Seit diesem Jahr ist es verpflichtend für alle Restaurants, dass man nicht nur Einwegverpackungen sondern auch Mehrwegbecher anbieten muss.
Das trifft natürlich hauptsächlich die Fast-Food-Ketten. Bisher war es ja gang und gebe, in diesen Restaurants nur die billigen Wegschmeißbecher zu verwenden.
Das spart Arbeit und verringert die Kosten extrem.
Mit etwas Glück landen die Verpackungen auch noch auf der Straße oder der Natur und noch nicht mal die Müllkosten müssen dafür dann gezahlt werden.
Ein normales Restaurant rechnet pro Glas zwischen 1 und 1,5 Euro Aufpreis pro Getränk, da die Kosten für Lager, Bruch, Beschaffung und Spülen natürlich irgendwie an den Kunden weitergegeben werden müssen.
Wen wundert es also dann, dass dieser Industriezeig sich massiv gegen dieses Gesetz gewehrt hat, den diese 1 Euro bis 1,50 Euro sind dort ein reiner Mehrgewinn. Per Verkaufspreis ist ja fast identisch mit normalen Restaurants der gleichen Kategorie.
Bevormundung, Verbotsgesetz, eingreifen in die Marktwirtschaft waren einige der Schlagwörter. Aber nach Jahren der Versuche, dass dieser Industriezweig in Selbstverantwortung das Müllproblem löst, kam es letztendlich doch, dass man die Restaurants zwingen musste, auch Mehrwegverpackungen einzuführen.
Die Idee ist ja eigentlich ganz gut. ABER....
Ich war selbst vor ein paar Wochen wieder bei MCDonalds im Restaurant.
Zunächst war ich sehr begeistert. Bei dem Automaten, an dem man das Essen bestellt, wird man gefragt, ob man Mehrweg oder Einwegverpackungen möchte. Natürlich habe ich Mehrweg genommen.
Das lief auch Reibungslos.
Nach dem Abholen der Bestellung sind wir zu den Tischen gelaufen und was mussten meine traurigen Augen sehen: In dem fast voll besetzten Restaurant, waren wir tatsächlich die einzigen mit dieser Verpackung.
Ausnahmslos hatten alle anderen Gäste wohl die Taste nicht gesehen oder mit Absicht nicht die umweltfreundliche Alternative gewählt.
Ich war und bin fassungslos.
Es war doch so einfach und besser geschmeckt hat die Cola aus dem festen Behälter auch noch.
Die Rückgabe war dann auch relativ einfach und dauerte nur wenige Sekunden.
Also an was kann das liegen?
Natürlich an den zwei Euro Pfand. Das ist logisch. Für diese 2 Euro muss man schon etwas tun. Man muss den Pfand wieder holen. Umsonst ist nur der Müll.
Hm.
Wie könnte da wohl die Lösung sein?
Da muss ich gar nicht so weit denken.
Ich habe ja selbst ein Restaurant. Und um ehrlich zu sein, ich habe noch nie ein Pfand für meine Gläser, Teller oder Besteck verlangt. Wenn ich das tun würde, hätte ich sicher ganz schnell keine Gäste mehr.
In einem Fast Food Restaurant wird aber darüber hinweggesehen. Da zahlt man das gerne. Oder halt auch nicht.
Vielleicht muss man einfach in eine andere Richtung denken. 2 Euro Pfand für Einweggeschirr und nix für Becher, die man im Restaurant verwendet. Dann wäre es ganz schnell gelöst, das Problem mit den Müllbergen auf der Straße.
Aber da kommen sicher wieder welche mit: Es ist ein Menschenrecht, das man Einweggeschirr für völlig umsonst in die Natur pfeffern darf.