Vielen Dank erstmal für deine Gedanken und Einschätzung – hier meine Rückmeldung dazu.
Ich komme gerade aus Indien zurück und bin – wie jedes Mal – wieder tief beeindruckt. Dieses pure Wuseln, diese unbändige Dynamik und dieses unbarmherzige Wollen-Wollen, das wir im Westen fast vergessen haben. Der demografische Bonus Indiens ist das entscheidende Pfund auf der Waage – Indien hat einfach die nächste Dekade (mindestens).
KI verändert gerade grundlegend, wie Software entsteht. Wir reden nicht mehr von Jahren Entwicklungszeit, sondern von Monaten. Mit meinen ~40 Jahren Programmiererfahrung (30 davon in der echten Softwareentwicklung, 20 als Architekt) sage ich ganz klar: Wir erleben einen vollständigen Paradigmenwechsel.
Noch haben Menschen mit echter, tiefer Erfahrung einen massiven Vorteil. Sie können Systeme einschätzen, sinnvoll planen und strategisch nach vorne denken. Meine eigene Produktivität schätze ich aktuell – im Vergleich zum Vorjahr – um den Faktor 10–100 höher ein, dank KI. Und ja: Wenn meine Boomer-Generation in Rente geht und eine Kohorte nachkommt, die nie die Chance hatte, echte, harte Erfahrung ohne KI-Unterstützung zu sammeln, dann zeigt sich erst, was KI wirklich kann – und wo ihre Grenzen liegen.
Der Anthropic-CEO (Dario Amodei) wirkt in letzter Zeit sichtlich verunsichert und warnt öffentlich, dass die Entwicklung noch schneller voranschreitet als gedacht. Er fleht förmlich um politische Rahmenbedingungen. Meine Gegenfrage: Mit welchen Politikern eigentlich?
Die neuen „Kern-Skills“ bekommen eine völlig andere Gewichtung: Kreativität, Querdenken, das mutige Betreten des Ideenraums. Nicht mehr „Digital Native“ ist das entscheidende Schlagwort – sondern KI-Native.
Auch die Personalauswahl in Unternehmen ändert sich radikal. Ich habe von einem selbsternannten Programmierer ohne Uni-Abschluss und ohne formale Ausbildung gehört, der eine App gebaut hat, die sämtliche Robotaxis in Austin, Texas, live trackt. Ergebnis: Direkte Einstellung bei Tesla.
Immer mehr Firmen geben einfach harte Aufgaben vor – wer sie löst, kriegt den Job. Egal ob Zertifikat, Abschluss oder Vita. Kreativität und echte Problemlösungsfähigkeit werden zum entscheidenden Differenzierer.
Block (ehemals Square) hat gerade ~40 % der Belegschaft entlassen – über 4.000 Menschen. Jack Dorsey begründet es explizit mit „intelligence tools“, die verändert haben, was es heißt, ein Unternehmen zu bauen und zu führen. Ergebnis: Der Aktienkurs ist nach der Ankündigung um über 20–25 % nach oben geschossen. Das wird dieses Wochenende weltweit in allen börsennotierten Vorstandsetagen das beherrschende Thema sein. Die Botschaft ist klar: Wer zuerst kleiner, effizienter und KI-getriebener wird, gewinnt massiv an Börsenwert. Betriebswirtschaftlich absolut nachvollziehbar.
Genau hier setzt das Citrini-Research-Papier dieser Woche an („The 2028 Global Intelligence Crisis“) und löst große Wellen aus: Was passiert danach? Wenn die Produktivität durch die Decke geht, aber gleichzeitig massiv weniger Konsumenten mit Kaufkraft übrig bleiben, die selbst die günstigeren Produkte noch kaufen können?
Und wenn humanoide Roboter irgendwann bis auf den Meeresgrund tauchen und dort arbeiten – wie hoch ist dann das „Risiko“, dass plötzlich riesige neue Gold- und Silber-Vorkommen wirtschaftlich abbaubar werden? Ein verdammt starkes Argument für Bitcoin als digitales, knappes Asset.Ich halte nach wie vor an Gold, Silber, Bitcoin und Tesla fest.
Aber hey – nichts auf dieser Welt ist zu 100 % sicher.
Nicht alle Eier in einen Korb und vor allem, nicht alles in Eier. Also wichtig, Freunde, Familie, Natur, im Analogen sein wird genauso wichtig werden, als das ganze Digitale - Einfach Mensch bleiben.
RE: KI in der Informatik - eine schwierige Idee