Es ist schon einige Jahre her, als ich das erste mal meinen Fuß auf japanischen Boden gesetzt hatte. Damals bin ich ganz unbedarft in dieses für mich noch eher geheimnisvolle Land gestolpert und seit dem in unzählige Fettnäpfchen getreten. Es gab viel zu entdecken und für vieles immer wieder ein mal mehr mal weniger aufregendes "erstes Mal".
Wie zum Beispiel meinen ersten Tempel, den Ohishi-ji in der Shizuoka-Präfektur. Nach einigen ersten heißen Tagen in der Metropole Tokio was es sehr angenehm mal mit dem Auto umher zu fahren und ein wenig Land und Leute anzuschauen. Und auch wenn es hier genau so heiß und schwül war wie in der Stadt, waren die ersten Eindrucke wirklich beeindruckend, und auch der erste Tempel hat gehalten, was er versprochen hat.
Bereits das Eingangstor hat Eindruck gemacht und mich wie einen kleinen Zwerg aussehen lassen. Und auch der sich anschließende Spaziergnag über geplasterte Wege zwischen den vielen Stelen und den verschiedenen Wohnhäusern entlang, hat mich genau so fühlen lassen, wie sich wohl viele ihr Japanbild gemalt hätten.
Und das Beste war, die ganze Anlage war fast menschenleer und es schien, als wäre das perfekt für unseren Besuch arrangiert worden. Und so konnten wie ganz gemütlich durch die verschiedenen Wege und Gärten bummeln und umsehen und dieses herrliche Ensemble genießen. Manchmal passt es eben.
Die ganze Anlage hat auf mich eher den Eindruck eine Klosters gemacht, als wenn hier auch viele Menschen leben würden. Auch wenn wir sie nur nirgendwo entdecken konnte. Alles war super gepflegt, und hat auf mich einen ganz besonderen Reiz ausgeübt. Klöster aber auch Tempel haben auf mich immer eine sehr entspannende Wirkung, wahrscheinlich besuche ich solche Orte genau aus diesem Grund immer wieder auf und schaue mich in Ruhe um und sauge die Atmosphäre auf. Und dieser erste Tempel war genau passend zum Einstieg und hat meine Neugier geweckt, obwohl ich mit dem Buddhismus, wie mit allen anderen Religionen ja eigentlich nicht viel am Hut habe.
Die Tempel in Kyoto sind eher stärker besucht und haben deshalb auch ein ganz anderes Flair. Aber als Einstieg war der Ohishi-Tempel gerade richtig und hat Geschmack und Lust auf mehr geweckt. Leider ist Shizuoka nicht gerade um die Ecke, aber falls ich es noch einmal auf den Fuji schaffen sollte, wäre der Ohishi-Tempel einen Abstecher mit Sicherheit wert. Das wär doch was!
So das war es für heute, ich hoffe ihr schaut auch beim nächsten Mal wieder rein, wenn es neue Impressionen aus dem land er aufgehenden Sonne gibt.