MEINE DAMEN UND HERREN!
Habe ich jetzt eure Aufmerksamkeit? 😎
ES WAR EINMAL VOR LANGER ZEIT, der Muelli und seine Holde sattelten die Pferde, beziehungsweise nutzten sie das Schnäppchen Angebot der SAFARI AIRLINES und flogen für laue 800 DM nach Afrika, genauer gesagt nach Kenia.
Im Preis inbegriffen, waren 3 Wochen Hotel, direkt am Strand, mit Halbpension.
Dort angekommen war die Ernüchterung groß, das Hotel sah aus wie ein Hochsicherheitstrakt, umzäunt mit meterhohem Stacheldraht und die Hotelleitung empfahl, das Gelände aus Sicherheitsgründen nicht zu verlassen.
Mit einem unbändigen Freiheitsdrang ausgestattet, ignorierten wir diese Empfehlung großzügig und machten uns gleich nachdem wir uns eingerichtet hatten daran, die Gegend zu erkunden.
Unten am Strand, der von den restlichen Gästen die sich lieber im Hotel Pool suhlten, gemieden wurde wie die schwarze Pest, machten wir auch gleich die ersten Bekanntschaften, was sich als absoluter Glücksfall herausstellen sollte.
Ich nenne ihn mal Pepe, seinen wirklichen Namen habe ich im Laufe der Jahrzehnte vergessen, Besitzer eines Katamaran und Eigentümer einer kleinen Strandhütte, in der er mehrere Masseurinnen beschäftigte.
Seiner unglaublichen Neugier und seinem unstillbaren Wissensdrang, wie denn das Leben in Europa sei, ist es zu verdanken, das wir uns schnell anfreundeten und er uns anbot, zusammen mit seinem Bruder, der ein Auto besaß, gemeinsam seine Heimat zu erkunden.
Das ließen wir uns nicht zweimal sagen und verabredeten uns für den nächsten Tag.
Aufgrund meiner langen, ungepflegt verfilzten Haarpracht, wurde ich von den Einheimischen Rastaman getauft, womit ich so gar nichts anfangen konnte, war ich auch damals schon dem Punkrock verfallen, sagte aber nichts als unser Fahrer stolz wie Oskar eine Bob Marley Kassette in den Schlitz schob und mir versicherte, diese musikalische Perle extra für mich besorgt zu haben.
So kam es, das ich nun 3 Wochen lang, fast jeden Tag Bob Marley über mich ergehen lassen musste, was sich zu einer handfesten traumatischen Erfahrung entwickelte, die bis heute Bestand hat.
Höre ich heute Bob Marley, denke ich nicht an Reggae und Jamaika, sondern an meine Zeit als vermeintlicher Rastafari in Kenia.
Auch konnte ich damals noch nicht ahnen, das ich mir schon wenige Monate nach unserer Rückkehr aus Afrika, tatsächlich ein paar Rastazöpfchen zwirbeln würde ... und das in Dänemark.
Auf unseren Touren erlebten wir das Land fernab von Hotel Anlagen und Tourismus.
Wir entdeckten die gewöhnungsbedürftigen Fleischmärkte Mombasas, auf denen sich die Fliegen ums grünlich schimmernde Fleisch stritten, tranken mit den Freunden unserer zwei Reiseführer reichlich Bier, in kleinen Dörfern welche aus ein paar Lehmhütten bestanden, kauten mit ihnen Koka Blätter und spielten ungewohnte Spiele.
Ausflüge mit dem Boot, Wasserski und Angeln im Fluss, gehörten ebenso zum unabhängigen Programm, wie der Besuch einer eigentümlichen Tanzveranstaltung mitten im Wald.
Den Puff Besuch bei BIG MAMA, einer Frau die wohl die größten Brüste im Umkreis von 100 Km hatte, wie mir unsere neuen Freunde versicherten, lehnte ich, nicht nur aus Rücksicht auf meine Begleiterin ab. Zum absoluten Unverständnis von Pepe wohlgemerkt, der einfach nicht locker ließ mich überreden zu wollen, die gut ausgestattete Dame zu besuchen.
Ich blieb standhaft.
Überhaupt war es auffällig, das eine Frau nicht viel zu melden hat im Lande.
Nicht nur das, speziell wenn es um Geschäfte ging, alles ausschließlich mit mir geregelt und meine Freundin zu 100 % Prozent ignoriert wurde, so empfand ich es auch als etwas befremdlich, mich in ihrer Anwesenheit ins Freudenhaus einladen zu wollen.
Aber nun, andere Länder andere Sitten.
Auf der anderen Seite waren die Herren der Schöpfung aber recht angetan von meinem Blondinchen und hatten keine Hemmungen mir vor ihren Augen, diverse Dinge im Tausch gegen Sie anzubieten, was vom Kamel über die eigene Frau bis hin zum Katamaran ( hier wurde ich kurz schwach 🤣 ) reichte.
Meine Holde war entsetzt und bekam es langsam mit der Angst, ich war belustigt und forderte ein Harem mit mindestens sechs Frauen und das Boot noch obendrauf, womit ich die Herren glücklicherweise überforderte und wir nicht ins Geschäft kamen.
Es waren trotzdem wunderschöne drei Wochen, in denen wir den kulinarischen Luxus der Hotelküche zu schätzen lernten, eine mehrtägige Safari inklusive eines Angriffs vom wütenden Elefanten Bullen auf unseren Jeep erlebten, gegen wild gewordene Affen, die wie die Heuschrecken über das Buffet der Safari Loge herfielen, kämpften und Dank unserer einheimischen Urlaubsfreunde, einiges vom Land und seiner authentischen Seite kennen lernen durften, inklusive einer Einladung bei den Massai´s.
Der Rest der Urlauber die sich mit uns die Hotelanlage teilten, verließen das Gelände lediglich zu organisierten Ausflügen und ließen sich Tag ein Tag aus, von den Animateuren bespaßen.
Außer Einer.
Der etwas ältere Herr aus Hessen, wagte sich auf der Suche nach einem sexuellen Abenteuer, einmal alleine vor die Tore der Ferienanlage und wurde dort, unverrichteter Dinge, zusammen geschlagen und ausgeraubt.
Tja, Pech gehabt.
Wäre er nur einmal runter an den Strand gegangen, hätte vielleicht auch er jemanden kennen gelernt, der Ihm den Weg zur vollbusigen BIG MAMA gewiesen hätte.
Ihr merkt die Not ist groß.
Der Umstand das ich ganz tief in der Vergangenheit wühlen musste und mit großen Brüsten auffahre, um meinen Hive Post zu kreieren, lässt darauf schließen, das ich momentan nicht viel erlebe.
Vielleicht ändert sich das bald, denn ab Mitternacht wird in Portugal der Ausnahmezustand aufgehoben.
Es bleibt spannend!
... und einen schönen Sonntag noch. 😎