Lieve Hiver,
da staunt der Laie! Laut einer von der EU jährlich in Auftrag gegebenen, angeblich repräsentativen Umfrage haben die Deutschen noch nie so viel Vertrauen in die Presse gehabt wie 2019, nämlich 60%.
In anderen Ländern sieht das ganz anders aus. In UK trauen 75% der Befragten der Presse NICHT. OK, die britische Regenbogenpresse hat einen notorisch schlechten Ruf, aber Bild und Co (in Österreich Kronenzeitung, oe24.at etc.) sind auch nicht nennenswert besser.
In Spanien, Bulgarien, Slovenien, Serbien und Griechenland gibt es auch satte Mehrheiten an Leuten, die nichts von der Presse halten.
In Öst. trauen zwar auch 55% der Presse, aber zumindest mit absteigender Tendenz.
Deutschland ist mit seiner Quote an Pressegläubigen in Gesellschaft mit Albanien, Belgien, Finnland, Kroatien, Schweden und dem türkische besetzten Nordzypern.
Was sagt uns das?
Entweder die Deutschen werden mit den Jahren immer dümmer (bzw. gehirngewaschener) oder die Statistik ist eine plumpe Fälschung.
Angesichts des Wahlverhaltens der letzten Jahre fürchte ich, ersteres trifft zu.
Aber es kommt noch besser!
Wenn man diese 60% vergleicht mit dem Vertrauen in andere Institutionen, zeigt sich (laut Eurobaromoter), dass die Deutschen der Presse mehr vertrauen als fast allen anderen Istitutionen, nur die Judikative ist höher bewertet:
https://www.editorial.media/2020/09/04/eurobarometer-das-vertrauen-in-die-presse-hat-einen-hoechststand-erreicht/
Intuitiv hätte ich genau umgekehrt geschätzt, dass die Presse die wenigsten vertrauenswürdigste ist!
Das niedrige Abschneiden der "5.Gewalt" (Twitter, Fb, Hive und Co.) wird vom Schreiber dieses Artikels wenig überraschend mit Häme quittiert:
"Die Erwartung, dass soziale Netzwerke mehr demokratische Teilhabe und „herrschaftsfreien Diskurs“ (Jürgen Habermas) ermöglichen würden, hat sich offenbar nicht erfüllt."
Kein Wunder, sind doch diese Medien den regierungshörigen Haltungsjournallisten ein Dorn im Auge.
Was meint Ihr dazu? Traut Ihr der Presse mehr als sozialen Medien und haltet Ihr diese Ergebnisse wirklich für repräsentativ?