english summary: Within a few days, Europe´s largest data centre burned down and billionaire and heir of Dassault Aviation died in an "accident" - just coincidence? Or has it something to do with industrial espionage?
Liebe Verschwörungstheoretiker!
Da stirbt ein französischer Milliardär und Politiker, Olivier Dassault, Erbe der Dassault Aviation, eines Luftfahrtkonzerns, am 7. März 2021 durch einen Hubschrauberabsturz(!) in Touques.
Und 3 Tage später brennt Europas größtes Rechenzentrum, das von Europas größtem Cloudhosting-Anbieter OVH, in Straßburg aus „noch ungeklärten Ursachen“ komplett nieder - Totalschaden. Viele Daten sind unwiederbringlich verloren! Nämlich die derjenigen Kunden von OVH, deren Daten nicht in mehreren Rechenzentren parallel gespeichert wurden – gegen Aufpreis versteht sich. Auch einige Daten unseres geliebten Lichess-Schachservers sind für immer weg (zum Glück nur die Puzzledaten von 24 Stunden Quelle)! Auch Daten der Großkanzlei Leroi&Associés und des Computerspiel-Anbieters Facepunch sind futsch. Sogar manche Kunden mit Backup-Paket wurden geschädigt, da zum Teil Backup-Server in einer benachbarten Halle standen, die ebenfalls abgebrannt ist (Quelle)!
Diese beiden Ereignisse sind, für sich betrachtet, unabhängig voneinander. Dazu muss man aber wissen, dass sowohl OVH als auch Dassault 2019 vom französischen Wirtschaftsminister beauftragt wurden, eine „amerikafreie“ Cloud für Frankreich zu entwickeln.
Häh? Amerikafreie Cloud?
Das federführend von Deutschland und Frankreich betriebene Projekt Gaia-X hat sich zum Ziel gesetzt, einen auf Open Source basierenden Standard für eine Cloud-Infrastruktur zu schaffen, der von Beginn an europäische Datenschutzanforderungen, Transparenz und Kompatibilität berücksichtigt - alles Dinge, wofür Anbieter wie Amazon oder Google nicht gerade berühmt sind! Mit anderen Worten, Gaia-X soll die digitale Souveränität Europas ermöglichen. Zu den Gründungsmitgliedern zählen Firmen wie BMW, die Deutsche Telekom, SAP, Siemens, die Fraunhofer-Gesellschaft, Atos, Orange und eben OVH.
Hubert Tardieu, CEO von Gaia-X, dazu: “Wir brauchen niemand aus dem Silicon Valley oder China, um unsere Datenräume zu organisieren.” (Quelle). Etwas diskreter formuliert, liest man auf Wikipedia dazu über eines der Ziele von Gaia-X: "Der Verlust von Unternehmensdaten durch Erkennung und Erhaltung von Schutzklassen und Regelungen zur Vertraulichkeit beim Austausch von Daten soll deutlich reduziert werden." (Quelle).
Kleiner Rückblick: Neunziger Jahre, der kalte Krieg war zu Ende und die Stimmung mit Russland (anders als heute) relativ entspannt. Da bekamen die Geheimdienste neue Aufgaben verpasst. So erklärt sich das Zitat von Bill Clinton gegenüber dem CIA:
„Die Beschaffung von Wirtschaftsdaten hat Top-Priorität!” (Quelle).
Einer der Betreiber in diesem Cyberkrieg war niemand geringerer als Joe Biden, der damals ein rigides "Antiterror-Gesetz" vorantrieb, das vereinfacht gesagt dafür sorgte, dass die USA überall mitlesen konnte.
Der gleiche, der kürzlich US-Präsident geworden ist.
Und just im Dez. 2020 kamen plötzlich grobe Bedenken auf, dass bei Gaia-X, das wie erwähnt auch dazu dient, Industriespionage von China und den USA hintanzuhalten, Firmen wie Amazon, Microsoft und Palantir mit an Bord sind! Gerade Palantir, die Kritikern zufolge tief in den militärisch-digitalindustriellen Komplex der USA verstrickte „Schlüsselfirma der Überwachungsindustrie“ - ausgerechnet so eine Firma soll eine Datensouveränitat der EU zulassen?
Da sollte sich doch einiges an Widerstand in Europa regen, oder?
Und jetzt das, OVH brennt nieder und der Erbe von Dassault Aviation verunfallt innerhalb weniger Tage. Alles Zufall?
Mehr dazu:
https://orf.at/stories/3205275/
https://www.heise.de/news/Gaia-X-Big-Data-Firma-Palantir-aus-den-USA-ist-bei-EU-Cloud-vorn-mit-dabei-4995921.html
https://www.danisch.de/blog/2021/03/14/ein-ueberaus-seltsamer-todesfall-zum-ovh-rechenzentrumsbrand/