Deutsche Industrie streicht über 100.000 Jobs – was ist da los?
In Deutschland hat die Industrie innerhalb eines Jahres mehr als 100.000 Stellen abgebaut – ein ziemlich drastischer Einschnitt. Laut dem Institut für Makroökonomie und Konjunkturforschung (IMK) sind das rund 103.000 Jobs, die zwischen April 2023 und April 2024 verloren gingen. Besonders betroffen sind die chemische Industrie, der Maschinenbau und die Autozulieferer.
Das Ganze ist kein plötzlicher Einbruch, sondern Teil eines länger anhaltenden Trends. Seit 2019 geht es mit den Beschäftigungszahlen in der Industrie fast durchgehend bergab. Gründe dafür gibt es mehrere: schwache Konjunktur, hohe Energiepreise, geopolitische Unsicherheiten und die Nachwirkungen der Corona-Krise. Dazu kommt der Wandel in der Automobilbranche hin zur Elektromobilität – der kostet vor allem Zulieferbetriebe Arbeitsplätze.
Ein weiteres Problem ist der zunehmende Investitionsstau. Firmen zögern, in Deutschland zu investieren, was Innovationen und Wachstum ausbremst. Während andere Länder ihre Industrie massiv fördern, fehlt es hier an klaren politischen Impulsen und Planungssicherheit.
Das IMK warnt: Wenn die Politik nicht bald gegensteuert, könnte sich die Deindustrialisierung beschleunigen – mit langfristig negativen Folgen für den Arbeitsmarkt und den Wirtschaftsstandort Deutschland insgesamt.