This Tuesday we had another public holiday here in Japan, and luckily this time I also had the day off. It was Shubun no Hi (秋分の日) the Autumnal Equinox Day , which is observed every year around September 22 or 23. This day marks the official transition from summer to autumn, but it is far more than just a seasonal shift. It’s a moment of balance, reflection, and quiet reverence deeply rooted in both nature and tradition.
Shubun no Hi is one of two equinox holidays in Japan, the other being Shunbun no Hi in spring. On this day, the sun rises exactly in the east and sets exactly in the west, symbolizing harmony between light and darkness. It’s a time when day and night are equal in length—a poetic reminder of life’s natural rhythms.
In Japanese culture, this balance is seen as an opportunity to pause and reflect. People often take the day to reconnect with nature, visit family graves, and spend time with loved ones. It’s not a holiday of fireworks or festivals, but one of quiet appreciation.
Shubun no Hi is closely tied to Higan (彼岸), a Buddhist custom observed during the week surrounding the equinox. The word “higan” means “the other shore,” referring to the spiritual journey from the world of suffering to enlightenment. During this time, many families visit cemeteries to clean gravestones, offer flowers, and pray for their ancestors.
It’s a beautiful blend of seasonal awareness and spiritual practice—where the changing of the leaves mirrors the impermanence of life, and remembrance becomes a form of renewal.
Unlike some holidays that are marked by grand public events, Shubun no Hi is celebrated in subtle ways. Parks and gardens fill with people enjoying the crisp air and early autumn colors. Seasonal foods like chestnuts, sweet potatoes, and mushrooms begin to appear in home-cooked meals and restaurant menus. It’s a time to slow down, savor, and notice the quiet beauty of the world around you.
In today’s fast-paced world, Shubun no Hi offers a gentle reminder to find balance—not just in nature, but in ourselves. Whether through a walk in the woods, a moment of meditation, or a visit to a family grave, this holiday invites us to pause and realign with what matters most.
DEUTSCH
Diesen Dienstag hatten wir hier in Japan wieder einen Feiertag, und glücklicherweise hatte ich dieses Mal auch frei. Es war Shubun no Hi (秋分の日), der Tag der Herbst-Tagundnachtgleiche, der jedes Jahr um den 22. oder 23. September herum begangen wird. Dieser Tag markiert den offiziellen Übergang vom Sommer zum Herbst, aber es ist weit mehr als nur ein Wechsel der Jahreszeiten. Es ist ein Moment des inneren Ausgleichs, der Besinnung und der stillen Ehrfurcht, der tief in der Natur und Tradition verwurzelt ist.
Shubun no Hi ist einer von zwei Tagundnachtgleiche-Feiertagen in Japan, der andere ist Shunbun no Hi im Frühling. An diesem Tag geht die Sonne genau im Osten auf und genau im Westen unter, was die Harmonie zwischen Licht und Dunkelheit symbolisiert. Es ist eine Zeit, in der Tag und Nacht genau gleich lang sind – und damit eine poetische Erinnerung an den natürlichen Rhythmus des Lebens.
In der japanischen Kultur wird dieses Gleichgewicht als Gelegenheit gesehen, innezuhalten und nachzudenken. Die Menschen nutzen diesen Tag oft, um sich wieder mit der Natur zu verbinden, die Gräber ihrer Familien zu besuchen und Zeit mit ihren Lieben zu verbringen. Es ist kein Feiertag mit Feuerwerk oder Festen, sondern ein Tag der stillen Wertschätzung.
Shubun no Hi ist eng mit Higan (彼岸) verbunden, einem buddhistischen Brauch, der in der Woche um die Tagundnachtgleiche begangen wird. Das Wort „Higan“ bedeutet „das andere Ufer“ und bezieht sich auf die spirituelle Reise von der Welt des Leidens zur Erleuchtung. Während dieser Zeit besuchen viele Familien Friedhöfe, um Grabsteine zu reinigen, Blumen niederzulegen und für ihre Vorfahren zu beten.
Es ist eine schöne Mischung aus saisonalem Bewusstsein und spiritueller Praxis – wobei die von den Bäumen fallenden Blätter die Vergänglichkeit des Lebens widerspiegelt und das Gedenken zu einer Form der Erneuerung wird.
Im Gegensatz zu einigen Feiertagen, die von großen öffentlichen Veranstaltungen geprägt sind, wird Shubun no Hi auf subtile Weise gefeiert. Parks und Gärten füllen sich mit Menschen, die die frische Luft und die frühen Herbstfarben genießen. In der Küche entdeckt man allmählich saisonale Lebensmittel wie Kastanien, Süßkartoffeln und Pilze, die nun auch auf den Speisekarten der Restaurants auftauchen. Es ist eine Zeit, in der man entschleunigt und die stille Schönheit der Welt um sich herum wahrnimmt.
In der heutigen schnelllebigen Welt sollte Shubun no Hi uns daran erinnern, selber ein Gleichgewicht zu finden – nicht nur in der Natur, sondern auch in uns selbst. Ob durch einen Spaziergang im Wald, einen Moment der Meditation oder einen Besuch am Grab unserer Familie – dieser Feiertag lädt uns dazu ein, innezuhalten und uns wieder auf das Wesentliche zu besinnen.