Hallo Freunde,
wisst ihr was spannend wird. Im Iran herrscht eine Dürre und ein Krieg zur gleichen Zeit. Die USA probieren zwar den Staat zu zerschlagen und hoffen darauf das sich etwas neues aufbaut, aber ich glaube das wird schwierig. Nation Building ist schwierig und ich sehe einige parallelen zu Syrien.
Wusstet ihr das es von 2006 bis 2011 eine Dürreperiode in Syrien und weiten Teilen des Nahen Osten gab, bei der ein Großteil der ländlichen Bevölkerung in die Städte gezogen ist und die allgemeine Armut zugenommen hat. Das ganze endete im Syrischen Bürgerkrieg, bei dem die Hälfte der Bevölkerung geflohen ist. Die Masse im Land, etwa 20% der Bevölkerung ist aber auch außer Landes gegangen - und was 2015 dann passiert ist wissen wir alle. In dem Moment in dem ein Land intern nicht mehr in der Lage ist Binnenflüchtlinge zu versorgen, kommen andere Probleme.
Und das gleiche haben wir gerade im Iran. Die Wasserknappheit nimmt seit Jahren zu. Es gab bereits Anfang des Jahres große Ausschreitungen wegen der Wasserknappheit mit zehntausenden Flüchtlingen. Erdogan hat bereits gewarnt und 2015 hat man schon Jahre davor gewarnt, dass es zu einer Fluchtbewegung kommt. Und hier ist es auch immer eine Frage wie man es managet. 2014 wurden die Mittel für die Flüchtlingslager an der syrischen Grenze reduziert und entsprechend sind die Leute weiter gezogen. Effektiv ist der beste Weg gegen eine Flüchtlingskrise, ist es in den Nachbarländern Infrastruktur zu schaffen, die den Menschen dort eine Perspektive geben, sonst wandern sie weiter und eine Grenze entsprechend sichern ist, schwierig.
Und wir reden hier gerade von einer Masse an Menschen. Syrien hatte etwa 20 Millionen Einwohner, der Iran 90 Millionen. Wenn davon 20% das Land verlassen, sind es 18 Millionen Menschen. Vor allem gehören dazu auch 6 Millionen Afghanische Flüchtlinge, die jetzt bereits dort in Lagern leben. Diese Menschen haben keine Gründe vor Ort zu bleiben, sie können einfach weiter ziehen.
Alles in allem ein schwieriges Thema. Aber das traurige ist, dass man es nicht auf dem Schirm hat. Man könnte jetzt durch Prävention relativ viel erreichen. Je näher die Leute an der Katastrophe bleiben, also in den Nachbarländern, desto eher werden sie zurückkehren, desto weniger sterben auf der Flucht und desto billiger ist es sie zu versorgen. Weil ganz ehrlich, in der Türkei ist es billiger einen Menschen am Leben zu halten als hier. Und vor allem ist die Rückkehr einfacher. Aber dafür muss das Land dann auch wieder entstehen. Ich finde es bei vielen Syrern aktuell spannend. Einige gehen zurück, aber viele die ich kenne, wollen bleiben. Syrien ist weit weg, sie haben sich hier eingegliedert und wollen bleiben. Ich rede nicht von denen die auf Staatskosten leben, sondern die vielen die still sind und zum Beispiel im Gesundheitswesen arbeiten. Ein paar sind Ärzte, aber die Mehrheit die sich integriert hat, sind jetzt Pfleger, Hilfskräfte oder zum Beispiel Putzkräfte.
Es war ein Akt diese Leute einzugliedern, viele haben fünf Jahre und mehr gebraucht um sich einzugliedern und bleiben jetzt hier, weil sie sich hier eingelebt haben und ihre alte Heimat weit weg ist. Und sich vor allem verändert hat. Die Menschen die in der Nähe geblieben sind, gehen aber in der Masse zurück. Aber hey, ich bin nur ein kleines Rad im System. Wenn man schon nicht auf die Experten hört, die sagen das man sich vorbereiten soll, dann erst recht nicht auf mich.
In dem Sinne, gehabt euch wohl.