Man hat heutzutage values, die man vertritt und die einem total wichtig sind. Eingebettet in eine Philosophie natürlich. Gewinn ist öde - das will keiner machen. Alle wollen total gut sein.
Das erinnert mich immer an das Gelaber von Blockflöten, die von "unseren Werten" fabulieren. Was sie damit meinen, bleibt allen Beteiligten unklar, da wir keine Werte haben. Toleranz z.B. ist kein Wert, sondern nur inhaltsloses bzw. beliebiges, dummes Gelaber von moralisierenden Egoisten. Man gönne sich mal den Spaß und frage so eine Hohlbirne, welche Werte sie meinen. Das Gestotter darauf entschädigt für den erduldeten Wortschwall.
Selbst Anwälte haben heute Werte, für die sie einstehen. Transparenz, Nähe, Empathie zum Beispiel. Heißt: "Wenn Du mir 250 Euro die Stunde zahlst, kannste mir gerne das Ohr abkauen, was Deine Ex für ne Schlampe war. Ich geb Dir sogar recht." Es geht natürlich nicht um maximales Abkassieren. Nein! Anwalt wird man aus Leidenschaft, und Jura studieren ist voll aufregend! Da ist Kohle nebensächlich.
Anwalt ist sowieso ein geiles Geschäftsmodell - da kriegst Du Deine Kohle, unabhängig davon, ob Du gewinnst oder verlierst. Jeder Brief, den sich Anwälte so gegenseitig schreiben, kostet Geld. Die lachen sich tot über die Streithammel. Lizenz zum Gelddrucken und Verarschen.
Da wir keine Werte haben, drehen auch übrigens alle durch im Westen bei jeder Kleinigkeit.
In dieses Vakuum drängen solche, die zurück wollen - was natürlich unmöglich ist, und solche, die zwar aus der Steinzeit kommen, aber eben Werte haben. Denen kommst Du auch nicht mit Quellenkritik und Dekonstruktion, da gibt es im besten Fall direkt auf die Fresse.
In dem Zusammenhang sind Leroys Werte interessant. Zum Beispiel, dass die Frau dem Mann gehorchen muss. Daran hält sich zwar meine Frau nicht, aber wenigstens ich. Den Wert hab ich und den kann mir keiner nehmen. Er gibt mir innere Kraft und Halt in einer Welt, die voller Unsicherheiten ist.
Die Welt war nämlich schon immer ein ziemlich ungemütlicher Platz und kein Kuschelzoo, der auf das Kommando von infantilen Moral-Jakobinern hört. Wer Werte hat, fürchtet sich weniger.
Ist es beispielsweise nicht toll, wenn man an den Himmel glaubt? Es ist nicht nur toll, sondern auch sinnvoll und richtig.
Lustig ist es, wenn Leute ohne Werte Leuten mit Werten die Welt erklären wollen. Das ist wirklich lustig. Derjenige, der keine Werte hat und die Welt erklären will, ist meistens jemand, der irgendwas studiert hat und gelernt, Dinge, Begriffe, Ideen und ähnliches zu dekonstruieren und seinem vermeintlich abergläubischen, dummen Gegenüber darzulegen, dass alles, woran er glaubt, in Wirklichkeit primitiver Bullshit ist.
Tatsächlich ist er selbst der Idiot, er merkt es aber nicht, weil er sich aufgeklärt wähnt und den Glauben seines Gegenüber an Gott, Allah oder Buddha für kindische Dummheit hält.
Daher hat man jetzt zusätzlich zur Aufgeklärtheit noch values und beschwört seine Werte. Wenn man dann trotzdem durchdreht, geht man halt zum Psychologen. Bei Burnout oder Depressionen landet man beim Psychiater und bekommt Psychopharmaka.