Hallo Freunde,
ich beschäftige mich gerade einmal mit einem neuen Thema, ich muss mich mit den Medikamenten in der Notfallrettung dringend einmal wieder näher auseinandersetzen. Und zu diesem Zweck nehme ich euch einmal mit in diese Welt. Heute fangen wir einmal mit einem Medikament an, dass so gut wie jeder kennt. Der Acetylsalicylsäure. Besser bekannt als Aspirin. In dieser Form wird es als orales Schmerzmittel verwendet. Viele kennen es auch als Pulver das man gegen Kopfschmerzen nimmt.
Viele kennen Acetylsalicylsäure auch unter der Bezeichnung ASS100, was nichts anderes ist als die Abkürzung für Acetylsalicylsäure und die Angabe von 100mg Acetylsalicylsäure die in der Tablette enthalten sind. Angewandt wird es bei der Vorbeugung von Herzinfarkten und Schlaganfällen. Vorteil ist, dass ASS100 blutverdünnend wirkt, aber die Wirkung nicht so extrem ist wie bei anderen Blutverdünnern. Man will durch das ASS100 die Bildung von Thromben vermeiden, weshalb es gegeben wird. Problematisch ist nur bei Blutverdünnern, dass blutende Verletzungen nicht aufhören wollen zu bluten, da hier eine Verklumpung des Blutes gebraucht würde. Da es zwar die Thrombenbildung reduziert, aber nicht so stark wie andere Mittel, ist ASS100 oft die Wahl für viele Patienten. Man muss nur sagen, dass die Wirkung noch etwa eine Woche nach der letzten Einnahme weiterwirkt.
Eine dritte Wirkung die viele bei Acetylsalicylsäure noch kennen, ist die Wirkung als fiebersenkendes Mittel. In diesem Zusammenhang ist auch zu erwähnen das es Entzündungshemmend wirkt. Der Nachteil bei diesen Tagesanwendungen, wenn ich es so nennen kann, ist eben das es die Blutgerinnung reduziert. Als Schmerzmittel, Fiebersenker und als Entzündungshemmer ist die blutverdünnende Wirkung nicht ganz so stark, aber vorhanden. Das Ganze kommt daher, dass nur bei etwa 100mg die Wirkung als Blutverdünner maximal einsetzt. Darüber hinaus nimmt diese Wirkung ab und die anderen Wirkungen nehmen zu. Allgemein lässt sich sagen, dass bei diesen Anwendungen eine Wirkung von etwa 6 bis 8 Stunden anhält. Man muss nur dazu sagen, dass die Entzündungshemmende Wirkung eher selten angewandt wird, da andere Entzündungshemmer weniger Nebenwirkungen besitzen.
Und jetzt kommen wir zur Notfallmedizin. Hier halten wir das Acetylsalicylsäure in Trockenpulverform vor. Aber nicht um es mit Wasser zu verdünnen und dann zu trinken, sondern um es mit NaCl 0,9% aufzulösen. In der Stechampulle sind 500mg Acetylsalicylsäure enthalten. In welcher Verdünnung man das ganze dann gibt, ist abhängig von dem was man erreichen will. Klassisch wird es mit 10ml NaCl 0,9% aufgelöst und dann in einer 10ml Spritze aufgezogen. Die Blutverdünnende Wirkung erreicht man dann z.b. mit 2ml der aufgezogenen Lösung. Der Vorteil von NaCl gegenüber Wasser liegt vor allem in der Verträglichkeit für den Körper und die Trägereigenschaften für Wirkstoffe, aber das werden wir uns noch einmal näher anschauen. Daneben gibt es die Möglichkeit die 500mg Acetylsalicylsäure in einer 100ml NaCl 0,9% Kurzinfusion verabreichen. Hier hat man dann vor allem die Schmerzlindernde Wirkung als Vorteil und eine längere Wirkweise. Klassische Indikationen für Acetylsalicylsäure ist zum Beispiel eine koronare Herzkrankheit oder eines akuten Koronarsyndroms. Also einem akuten Myokardinfarkt oder eine instabile Angina pectoris, wobei ersteres ein klassischer Herzinfarkt ist und zweites eine Herzkrankheit, die ähnliche Symptome besitzt. Aber das werde ich an anderer Stelle einmal näher erklären. Ansonsten findet vor allem eine Anwendung in der Schmerzprophylaxe statt. Die meisten anderen Anwendungen finden in der Notfallmedizin, zumindest präklinisch wenig Anwendung. Man setzt es sonst nur präventiv bei anderen Sachen, wie zum Beispiel dem Schlaganfall oder einer Herzinfarktprophylaxe ein. Man muss auch sagen, es wird hier dann meistens in einer Dosierung von 250mg verabreicht, wobei man maximal 500mg verwenden kann.
Schauen wir uns einmal die Kontraindikationen an, dann wird es spannend das eine Anwendung im 3. Trimester der Schwangerschaft nicht indiziert ist, da im Fall einer Geburt in den folgenden Tagen eine verstärkte Blutung lebensgefährliche Folgen für die Mutter haben kann. Daneben ist natürlich eine Allergie oder Überempfindlichkeit auf Acetylsalicylsäure eine klassische Kontraindikation. Dazu kommen noch schwere Leber- und Niereninsuffizienz, da beide Organe im Abbau der Acetylsalicylsäure tätig sind. Auch Blutungen im Verdauungstragt oder Störungen der Blutgerinnung sind dabei zu beachten, da es ungünstig ist, wenn man sowieso schon Blutungen hat die entweder aktiv sind oder eben Störungen der Blutgerinnung dabei verstärkt würden.
Was ich auch spannend finde ist die Wechselwirkung mit Ibuprofen, was die Blutverdünnende Wirkung verstärkt, während andere Schmerzmittel wie Paracetamol die Wirkung nicht beeinflusst.
Wichtig ist an dieser Stelle, das ist vieles an angelesenes Wissen und ich garantiere nicht die absolute Richtigkeit der Angaben. Ich bin kein Arzt und nichts hier ist eine entsprechende Empfehlung. Wenn ihr ein Medikament nehmen wollt, redet mit eurem Arzt. Ich habe nur eine kurze medizinische Ausbildung, die eher die eines dressierten Affens ist, dem man beigebracht hat einen Menschen am Leben zu halten, als das ich einmal gelernt habe, aktiv zu behandeln. Das machen Ärzte und Notfallsanitäter.
In dem Sinne, gehabt euch wohl.