Während russische und Donezker Einheiten in deutlicher Unterzahl die ukrainische Armee Stück für Stück zerlegen, und während unsere Granden samt gleichgeschalteter Qualitätspresse davon fabulieren, dass die Ukraine die russische Armee zerlegt, musste Leroy anderen Dingen nachgehen.
Weltlichen Dingen. Vornehmlich seiner Arbeit. Folgende Grafik spiegelt das gut wider:
Der arme Leroy, der eigentlich am liebsten zu Fuß läuft oder auf seiner Datsche abhängt, musste also mal wieder den dynamischen und hochinteressierten Zeitgenossen mit Business-Ambitionen mimen. Was er noch halbwegs hinkriegt, wenn auch mit immer größeren Bemühungen und höherem Dauerpegel.
Diesmal hat es ihn ins Baskenland verschlagen.
Die Basken haben mit den Spaniern so viel zu tun wie Arschbacken mit Kuchen Backen.
Außerdem ist es dort grün. Man säuft und frisst, bis der Arzt kommt; und zwar auf höchstem Niveau. Die Frauen sehen meist aus wie Ackergäule, dafür sind die Männer noch Männer. Die Sitten sind herzlich und ziemlich rustikal.
Kurzum: im sog. Westen einer der wenigen Flecken, wo man es noch aushalten kann, ohne dass einem rosa Hörner aus dem Arsch kommen.
Ein besonderes Highlight und gleichzeitig ein Stück Kulturunterricht war der feierliche, einmalige Zutritt Leroys in eine sog. Sociedad Gastronomica. Davon gibt es im Baskenland Dutzende.
Was verbirgt sich dahinter?
Ein Männerklub!
Was dem Deutschen sein Schützenverein, ist dem Basken seine gastronomische Gesellschaft. Hier ist man unter sich. Einlass nur für Klubmitglieder, hin und wieder sind Gäste zugelassen. Frauen sind grundsätzlich verboten, und wenn sie ausnahmsweise zugelassen sind, haben sie Zeter- und Meckerverbot und dürfen außerdem die Küche nicht betreten. Denn kochen tun im Baskenland: die Männer.
Ist auch besser so, denn Männer machen eigentlich fast alles besser als Frauen. Jedenfalls wenn sie Bock haben.
Mit Vorstand, Schriftführer, Kassenführer, Putzplänen, Einkaufsbeauftragten und allem drum und dran.
Man trifft sich einmal oder zweimal die Woche zum Essen. Es gibt eine Profiküche und volle Kühlschränke und Weinkeller. Ein Restaurant zum Selbstkostenpreis sozusagen.
Die sitzen da fünf Stunden, und jeder säuft mindestens 3 Flaschen Sidra oder Rioja (natürlich nur aus dem baskischen Teil der Rioja). Amuse Geule, Vorspeise, Suppe, Hauptspeise, Nachtisch, Kaffee, Schnaps.
Und ein Geschrei!
Für die Ukraine interessiert man sich in diesen Breitengraden genauso wenig wie für Covid oder sonstigen gerade aktuellen heißen Scheiß. Es ist auch nicht so heiß wie im "nicht-grünen" Spanien.
Falls man - was die Regel sein dürfte - nicht die Möglichkeit hat, in eine solche Sociedad Gastronomica reinzuschnuppern, dann bleiben massig wirklich obererstklassige Pintxos-Bars. Oder, für die etwas besser Aufgestellten, etliche Sternerestaurants.