produktionskapital weg ist, wird man mit dem Gold vermutlich auch nicht sicherer.
Einige wundern sich etwas, dass ich Bitcoin als Goldähnlich ansehe, dieses aber im Bereich der Spekulation einordne. Das ist richtig, den meine Investition dort zielt auf eine Gewinnsteigerung ab. Diese verfolge ich bei Gold nicht primär. Auf beiden Seiten gibt es ja die Fraktionen, die ihr Mittel als alleiniges valide Anlage betrachten. Ich zähle mich aber zu den Gemäßigten, die lieber auf vielen Hochzeiten tanzen als auf eine einzelne Sache zu wetten.
Bei der finanziellen Absicherung gibt es nicht viel zu sagen. Ich betreibe eine monatliche Rücklage über Abschreibungen, die ich für die Instandhaltung der Wohnung und allem darin enthaltenden Gegenständen durchführe. Diese beträgt aktuell 60€ im Monat. Was eher ein moderat niedriger Wert zu sein scheint, reicht aber im Laufe der Jahre locker um sämtliche abgängigen Gegenstände zu ersetzen.
Beim Notgroschen fahre ich mit einem Monatslohn eine extrem progressive Schiene. Üblicherweise empfehle ich den meisten Menschen immer lieber 3 Monate zu halten. Da ich im Zweifel aber schnell an Geld kommen kann und recht gesichert in Lohn und Brot bin, leiste ich mir da den Luxus lieber höher investiert zu sein. Zumal ich eben ohnehin eine sehr hohe Sparquote habe und damit problemlos die 3 Monate überbrückt bekommen würde.
Insgesamt plane ich nicht an dieser Absicherung im nächsten Jahr etwas zu verändern, sondern werde dem bisherigen Ansatz einfach weiter treu bleiben.