Hallo Freunde,
wie in einen meiner Posts kommentiert hat, verlangen in Brandenburg inzwischen einige Landkreise Geld für Notfalleinsätze. Dabei handelt es sich um eine Konsequenz als Reaktion auf fehlende Finanzierung durch die Kostenträger, also den Krankenkassen. Ich erkläre jetzt einmal in diesem Post, warum das in Bayern nicht passieren kann.
Wie es im Großteil von Deutschland ist
Im Großteil Deutschlands ist der Rettungsdienst eine Kommunale Aufgabe, die von den Landkreisen und Städten durchgeführt und finanziert wird. Dafür rechnen die Kommunen oder die Auftragnehmer mit den Krankenkassen die Einsatzkosten ab und es wird ein Durchschnittswert für diese ermittelt. Meistens beschaffen die Ausführenden oder die Kommunen die Fahrzeuge und anschließend fallen noch Personalkosten an.
Dadurch kostet z.b. in Sachsen ein Einsatz auf jeder Wache unterschiedlich viel Geld. Je nachdem wie viele Einsätze diese Wache fährt, je weniger Einsätze es sind, desto teurer ist der einzelne Einsatz, da die Besatzung ja trotzdem vorgehalten werden muss. Und das Fahrzeug ebenso. Und je kleiner der Träger ist, desto teurer ist auch die Beschaffung der Fahrzeuge, wenn jetzt eine Stadt wie Köln dutzende Rettungswägen betreibt, dann ist es billiger diese zu beschaffen, als wenn jetzt ein Landkreis nur drei Rettungswägen kauft. Die Masse macht es am Ende billiger. Dazu kommt das in den meisten Bundesländern die Hilfsorganisationen wie das Rote Kreuz, der Malteser Hilfsdienst, der Arbeiter Samariter Bund und die Johanniter Unfallhilfe, sowie private Anbieter, nur unterstützend eingreifen und die Hauptarbeit kommunale Rettungsdienste oder die Feuerwehr übernehmen.
Was noch dazu kommt ist, dass in den meisten Bundesländern eine strikte Trennung zwischen dem Krankentransport und der Notfallrettung besteht. Das heißt Rettungswägen und Notarzteinsatzfahrzeuge werden oft direkt in der Notfallrettung betrieben und der Krankentransport über den jeweiligen Anbieter. Wobei hier inzwischen oft Notfall Krankentransportwagen eingesetzt werden für weniger dringliche Einsätze. Der wichtigste Unterschied zwischen der Notfallrettung und dem Krankentransport ist, dass der Krankentransport im Rettungsdienst der einzige Faktor ist, bei dem man wirklich Geld verdienen kann. Die Notfallrettung ist eher ein draufzahlgeschäft für die meisten Träger. So bleiben Kommunen oft auf vielen kosten sitzen.
So ist es in Berlin so, dass der Krankentransport nur über private Krankentransportunternehmen geschieht und diese eine eigene Leitstelle betreiben. Die Notfallrettung wird durch die Feuerwehr und sie unterstützende Hilfsorganisationen und Anbieter getragen. Während die Feuerwehr 24/7 ihre Rettungswägen und NEFs betreibt, stellen die Hilfsorganisationen Fahrzeuge die zu bestimmten Zeiten unterstützend tätig sind, z.b. ein 8-20 Uhr RTW, der die Berufstätigkeit unter der Woche absichert oder ein RTW Freitag 22 Uhr bis Samstag 7 Uhr, der das Partyvolk absichert. Da nicht alle Patienten kritisch sind und man inzwischen sehr viele Bullshiteinsätze hat und weniger kritische Patienten, gibt es inzwischen RTW-Typ B die mit zwei Rettungssanitätern besetzt sind und z.b. zum Sturz im Altenheim oder Notfallverlegungen fahren.
Nachdem in diesem Post jetzt einmal erwähnt wurde wie der Rettungsdienst grob im Großteil von Deutschland funktioniert, werde ich im nächsten Post einmal aufschlüsseln wie es in Bayern läuft. Über Bayern und Berlin habe ich noch den besten Einblick, da ich in beiden Bundesländern gearbeitet habe.