Bitcoin im Handelsblatt
Das Handelsblatt ist im deutschsprachigen Raum durchaus eine Institution und mMn. eine recht gute Quelle für Finanznews. Wenn es jedoch zum Krypto Bereich kommt, sieht man schon, dass da vielfach noch etwas Expertise fehlt. So gab es gestern einen größeren Artikel zu den beantragten Spot ETFs von Blackrock und Co. An sich ganz gut zusammen gefasst. Bitcoin ETFs könnten im besten Fall einen ähnlich hohen Preisaufschlag bewirken wie damals der erste Gold ETF. Allerdings kam dann auf einmal dieses Zitat eines offenbar skeptischen Finanzvertreters:
Handelsblatt vom 19.7.2023
„Gold ist ein Rohstoff mit einem fundamentalen Knappheitswert. Das kann man nicht vergleichen mit einem digitalen Token.“
Ok, da musste ich erstmal durchatmen! 😂 Ich meine der Mann (Volker Brühl) ist Geschäftsführer des Center for Financial Studies in Frankfurt. Jeder der sich wenigstens ein bisschen mit dem Thema befasst hat, wüsste es besser.
Bitcoin ist digitale Knappheit
Das Erste was wahrscheinlich jeder zu Bitcoin hört ist seine Begrenzung auf maximal 21 Millionen Coins. Mehr wird es nie geben. Eine mithilfe von Kryptographie konstruierte digitale Knappheit. Und von den max. 21 sind bekanntlich bereits Millionen Coins auf nicht mehr zugänglichen Wallets verloren und mehr als 1 Million hält Satoshi selbst und bewegt sie nicht mehr.
Zudem ist Bitcoin kein Token, sondern ein Coin. Ein Token hat keine eigene Blockchain. Es sei denn man versteht den Begriff allgemeiner als eine Art Wertmarke, dann könnte man wohl auch Bitcoin als Token sehen. Persönlich glaube ich aber der Mann hatte keine Ahnung wovon er da redet.
Wie ihr merkt, habe ich mich etwas geärgert über diese Sache und war enttäuscht, dass man beim Handelsblatt solche schlichtweg falschen Aussagen übernimmt. Denke halt das verwirrt oder verunsichert Leute die sich möglicherweise für Bitcoin interessieren und verbreitet FUD.
Wie seht ihr das? Zurecht geärgert oder hab ich mich nur was reingesteigert? 🫣😜