Zugegeben, nicht nur aus einer Laune heraus ging es ein erweitertes Wochenende in den Wald. Konkret in ein umzäuntes Waldstück ohne jegliche Infrastruktur, das einige Relikte aus Weltkrieg II beherbergt. Ich bin da nicht nur verantwortlich dafür, dass keiner zu Schaden kommt, sondern maßgeblich an der Erforschung des Objektes beteiligt. Das entsprechende Buch ist in zwei Auflagen ab 2002 erschienen und schon lange vergriffen. Es muss also eine Neuauflage her, die auch neue Erkenntnisse enthält. U.a. wurden neue Bauteile einer bisher unbekannten Antennenanlage ausgegraben, deren genaue Position im Gelände zu vermessen war. Über das Objekt werde ich mal gesondert was schreiben. Es war also eher ein Arbeitsausflug ohne Hetzerei.
Zuerst mal musste die Unterkunft gebaut werden. Da ich nur von Donnerstag bis Sonntag bleiben wollte (die wahrscheinliche Lücke zwischen zwei mal Waldbrandwarnstufe 5...) habe ich nur das ganz kleine Zelt mitgenommen. Na gut, zugegeben - auch, weil der Aufbau villenartiger Gebilde jede Menge Arbeit macht und für drei Tage nicht lohnt.
Isomatte und Schlafsack rein, fertig. Wer auch so ein Zelt haben möchte - kauft nur welche, die auch ein Innenzelt haben. Ohne so ein Innenzelt ist die Luftfeuchtigkeit im Zelt nicht zu regulieren. Es tropft dann von der Zeltbahn ins Gesicht und das sorgt für schlechten Schlaf und klamme Kleidung.
Als nächstes noch schnell das Toilettenzelt. Das ist so ein billiges Wurfzelt fragwürdiger Qualität, erfüllt aber seinen Zweck. Nun könnte man sagen, du bist doch im Wald, was solls? Spaten und Papier und erledigt... Könnte man machen, ist aber eine große Sauerei, wenn man bei nachfolgenden Arbeiten auf seine Hinterlassenschaften trifft. Da man ja mit Kfz hinfährt, ist der Transport der Campingtoilette kein Problem und die bessere Lösung.
Dann braucht es noch einen stabilen Tisch, einen Stuhl und das Lager ist eingerichtet. Der Stuhl steht vor Ort in einem verfallenen Gebäude, als Tisch dient ein altes Betonfundament eines Übertragers der Antennenanlage. Wasserkanister, Kocher und Utensilien auf den Tisch.
Fertig ist das Basislager.
Gearbeitet wurde übrigens auch. Die Fundamente der neuen Antennenanlage eingemessen.
Die Bilder der Überwachungskameras ausgelesen.
Und natürlich der Müll anderer aufgelesen sowie die Vandalismussschäden begutachtet.
Letztlich war noch genügend Zeit, ein bisschen Amateurfunk zu betreiben und sich an der Natur zu erfreuen.
Dabei sind auch die Bilder für das Frühlingssammelsurium #2 entstanden, das ich morgen online stellen werde.
Die gute Nachricht zum Schluss: Das Bier ist in gemeinschaftlicher Anstrengung auch alle geworden...