Liebe Hive-Gemeinde,
Liebe Freiheitsfreunde,
Liebe Freiheitsfeinde,
Liebe Ökonomie-Professoren,
als würde die Angst vor Corona nicht ausreichen, versuchen jetzt etliche Ökonomen auch noch den Menschen die Feiertage mit der Angst vor der Hyperinflation zu versauen.
Den Anfang nahm Professor Sinn und pünktlich zum Heiligabend kam gestern noch Professor Thomas Mayer dazu.
Professor Thomas Mayer schreibt in der Welt:
Aber der „Allversicherungsstaat“ – wie ihn Ludger Schuknecht, der ehemalige Chefvolkswirt des Finanzministeriums nennt – kommt in den Zeiten der Pandemie an seine finanziellen Grenzen. Im Unterschied zur privatwirtschaftlichen Versicherung kann der Versicherungsstaat nicht auf in besseren Zeiten zurückgelegte Finanzreserven zurückgreifen.
Er muss sich daher die angesammelten Ersparnisse des Privatsektors leihen. Solange diese Ersparnisse keine andere Verwendung haben, kann er dies tun, ohne Zinserhöhungen zu provozieren.
Übersteigen seine Ansprüche jedoch die Bereitschaft der Sparer, ihm Geld billigst zu leihen, läuft er Gefahr, andere Nachfrager nach Sparkapital durch höhere Zinsen aus dem Rennen zu drängen. Um das zu vermeiden, ist der Versicherungsstaat neuerdings dazu übergegangen, sich das nötige Geld durch seine Zentralbank drucken zu lassen.
Rechtlich ist der Europäischen Zentralbank die monetäre Staatsfinanzierung verboten. Aber Europarecht ist äußerst dehnbar. Folglich hat sogar die EZB wie andere Zentralbanken auch faktisch die Staatsfinanzierung übernommen – was sie natürlich bestreitet.
Deutlich wird dies, wenn man die Entwicklung der Anleihekaufprogramme verfolgt. Schreibt man die Käufe von öffentlichen Anleihen in den ersten elf Monaten für das gesamte Jahr fort, dürfte die EZB dieses Jahr knapp eine Billion Euro oder rund neun Prozent des Bruttoinlandsprodukts (BIP) an diesen Papieren gekauft haben.
Ich kann mich wirklich immer nur fragen:
“Haben sich diese Leute jemals mit dem Zentralbankwesen beschäftigt?”
Greifen wir uns noch einmal ein Zitat heraus:
Er muss sich daher die angesammelten Ersparnisse des Privatsektors leihen. Solange diese Ersparnisse keine andere Verwendung haben, kann er dies tun, ohne Zinserhöhungen zu provozieren.
Lieber Herr Professor,
Staatsanleihen muss man mit Zentralbankreserven bezahlen.
Diese haben die Bürger aber nicht.
Die Bürger haben Kontoguthaben bei einer Bank und vielleicht etwas Bargeld.
Nur das Bargeld könnte man in Reserven umwandeln.
Auch können die Bürger niemals mit ihren Sparguthaben direkt Staatsanleihen kaufen.
Staatsanleihen werden von der Finanzagentur GmbH in Frankfurt an die Bietergruppe Bundesemissionen, der 36 Banken aus der EU, den USA, Japan und Großbritannien angehören, verkauft.
Auch diese Bietergruppe Bundesemissionen können keine Zentralbankreserven erschaffen.
Bekanntlich kann dies nur die Zentralbank.
Die nötigen Reserven, die man braucht, um Staatsanleihen zu kaufen, kommen also immer von der Zentralbank.
Dies war schon immer so.
Dies sollte eigentlich jedem Ökonomen bekannt sein.
Ich erkläre es aber gerne noch einmal.
Wie sich die Bundesregierung Geld leiht
Nehmen wir an, die Bundesregierung hat gerade kein Geld und braucht 100€, um die Coronazulage des Chauffeurs der Bundeskanzlerin zu bezahlen.
Also begibt sie eine Anleihe über die besagten 100€.
Die Banken, der Bietergruppe Bundesemissionen haben aber auch gerade keine Reserven.
Eine angehörige Geschäftsbank der Bietergruppe Bundesemissionen würde gerne die Anleihe kaufen und leiht sich deshalb die 100€ an Reserven bei der Zentralbank.
Die Zentralbank erschafft dazu die Reserven extra.
Schauen wir uns die Bilanzen an:
Die Geschäftsbank der Bietergruppe Bundesemissionen hat also jetzt die notwendigen 100€ an Reserven, um die Staatsanleihe zu kaufen.
Nach dem Kauf sieht die Bilanz folgendermaßen aus:
Die Bundesregierung bekommt jetzt die 100€ gut geschrieben, die Geschäftsbank verliert die Reserven und nimmt dafür die Staatsanleihe in ihre Bilanz.
Nun zahlt die Regierung die Coronazulage an den Chauffeur (Privater Haushalt).
Die Bilanzen sehen nun folgendermaßen aus:
Die Regierung verliert 100€ an Reserven (die Schulden bleiben aber).
Der private Haushalt gewinnt 100€.
Die Geschäftsbank, die die Anleihe gekauft hat und bei der, der private Haushalt sein Konto hat, gewinnt 100€ an Reserven und hat nun auf der Passivseite der Bilanz die Kundeneinlage von 100€.
Mit den hinzugewonnenen Reserven kann nun die Bank den Kredit bei der Zentralbank tilgen.
Anmerkung: Nur um das Ganze noch einmal zu verdeutlichen.
Das Bankensystem hat nun die Reserven, die sie vorher an die Regierung überwiesen hat, wieder zurückbekommen.
Schauen wir uns die Bilanz nach der Kredittilgung an:
Wie wir sehen, sind nun die Reserven wieder aus dem System verschwunden.
Es sind also wieder genau so viele Reserven im System wie vor der ganzen Aktion, nämlich null.
Angenommen der Chauffeur hebt sich jetzt 100€ von seinem Konto ab, um in den Puff zu gehen.
Damit seine Frau nichts mitbekommt, zahlt er lieber bar.
Nun braucht das Bankensystem 100€ an Bargeld.
Dieses Bargeld kann wiederum nur von der Zentralbank kommen.
Weil die Bank des Chauffeurs die freie Liebe unterstützt, verkauft sie nun die Staatsanleihe an die Zentralbank und zahlt dem Kunden einen 100€ Schein aus.
Schauen wir uns wieder die Bilanz an:
Wie wir sehen, hat sich die einst verlängerte Bilanz der Geschäftsbank komplett in Luft aufgelöst.
Die Staatsanleihe befindet sich nun bei der Zentralbank, dafür hat sie als Verbindlichkeit die Banknoten in der Bilanz.
Das Nettovermögen des privaten Haushaltes hat sich nicht verändert, nur seine Form.
Was wir aber auch sehen, ist das die Initiative immer vom privaten Sektor (Banken oder Nichtbanken) ausgeht. Nur sie bestimmen, wie viele Reserven bzw. Bargeld sie halten wollen.
Oder anders gesagt, sie bestimmen wie viel Zentralbankgeld das System braucht.
Sollte das Geld des Chauffeurs auf Umwegen beim Staat landen, weil der Puffbesitzer damit seine Steuerschulden bezahlt, dann könnte der Staat damit seine Anleihe bei Fälligkeit von der Zentralbank ablösen und alle Bilanzen wären wieder auf null gestellt.
Was wäre wenn?
Was wäre wenn wir jetzt direkte Staatsfinanzierung durch die Zentralbank hätten?
Dann könnte man sich einige Zwischenschritte sparen und die Staatsanleihen würden gleich bei der Zentralbank landen.
Das Endergebnis wäre aber das selbe.
Und die Hyperinflation?
Sollte irgend jemand in den von mir dargestellten Bilanzen die Hyperinflation finden, soll er es bitte in der Kommentarspalte kundtun.
Ich konnte sie jedenfalls nicht finden.
Ich hab aber auch nur Staatsexamen in Bautechnik, Sozialkunde, Pädagogik und Psychologie und nicht in Ökonomie.
Schöne Feiertage.