Am Wochenende besuchte ich das Horch-Museum in Zwickau. August Horch war der Gründer von Audi (lat. für "horch") und ein typischer Vertreter geschäftstüchtiger Ingenieure deutsche Zunft um die Jahrhundertwende. Die Ausstellung dreht sich hauptsächlich um Autos aus den ersten Jahrzehnten des 20. Jhd. und um den in Zwickau hergestellten Trabbi. Da aber bis heute noch Automobilindustrie in der Region beheimatet ist, hat VW der Ausstellungen noch einen kleinen Stemple aufgedrückt (Audi gehört seit 2020 100% zum VW-Konzern). Und dort fiel mir ein Elektromotor-Projekt aus den frühen 90ern ins Gesicht, der City Stromer.
| VW Golf III | VW ID.3 | Faktor |
|---|---|---|
| 17,5 kW | 107–150 kW | 7,3 |
| 100 km/h | 160 km/h | 1,6 |
| 50-90 km | 300-420 km | 5,1 |
| 1500 kg | 1772–1934 kg | 1,2 |
| 24.750€ | 39.995€ | 1,6 |
Gegen seinen Benzin-Konkurrenten hat es sich damals nicht durchgesetzt, was wohl auch an dem staatlichen Preisunterschied gelegen haben mag. Ein normaler Golf kostete die Hälfte. Der Preisunterschied ist gleich geblieben, die Leistung des E-Motors hat sich durchaus verbessert. Das 2023 Modell von VW kommt weiter, obwohl es schwerer ist. Effizienzgewinn liegt ungefähr bei Faktor 5-7. Der ID.3 ist aber deutlich teurerer als der Citystromer. 60% Aufschlag ist ungefähr das, was die Mark durch den Euro an Kaufkraft bis heute verloren hat. Richtig attraktiv wird E-Mobilität wohl erst, wenn es alternativlos wird, also alle günstigen Verbrenner verboten werden.