Liebe Naturfreunde,
nach längerer Zeit ist wieder einmal ein Frühlings-Blumenpost fällig 😃!
Und der Fühling hat endlich, nach langer Wartezeit, auch uns erreicht. Das Wetter war leider in den letzten Wochen durchwegs bescheiden. Immerhin ist der viele Regen gut für die Pflanzen, da der Sommer sicher wieder heiß und trocken werden wird.
Die weiblichen Blütenstände einer Salweide (Salix caprea).
Ein typischer Frühlingsanzeiger ist auch das, wie alle Hahnengußgewächse giftige Buschwindröschen (Anemone nemorosa), das selten allein steht...
...sondern meist in Gruppen im Wald unter den Bäumen und blüht, solange diese ihr Laub noch nicht entwickelt haben.
Ein Hohler Lerchensporn (Corydalis cava).
Der Flieder (Syringa vulgaris) ist auch schon bald aufgeblüht.
Die Blüte dieses Leberblümchens (Hepatica nobilis) hat dagegen ihre besten Tage schon hinter sich.
In den letzten Tagen hat es extrem viel regegnet, hier Regentropfen auf jungen Rosenblättern.
Der Wienfluß (bzw. die Wien) bei uns in der Nähe: links ein Foto vom letzten Herbst, rechts von gestern. Der Spazierweg am Fluß entlang ist komplett überflutet!
Die regelmässigen Hochwässer haben den Wienern seit Jahrhunderten zugesetzt. Grund ist, dass der Wienerwald, in dessen Einzugsgebiet der Wienfluß liegt, durch die Bodenbeschaffenheit Regenwasser nicht gut halten kann. Daher schwillt bei starken Regenfällen wie zuletzt der Fluß stark an. Erst seit der umfangreichen Regulierung um 1890 ist diese Gefahr gebannt, mehr darüber hier.
Die typisch nickenden Blüten der Echten Schlüsselblume (Primula veris), auch Primel genannt, erscheinen durch das schlechte Wetter noch geknickter.
Die Blätter der Hainbuchen (Carpinus betulus) entfalten sich gerade.
Und gleich nach dem Austrieb ist schon in Miniaturform der komplexe Blütenstand des Wolligen Schneeballs (Viburnum lantana) angelegt.
Natürlich ist jetzt auch wieder die Zeit des Bärlauchs (Allium ursinum), ein immer beliebter werdendes Gewürzkraut, das man auch anstatt Schnittlauch und roh in Salaten essen kann (durch kochen verliert er seinen typischen Knoblauchgeruch).
An diesem (vermutlich) Schlehdorn (Prunus spinosa) sind gleich 2 Hummeln am Werke.
Auch am Blütenstand eines Feuerdorns (Pyracantha sp.) sind Hummeln schwer beschäftigt.
Generell habe ich heuer bislang weit mehr Hummeln als Bienen gesehen.
Leider gab es auch eine unangenehme Überraschung. Wo letztes Jahr noch alte Bäume mit dichtem Unterholz und viel Moos standen, ein Ort, wo man immer unvermutet Pilze finden konnte, ist jetzt nur mehr eine kahle Fläche übrig, fast ein ganzer Hektar.
Dieses Opfer der Profitgier hatte sicher über 100 Jahre gelebt (wer Zeit hat, kann die Jahresringe zählen - gibt es eventuell eine App dafür?)
Zwei Krähen auf der Nahrungssuche. Vermutlich eine Rabenkrähe (Corvus corone, links) und eine Nebelkrähe (Corvus cornix). Letztere hat ein grauschwarzes Gefieder. Die beiden Arten sind unscharf abgegrenzt, können sich miteinander paaren und die Forscher sind sich uneinig, ob die Nebelkrähe eine Unterart der Rabenkrähe ist oder eine eigene Art. Vermutlich gibt es aber auch wichtigere Streitfragen in der Wissenschaft 😀
Der bei Manchen als Unkraut gesehene Kriechende Günsel (Ajuga reptans) ist in Wahrheit eine Heilpflanze (unter anderem antibakteriell, antioxidativ, schmerzlindernd und entzündungshemmend) und seine jungen Blätter und die noch geschlossenen Blütenstände kann man auch essen.
Umgekehrt wird der hier gerade blühende (aus Asien stammende) Kirschlorbeer, eigentlich Lorbeerkirsche (Prunus laurocerasus), nicht als Unkraut wahrgenommen, sondern gerne z.B. als Hecke gepflanzt, obwohl er leicht verwildert und als invasiver Neophyt einheimische Flora verdrängen kann.
Preisfrage: Wer weiß, um welche Pflanze es sich hier handelt?
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