Liebe Leserinnen, liebe Leser
Meine Tochter liebt allerlei Früchte, am allerliebsten aber hat sie Beeren. Erdbeeren, Himbeeren, Johannisbeeren oder natürlich Brombeeren.
Sobald irgendeine Art von Beere auf dem Tisch steht, will sie nichts mehr Anderes und das größte für sie ist, wenn sie die kleinen Früchte direkt vom Strauch pflücken kann.
Beobachtet man kleine Kinder in diesen Momenten, in denen sie etwas Tolles für sie unerwartet bekommen, dann sieht man in ihrem Gesicht, aber vor allem in den Augen, ein Strahlen.
Es ist das Strahlen der Freude. Freude: Reine, ehrliche, innerste Freude.
Und wir Erwachsene können dann gar nicht anders, als uns mitfreuen. Wir freuen uns mit, weil es ansteckend ist. Wichtig bei dieser Art der Freude, es gibt für uns keinen Eigennutz, wir ermöglichen dem Kind etwas, dass es sich selbst nicht ermöglichen kann. Wir haben nichts weiter davon, als ein fröhliches Kind.
Schon in der Antike wusste man um die Kraft der Freude. Und so gibt es in allen Kulturen rund um die Welt eine lange Tradition des Freude-Bereitens. Dies hat unterschiedlichste Formen, bei uns sind Geschenke üblich, kleine Aufmerksamkeiten wie Blumen oder Schokolade z. B. Es bedarf aber nicht immer eines äußeren Auslösers für Freude, wie schon Seneca der Ältere wusste:
«Ich bin dankbar, nicht, weil es vorteilhaft ist, sondern weil es Freude macht.»Quelle: Internet / Seneca
Da kommt die Freude von innen, einfach durch Dankbarkeit. Dankbar sein kann man für ganz vieles im Leben, auch über die einfachen Dinge.
Leo Tolstoi erhebt die Freunde sogar zur eigentlichen Bestimmung des Lebens und folgt damit dem weisen Epikur, in dem er sagt:
«Aufgabe des Lebens, seine Bestimmung, ist Freude. Freue dich über den Himmel, über die Sonne, über die Sterne, über Gras und Bäume, über die Tiere und die Menschen.»Quelle: Internet / Tolstoi
Den Kindern gelingt dies noch unvoreingenommen. Wir verlieren diese Eigenschaft im Laufe unseres Lebens etwas. Bzw. wir sind uns der vielen Freuden, welche einfach so da sind, oft nicht bewusst. Oder wir sind nicht dankbar dafür. Wenn ein Mensch die Freude verliert, verliert er den Antrieb. Er wird missmutig und depressiv. Solche Phasen kennen viele in ihrem Leben und da helfen gute Menschen im eigenen Umfeld, die einem ab und an eine Freude bereiten.
Eine wichtige Unterscheidung scheint mir diejenige von Vergnügen und Freude. Vergnügen ist etwas Flüchtiges und wir Menschen können süchtig danach werden. Oft ist Vergnügen nur durch Besitz möglich, meist materieller Natur. Wahre, innere Freude benötigt aber keinen Besitz.
Damit möchte ich keineswegs zeitweilige Vergnügungen abwerten, aber aufzeigen, dass dieses nicht so etwas Großes wie Bestimmung sein kann. Ganz im Gegenteil, hängt unser Gemütszustand nur noch von Besitz ab und tun wir nichts mehr ohne Eigennutz, dann werden wir krank.
Den Dingen Raum geben, die wahre und wirkliche Freude bereiten, ist die Medizin gegen diese Krankheit. Bewusste Wahrnehmung und Dankbarkeit sind Grundbausteine für ein freudiges Leben.
Wir alle wissen, dass das Leben aber oft nicht freudig und leicht ist, deshalb brauchen wir Menschen, die uns hin und wieder daran erinnern. So möchte ich euch dazu ermuntern, liebe Lesende, den Menschen in eurem Umfeld mal wieder eine Freude zu bereiten, ganz ohne Eigennutz, nur um der Freude willen.
Weil alle guten Dinge drei sind, zum Schluss noch ein Zitat des Schweizer Dichters Carl Spittler
«Ein Herz muss dann und wann an seinem Glück sich laben, es muss der Liebe viel und etwas Frohsinn haben.»
In diesem Sinne wünsche ich euch ein freudiges Wochenende. 😃
Bis bald