Leroy folgt bei Telegram nicht nur den Kanälen der Guten und Gerechten und der Qualitätspresse, sondern auch Ausgeburten der Hölle, Bösen und Hetzern.
Nur so zum Spaß und zur Abwechslung versteht sich. Gleichsam zur Kräftigung der moralischen Standfestigkeit.
Einer, dem Leroy folgt, ist der Putin-Intimus Dmitri Medwedjew, ehemaliger Präsident der Russländischen Föderation, ehemaliger Ministerpräsident der russländischen Föderation und zur Zeit Vorsitzender der Partei "Einiges Russland" - außerdem stellvertretender Leiter des Nationalen Sicherheitsrats.
Also nicht irgendeine Pappnase.
Und definitiv ein Sprachrohr des Feindes, der dummerweise aber all die Ressourcen hat, die wir so dringend brauchen, um weiterhin Retter von allem und jedem zu spielen. Und den man eigentlich gar nicht zitieren darf.
Es sei denn zur Abschreckung. Oder zur Förderung der Gelehrsamkeit.
Für seine lieben Follower hat Leroy daher einen heutigen Post von Medwedjew quick&dirty gefechtsmäßig übersetzt. Einen Post, den er für recht bemerkenswert hält.
Voila:
Über die Inquisitoren
Wir sehen heute mit eigenen Augen, was Europa fast ein ganzes Jahrtausend gesehen hat und wofür die römisch-katholische Kirche Ende des XX. Jahrhundert Abbitte geleistet hat. Es geht um die Inquisition.
Die jetzigen Sanktionen der westlichen Welt gegen den russländischen Staat, seine Wirtschaft und seine Geschäftsbeziehungen erinnern an die Methoden der „Inquisitio Haereticae Pravitatis Sanctum Officium“.
Sie dachten sich die Anschuldigungen selbst aus, sie folterten selbst, sie saßen selbst zu Gericht und sie verbrannten die Häretiker selbst. Wie es in solchen Fällen oft üblich ist, waren religiöse Fragen so ziemlich das Letzte, wofür sich diese mit ungeheurer Macht ausgestatteten „Rechtsgelehrten“ interessierten. Sie brachten Unbequeme um, sie veranstalteten einen regelrechten Raubzug und eigneten sich ihr Gold, ihre Immobilien und sonstiges Eigentum an. Zunächst die weltlichen Segnungen - dann erst der Kampf für die heilige Sache.
Die Entlarvung der Inquisitoren, die nahezu berauscht waren von der Straflosigkeit, die ihnen gewährt wurde, kam einem Todesurteil gleich. Die päpstliche Inquisition veranstaltete Hinrichtungen ja nicht nur und nicht in größtem Umfang wegen häretischer Ansichten – siehe Giordano Bruno.
Die Beamten der uns unfreundlich gesonnen Staaten und die EU-Bürokraten sind nicht weit davon entfernt, unsere Unternehmer auf den Scheiterhaufen werfen zu wollen. Ansonsten liegen bereits alle Merkmale der Inquisition vor.
Als Anklagegrund reicht die Zugehörigkeit zum „bösen“ Staat Russland. Beweise sind nicht nötig, die Unterstellung der Mittäterschaft (Beziehungen zur Macht) reichen aus. Zeugen werden nur zugelassen, wenn sie vonseiten des Großinquisitors kommen (USA bzw. ihre europäischen Lakaien). Debatten oder Einsprüche werden während des Inquisitionsprozesses nicht zugelassen (das beschuldigte russische Unternehmen hat kein Anrecht auf einen Anwalt). Das war es. Attacke! - auf Wiedersehen - „debita animadversione puniendum“!
Wo bleiben hier die allgemeinen Regeln des bürgerlichen Rechts und Fortschritts, wo ist hier das heilige Recht auf Eigentum? Alle Konten und anderes Eigentum wird verhaftet auf der Grundlage von Beschuldigungen des Inquisitors. Weiterhin kann dann eine Entscheidung über die Konfiszierung zugunsten von Personen erfolgen, die ebenfalls vom Inquisitor benannt werden.
Was soll denn bitte noch kommen?
Die Inquisition wurde von einem ganz normalen Gericht durchgeführt. In der Regel wurde die Todesstrafe ausgesprochen, soweit die Kirche ihn als überführt im Hinblick auf häretische Ansichten ansah. Eine Revision oder höhere Instanz wurden praktisch nie zugelassen.
Nun – immerhin das gibt es heute: es gibt ein Verfahren zur Anfechtung der Entscheidungen des Großinquisitors. Einspruchsverfahren laufen entweder nach angelsächsischem Vorbild (Fallrecht) oder nach kontinentaleuropäischen, kodifiziertem Recht. Vor diesen Gerichten besteht die Möglichkeit, Fehler der Inquisition( also der Behörden der USA und ihrer Marionetten) zu korrigieren.
Mehr noch: der Gerechtigkeit halber muss man zugeben, dass die Gerichte der westlichen Länder eine relativ hohe Unabhängigkeit genießen. Rechts- und Verfahrensnormen können durch Uncle Sam und Oma Europa nicht so einfach ausgesetzt werden, wie das einigen Politikern möglich erscheint. Ungeachtet der bereits krankhaften Russophobie, die das Recht erschüttert und den Verstand benebelt haben.
Der Kampf gegen Russland ist ausschließlich auf Emotionen gefußt, ohne jeden gesunden Menschenverstand oder auch ohne Beachtung geltenden Rechts. Niemand macht sich die Mühe, tief in die eigene Gesetzgebung einzutauchen oder in die Tiefe des Fallrechts vorzustoßen, d.h. jahrhundertelang geltende Prinzipien anzuwenden, auf denen das System basiert.
Warum sollte man das auch, wenn es so leicht und ungezwungen funktioniert, anderen einfach das wegzunehmen, was einem nicht gehört?
Die neu entstandenen Inquisitoren fackeln nämlich nicht lange.
Unsere Gegner sollte man offen als das benennen, was sie sind: Feinde Russlands, die danach streben, das Recht auf Eigentum im Hinblick auf russische Unternehmen abzuschaffen. Sie sollten allerdings wissen, dass sie mit Gerichtsverfahren in großer Menge konfrontiert werden.
Sowohl innerhalb der USA auch innerhalb Europas – wie auch vor internationalen Gerichten. Dann wird man sehen, was das hochgelobte westliche Rechtswesen schützen wird: den Raubzug der Inquisitoren oder die gerechten Forderungen der Eigentümer.
Dies wird um so interessanter, als die ganze Welt diese Prozesse sehr aufmerksam verfolgen wird. Denn von der westlichen Jurisdiktion sind ja nicht nur russische Vermögenswerte betroffen: vor Gesetzlosigkeit ist dann keiner mehr geschützt.
Falls aber die richterliche Unvoreingenommenheit und die Gleichheit aller vor dem Gesetz auf dem Altar des politischen Hasses des Westens gegen Russland geopfert wird? Was bleibt dann?
Mit Sicherheit: Das ius ad bellum. Das Recht zum Krieg.