Heute möchte ich hier eine Brauerei vorstellen, zu der ich eine ganz besondere Beziehung habe, nämlich die Brauerei Leibinger aus Ravensburg.
englisch see below
Leibinger Bier aus Oberschwaben
Die Brauerei Leibinger ist neben dem Bürgerlichen Brauhaus eine der größten Brauereien im Bereich Bodensee / Oberschwaben. Beide befinden sich auf dem sogenannten Bierbuckel in Ravensburg in unmittelbarer Nachbarschaft. Den Namen Bierbuckel bekam dieser Bereich von Ravensburg weil es dort vom Schussental ziemlich steil nach oben geht und sich eben dort beide Brauereien befinden.
Ravensburg, Stadt der Türme und Tore
Wer mal in diese Gegend kommt für den lohnt es sich auf jeden Fall einen Zwischenstopp in Ravensburg einzulegen. Die Altstadt ist sehenswert und schon seit vielen Jahren als Fußgängerzone gestaltet. Das ist sehr angenehm um sich die Stadt, die Gebäude, Geschäfte, Lokale und Restaurants anzusehen.
hat ein paar tolle Fotos von Ravensburg und Oberschwaben: Jan Hus Trail / Jakobsweg - From Bad Waldsee to Unterteuringen
Zurück zum Bier. Leibinger braut seit 1894 Bier in Ravensburg. Inzwischen gibt es die verschiedensten Biere für die unterschiedlichen Geschmäcker.
Standard ist das Edel, das es auch alkoholfrei gibt.
Daneben gibt es das Helle, Pils, Seeradler (auch naturtrüb), Seeweisse (Hefeweizen), und noch diverse andere.
Gebraut wird mit regionalen Rohstoffen.
Nur wenige Kilometer entfernt wird ja der Tettnanger Hopfen angebaut. Es ist zwar ein kleines Anbaugebiet im Vergleich zur Hallertau (weltweit das größte Anbaugebiet für Hopfen) aber die Qualität ist sehr gut und Tettnanger Hopfen wir in die ganze Welt exportiert.
Als ich 2011 in die Nähe von Berlin gekommen bin und mich natürlich in der Stadt umgesehen habe, habe ich nicht schlecht gestaunt:
Direkt vor dem Brandenburger Tor macht Leibinger Werbung!
Nun aber zu meiner Geschichte mit der Brauerei. 1980 war ich endlich mit dem Abi fertig und nach einem schönen Urlaub per Interrail begann ich ein Maschinenbaustudium. Schnell habe ich gemerkt, dass das nicht der Beruf ist, den ich ein Leben lang ausüben möchte.
Ich meldete mich also ab und da ich erst im nächsten Jahr wieder studieren konnte, suchte ich mir einen Job. Über Weihnachten gibt es immer viel Arbeit bei der Post. Die suchten daher Leute für einige Monate und das kam mir gerade recht. Als es gegen Sommer ging, wurde die Arbeit bei der Post weniger und ich musste mir was anderes suchen bis ich im Herbst mein Studium der Elektrotechnik anfangen konnte.
Der Vater einer Bekannten war Bierkutscher, naja nicht mehr wirklich mit der Kutsche sondern mit dem LKW. Der meinte die Brauerei Leibinger würde über die Sommermonate immer Aushilfen suchen. Im Sommer waren die Menschen durstig und es gibt ja die dieversen Sommer- und Bierfeste.
Und so habe ich dann 8 Wochen auch als Bierkutscher gearbeitet. Erstmal habe ich 3 Wochen mitgeholfen größere Wirtschaften mit ordentlich Umsatz zu beliefern. Danach war ich 2 Wochen als Beifahrer und Helfer beim Haus zu Haus Lieferdienst dabei. So lernte ich die Tour kennen und habe dann 3 Wochen Urlaubsvertretung gemacht.
Die 8 Wochen waren körperlich ziemlich hart. Es war heiß, die Nachfrage nach Bier und diversen alkoholfreien Getränken war groß. So ein Bierkasten hat sein Gewicht und vor allem dann eben auch die Bierfässer. Wir hatten zwar Sackkarren aber mit dem Vollgut runter in den Keller, rauf dann mit dem Leergut, das ging in die Knochen. Viel Hunger hatte ich in der Zeit nicht, meist nur noch viel Durst und so habe ich in 8 Wochen 8kg abgenommen. Also wer ein paar kg zuviel auf den Rippen hat, ich kann da was empfehlen.
Anscheinend habe ich meinen Job ganz gut gemacht, denn im Frühjahr nächsten Jahres rief der Bierfahrer bei mir an und fragte mich, ob ich wieder Urlaubsvertretung für ihn machen würde. Klar machte ich das. Der Job war zwar hart, aber ich habe sehr gut verdient. Um die Tour wieder kennen zu lernen fuhr ich 1 Woche mit und bekam ein fixes Gehalt. Die 3 Wochen Urlaubsvertretung habe ich dann auf Provision gearbeitet. Da kam ordentlich was zusammen, denn im Sommer ist natürlich der Umsatz am Höchsten.
Tja und so habe ich neben Bafög mit Hilfe der Brauerei Leibinger mein Studium finanziert. Und dafür bin ich der Brauerei immer noch dankbar und erinnere mich gerne an diese Zeit.
Leibinger (Oberschwaben) meets Steiner (Bayern)
Today I would like to introduce a brewery with which I have a very special relationship, namely the Leibinger brewery from Ravensburg.
Leibinger beer from Upper Swabia
Along with the Bürgerliches Brauhaus, the Leibinger brewery is one of the largest breweries in the Lake Constance / Upper Swabia area. Both are located in the immediate vicinity on the so-called Bierbuckel in Ravensburg. This area of Ravensburg was given the name Bierbuckel because it climbs quite steeply from the Schussental and is where both breweries are located.
Ravensburg, city of towers and gates
Back to the beer. Leibinger has been brewing beer in Ravensburg since 1894. There are now a wide variety of beers to suit different tastes.
Standard is the Edel, which is also available alcohol-free.
There is also Helle, Pils, Seeradler (also naturally cloudy), Seeweisse (Hefeweizen), and various others.
It is brewed with regional raw materials.
Tettnang hops are grown just a few kilometers away. Although it is a small growing area compared to Hallertau (the world's largest hop growing area), the quality is very good and Tettnanger hops are exported all over the world.
When I came near Berlin in 2011 and of course looked around the city, I was amazed:
Leibinger is advertising right in front of the Brandenburg Gate!
Now to my story with the brewery. In 1980 I finally finished my high school diploma and, after a nice vacation via Interrail, I started studying mechanical engineering. I quickly realized that this was not the job I wanted to pursue for the rest of my life.
So I deregistered and since I couldn't study again until the next year, I looked for a job. There is always a lot of work at the post office over Christmas. So they were looking for people to stay for a few months and that suited me just fine. As summer approached, the work at the post office became less and I had to look for something else until I could start studying electrical engineering in the fall.
The father of an acquaintance was a beer driver, well not really with a carriage but with a truck. He said the Leibinger brewery was always looking for temporary help over the summer months. People were always thirsty in summer and there are all sorts of summer and beer festivals.
And so I worked as a beer driver for 8 weeks. First of all, I helped for 3 weeks to supply larger businesses with a decent amount of sales. Afterwards I was a passenger and helper for the door-to-door delivery service for two weeks. That's how I got to know the tour and then did 3 weeks of holiday replacement.
The 8 weeks were pretty tough physically. It was hot and the demand for beer and various non-alcoholic drinks was high. A beer crate like this has its weight and especially so do the beer barrels. We had hand trucks but with the full goods down into the cellar and then up with the empties, that was a pain in the ass. I wasn't very hungry during that time, mostly just very thirsty and so I lost 8kg in 8 weeks. So if you have a few kg too much on your ribs, I can recommend something.
Apparently I did my job quite well, because the next spring the beer driver called me and asked me if I would cover his holidays again. Of course I did. The job was hard, but I earned very well. In order to get to know the tour again, I went along for a week and received a fixed salary. I then worked on commission for the three weeks of vacation cover. A lot came together because sales are naturally at their highest in summer.
Well, in addition to student loans, I financed my studies with the help of the Leibinger brewery. And for that I am still grateful to the brewery and remember this time fondly.
Leibinger (Upper Swabia) meets Steiner (Bavaria)