Entweder lebst Du auf Kosten anderer oder andere leben auf Deine Kosten. So einfach ist das. Triff Deine Wahl!
Mit dem Spruch reagierte Leroys abgebrühter Banker-Kumpel aus Russland vor vielen Jahren lächelnd auf dessen damals recht naiven Einlassungen in irgendeiner sinnlosen politischen Diskussion.
Daran musste Leroy denken, als er neulich eine ganze Nacht nicht schlafen konnte, sich halb zu Tode kratzte und sich völlig verbeult, angeschwollen und geschunden im Hotelbett hin- und herwälzte.
Man kennt das. Einer ist immer der Doofe. Wenn es um Insektenstiche, Pickel, Sonnenbrände und ähnliche Ungeschicke geht, ist das meistens Leroy. Daran hat er sich schon gewöhnt. Er kriegt alles ab und alle anderen in der Nähe nichts.
Dabei kann ich eben keine Wahl treffen. Anders als beim Eingangszitat.
Damit hab ich mich auch schon lange abgefunden und nehme es im Normalfall achselzuckend hin.
Sonst hört man sie kommen und angreifen, ganz gleich ob als Einzelkämpfer oder als Armada. Man hat die Möglichkeit, den Kampf aufzunehmen. Eine faire Chance also.
Aber diesmal war es anders. Diese Stechmücken hörte man nicht. Auch das geschlossene Fenster schreckte sie nicht ab. Das mehrfache Aufstehen und Abduschen brachte auch nichts. Selbst die Flüche, die Leroy gen spanischen Himmel schickte und in denen er alles verwünschte, was südlich der Alpen liegt, blieben wirkungslos.
Es waren eben nordspanische Halbsumpf-Killermoskitos, die geil auf deutsches Frischfleisch waren.
Meine Frau hatte natürlich mal wieder nichts abbekommen. Gar nichts. Null. Nada.
Als Leroy im verbeulten Mietwagen auf einmal seinen Arm vor Schmerzen kaum noch bewegen konnte und eine Zombiehand entwickelte, während sein kompletter Arsch und Rücken juckten wie Bolle, deutete sich an, dass die sorgenvollen Blicke seiner Frau am Morgen nicht ganz unberechtigt waren.
Fünf Minuten später war er der Superstar in der örtlichen Apotheke.
Jede Apothekerin und auch anwesende Gäste durften Leroys zerstochenen Hintern begutachten.
Langer Rede kurzer Sinn: Es gibt noch Bettwanzen in Europa. Und auf die reagiert, wenn sie massiv angreifen, so manch einer allergisch. Leroy hatte ca. 300 Bisse.
Ein paar Tage Fieber und Dösen mit Antihistaminika und Kortison stutzten den Teutonentouristen dann wieder auf Normalgröße.
Und die Moral von der Geschicht:
a) Es gibt keine lautlosen Stechmücken. Auch nicht in Spanien.
b) Schlaft nie in Hotels, in die man seinen Köter mitnehmen darf. Jeder zweite Hundebesitzer lässt seine Töle im Bett schlafen.
c) Man sitzt in Bus, Zug und S-Bahn immer alleine, wenn man kurze Ärmel trägt.