Diese Frage stellen sich nicht nur die Berliner zur Zeit. Was weitsichtige Ökonomen bereits zur Einführung des Mietdeckel vorhergesagt haben, ist auch so eingetroffen. Es ist eben sehr hilfreich, wenn man sich mit Praxeologie respektive dem menschlichem Streben nach seinem Glück beschäftigt.
Kein Mensch wird es ohne Ausweichverhalten hinnehmen, dass ihm ein Teil seines Wohlstandes per Gesetz einfach so getrichen bzw. gemindert werden soll.
So ein Gesetz hat einen Preis! Leider einen hohen Preis, den nun alle Mieter zahlen müssen, auch die, die sich eine Entspannung auf dem Wohnungsmarkt erhofft haben.
Was waren damals die vorhergesagten Folgen und nun auch die eingetretenen?
Das Umlegen von Modernisierungskosten wurde erheblich erschwert. Darunter leidet die Rentabilität von Mietwohnungen. Vermieter werden deutlich weniger in den Bestand investieren. Die Qualität des Angebots wird entsprechend abnehmen und Modernisierungsmaßnahmen, selbst geförderte, werden zurückgehen.
Wird das Preissignal für Mieten am Markt ausgeschaltet, werden Vermieter eher an jene Gruppen vermieten, die am wenigsten Probleme bereiten – z. B. solvente Doppelverdiener ohne Kinder. Oder Beamte. Also Personen, die ohnehin schon gut situiert leben.
Wenn sich das Vermieten nicht mehr rechnet, werden die Eigentümer ihre Wohnungen eher verkaufen als vermieten, weil sie ihre Hypotheken nicht länger bedienen können oder weil sie schlichtweg keinen Lust auf Bürokratie und Bußgelder haben. Prominentes Beispiel ist Dr. Dr. Rainer Zitelmann, der ein Großteil seiner Berliner Wohnungen vor Jahren schon veräußert hat (siehe hier). Der Bestand an Wohnungen geht dann unweigerlich zurück.
Genau das passierte und passiert gerade in Berlin.
Es ist aber noch was interesantes geschehen. Weil Vermieter von der Verfassungswidrigkeit des Mietendeckels ausgehen, haben sie Klauseln in ihre Mietverträge aufgenommen, die besagen, dass die neuen Mieter nach dem Kippen des Gesetzes die verlustiggegangene Miete nachzahlen müssen. Da viele Mieter Not haben, eine Wohnung zu finden, unterschreiben sie naturgemäß diese Verträge, weil sie vielleicht insgeheim hoffen, dass das Gesetz entweder Bestand hat oder nur für die zukünftige Miete gilt und nicht rückwirkend aufgehoben wird. Aus Ungewissheit legen sich jedoch die Menschen Geld zrurück, dass sie selbstverständlich gern für andere Dinge verwenden würden. Ein abstruses, aber nachvollziebares Verhalten.
Damit aber nicht genug. Einige Branchen, wie z.B. Handwerker jeglicher Coleur werden diesen Investitionsstau schmerzlich in ihren Auftragsbüchern vermissen. Denn in einer Umfrage des BFW heißt es:
... kurz nach der Bekanntgabe des rot-rot-grünen Senats zum Erlass eines Mietendeckels, hatten 61 Prozent der Unternehmen angegeben, Investitionen zu stoppen oder ganz aufgeben zu wollen. Auf geplante Modernisierungen wollten 59 Prozent der Unternehmen verzichten." Link
Der Schaden ist groß, Linke und Grüne toben ohne zu wissen was sie da angerichtet haben, die Vermieter sind sauer und die Mieter verunsichert oder verzweifelt, weil sie keine Wohnung finden. Ökonomische Chaostage!
Was hilft?
Bauen und den Mietendeckel sofort zurücknehmen!
Die Städte müssen mehr Bauflächen ausweisen und die Bauämter müssen Anträge im Rekordtempo durchwinken. Dabei müssen Regulierungen, die die Art und Weise der Pflasterung der Aufahrten, die Farbe der Dachpfannen oder die Beschaffenheit des Putzes bestimmen wollen, sofort abgeschafft werden.
Nur so sinken die Preise nachhaltig.
Und zwar schnell.