Manchmal hat man einfach die Schnauze voll. Geredet und lamentiert wurde einfach zu lange und irgendwann ist es dann schließlich genug. Dann gibt es nur noch JA oder NEIN, und für irgendetwas lauwarmes dazwischen gibt es einfach keinen Platz. Und vor allem keine Lust, irgendwelche Kompromisse mehr auszuleuchten und auszudiskutieren.
Vielleicht bin ich auch zu leicht zu enttäuschen und meine Erwartungen sind einfach zu hoch gesteckt. Aber wenn dann wieder einmal wie gerade jetzt der Frust in mir hochkommt, würde ich am liebsten auch mal alles hinschmeissen und gründlich Schluss machen. Natürlich bin ich dann doch nicht ganz so spontan und überlege lange, über das richtige Was und Wie in jeder Situation. Und ich frage mich dabei auch, ob meine Forderungen nicht eigentlich überzogen und unrealistisch waren.
Wenn dann der Anlass des aktuellen Aufregers aber einige Monate zurück liegt, hat man zwar einerseits einen besseren Blick auf die ganze Angelegenheit und vor allem ein wenig Abstand, aber es fehlen einen dann manchmal auch einige wichtige Bezugspunkte, welche mit der Zeit ein wenig in Vergessenheit geraten können. Oft hängt Frustration, Ärger und Enttäuschung mit fehlender Wertschätzung zusammen, welcher sich in unterschiedlichster Form ausdrücken lässt. Aber wenn es genau daran mangelt und sich zusätzlich auch noch ein fehlender Wille zur schlichtenden Kommunikation und eventuellen Eskalation zeigt, muss sich keiner wundern, wenn sich auch die nichtigsten Unstimmigkeiten plötzlich hochschaukeln und die Stimmung umschlagen tut.
Die aufgestaute Anspannung braucht dann nur noch den berühmten und wohl auch berüchtigten Funken, der einen hinter den "Point of no return" führt. Dort sitzt man dann schnell entflammt und heiß gelaufen und hat eigentlich gar keine Lust, auf einmal zu reden anzufangen. Jetzt gilt nur noch Ja der Nein. Ob oder ob nicht! Die dabei sichtbar werden Konsequenzen werden genau wahrgenommen und registriert.
Dabei ist man leider selber auch nicht immer souverän und innerlich doch eher unsicher und zweifelnd. Aber wahrscheinlich ist es einfach auch mal Zeit, Brücken abzubrechen oder vielleicht auch mal zu sprengen. Klar wäre es besser, sich einen gesichtswahrenden Ausweg offenzuhalten, und einen für beide Seiten annehmbaren Kompromiss zu suchen. Aber wie eingangs erwähnt, fehlt dazu gerade einfach die Lust und der Wille. Zumindest auf meiner Seite dominiert gerade die Tendenz, einen Schlussstrich zu ziehen und meine Gedanken und meine Zeit lieber angenehmeren Dingen zu widmen. Den letztendlich war der Anlass der derzeitigen Unstimmigkeiten nur der letzte Nagel im Sarg einer nicht wirklich befriedigenden Beziehung, welche wohl schon viel zu lange währt und welche die eigene Laune schon viel zu oft beeinträchtigt hat.
Die Gedanken kreisen derzeit und sind eigentlich gar nicht willkommen, weil für das Große und Ganze auch nicht wirklich wichtig und bestimmend, und daher eher lästig, Deshalb schiebt man lieber die entgültige Entscheidung, das sogenannte letzte Wort, noch ein wenig vor sich her und macht in dieser Situation das, was man doch eigentlich viel öfter machen sollte. Schluss für heute und endlich mal pünktlich ins Bett gehen. Bei dieser Option kann man doch eigentlich gar nichts falsch machen.