Auf dem Fahrrad durch das Rif Gebirge im Norden Marokkos, ein von Touristen noch nicht überschwemmtes Gebiet, mit orientalischen Städtchen, wir erkunden das größte Höllensystem Nordafrikas, und bewundern das wunderschöne blaue Chafchaouen.
Wir landen am Nachmittag in Rabat. Aufbruch ins Landesinnere, bald biegen wir auf eine Schotterpiste ab. Von einer grünen Landschaft umgeben, Schaf- und Ziegenherden ziehen über den Weg, ab und zu begegnen wir einem Eselskarren. Durch einen Korkeichenwald auf Sandwegen, unter den Wolken zwinkert uns die rote Sonne zu, bevor sie untergeht, dabei hüllt sie die Baumkronen in warmes Licht.
Schöner Sandweg für den Anfang
Nach Sidi Allal müssen wir schon mit Stirnlampen fahren, im Al Jazeera Gasthaus bestellen wir Abendessen, keiner von uns spricht Französisch oder Arabisch, wir lassen uns überraschen, was sie uns bringen. Marokkanische Suppe Harira, die wird es fast täglich geben, dick und gut gewürzt. Dann landet ein großes Blechtablett voller kleiner Koteletts auf dem Tisch, wahrscheinlich eine Ziege oder ein Lamm. Ausgezeichnetes Fleisch.
Hotel Ahlen Moghane
Wir haben noch keinen Schlafplatz. Ich habe etwa 20 Wörter auf Französisch gelernt, also versuche ich, sie alle auf einmal anzuwenden, um eine Übernachtung zu organisieren. Ein Hotel soll es 10 km weiter geben, ein beleuchtetes Haus, auf der Karte ist es ein Punkt mit dem Namen Souk-et-Tnine. Das Hotel ist leer, zum Essen gibt es nichts, warmes Wasser auch nicht, wir dürfen übernachten.
23. März, Moulay Idris
Die Jellabas der Männer sind interessant
Das war ein Tag heute! 120 km und 1.600 Höhenmeter. Eine belebte Straße, Laster von hinten, ein starker Wind von vorne, in Tifletstellen wir fest, dass Greta fehlt. Zehn Minuten später kommt sie angehechelt. Sie will nicht mehr weiter, nimmt nach Moulay Idris ein Verkehrsmittel.
Sobald wir auf die Nebenstraße kommen, ist es ruhig. Keine Autos, keine Häuser. Hinter den Müllhalden am Stadtrand kommt schöne Natur. Zwischen den Korkhainen und den grünen Feldern sind die Eselskarren die häufigsten Verkehrsmittel. Die Sonne scheint, der Wind hat sich beruhigt, ein geometrisches Muster von sorgfältig gepflegten Feldern in allen grünen Farbtönen zieht sich über die Hügel. Schön, man möchte vor Freude laut singen.
Alles grün
Ich halte für ein Foto an, die Jungs fahren mir inzwischen davon. Die staubige Straße windet sich in ein weites Tal, ich fahre bergab 30, vielleicht 40 km/h schnell. Eine Gruppe von Kindern kommt aus der Schule, sie rufen und winken. Ich bremse beim Vorbeifahren ein wenig, da will ein Jugendlicher mich mit der Hand begrüßen. Er trifft mich am Arm mit so einer Wucht, dass ich augenblicklich um Staub liege. Der Täter flüchtet, die anderen helfen mir auf die Beine. Abschürfung am Ellbogen und an der Seite, zum Glück nichts gebrochen. Was ist mit dem Rad? Ist es das Ende meiner Reise? Die Kette ist ab, die Vorderbremse ragt in die Speichen. Zum Glück kein Achter. Aber mein Tacho ist kaputt, nach 51,3 km. Die Kinder bringen mir meine GPS-Uhr, das Band ist abgerissen, sie funktioniert auch nicht. Und im Helm habe ich ein Loch. Der blöde Balg! Aber wahrscheinlich war es von ihm nur eine Dummheit, kein böser Wille. Meine Knie zittern, ich muss mich hinsetzen, die Mädchen stauben mich ab. OK, genug, weiter geht’s. Hier Entschädigung zu verlangen hat keinen Sinn.
Auf einer Kreuzung warten die anderen auf mich, helfen, die Bremse und den Tacho in Ordnung zu bringen. Meine Euphorie und Freude über Marokko sind weg. Und ich weiß noch nicht das Schlimmste. Meine nagelneue Kamera hat einen Schlag aufs Objektiv abbekommen, das Display meldet eine Fehlfunktion. Ich kann damit nicht fotografieren. Schlimm!
Wir haben noch 70 km bis Moulay Idris. Und die Berge fangen an. Nicht hohe, aber lange. Sehr lange. Der aufkommende Gegenwind verstärkt meine schlechte Laune über die kaputte Kamera. Auf einem Hügel öffnet sich uns der Blick auf die nächsten Hügel, die in schwarzen Wolken gehüllt sind. Eine staubige Straße, kein Dorf in Sicht, kein Wald, kein Baum, wo man sich vor dem Wasser vom Himmel schützen kann. Oh, nein!
Ein Platzregen. Zufällig steht hier ein Wartehäuschen, ich glaube, Allah hat uns die Bude geschickt. Drin sitzen alte Männer in ihren traditionellen Djellabas, machen uns Platz auf Plastikstühlen und wir bekommen Tee. Draußen schüttet es wie aus Kübeln.
Die rettende “Kneipe”
Nach zwei Stunden hat jemand im Himmel den Wasserhahn zugedreht, es tröpfelt nur noch. Weiterfahren. Die Pfützen zu umfahren? Überflüssig. Zdenek sagt, ich sehe von hinten wie ein Kartoffelkäfer aus. Lauter braune Streifen. Es ist kalt, nur 11°C, und dafür mussten wir nach Afrika reisen!
Ein Pfeil verkündet: Moulay Idris 17 km. Der Wille Allahs wird geschehen. Ich bin müde, ich bin nass, mir ist kalt und meine Kamera ist kaputt. Nur keine Emotionen, okay? Ich bin eine Maschine, die hier diesen hässlichen Hügel hinauffahren muss. Also Maschine, auf geht´s!. Nach 17 km sieht man noch keine Häuser. Waren es etwa Meilen? Endlich sehen wir in der Ferne eine Stadt, wie üblich in Marokko oben auf einem Hügel.
Moulay Idris kommt in Sicht
Es wird dunkel, wir ziehen die Stirnlampen heraus. Ich trete einfach in die Pedale, versuche nicht viel zu denken, nur treten. Die Lichter kommen langsam näher. Bergauf. Angeblich sind wir im einzigen Hotel der Stadt gelandet. Die Klimaanlage wird auf 30°C aufgedreht, zwischen ihr und dem Fernseher spannen wir die Wäscheleine, das Zimmer wird mit nassen Klamotten geschmückt. Und wo ist Greta? Sie ist total durchnässt in Meknès gelandet, 40 km von hier.
24. März, Moulay Idris
Morgen Blick aus dem Fenster: es regnet. Also die Medina anschauen. Ungläubige dürfen nicht in die Moschee, noch vor 50 Jahren durften sie nicht einmal durch die Tore in die Stadt. Schmale steile Gassen bieten Aussicht über die Stadt, die noch unberührt vom Tourismus ist. Aus einer kleinen Tür steigt schwarzer Rauch. Wir schauen hinein, in einem dunklen Verlies legt ein rußgeschwärzter Mann Brennholz in die glühende Öffnung eines großen Ofens. Wir verstehen, dass er Hammam sagt, also öffentliches Bad, gleich drängen wir hinein. Das Männchen lässt die Jungs passieren, mich versucht er am Betreten zu hindern, da bin ich schon aber an der Tür und stecke meinen Kopf in den dampfenden Raum. Dort sieht man in weiße Laken gehüllte Männer. Frauen sind erst in einer Stunde dran, sagt der Türsteher.
Die Frauen huschen vorbei, große Holztabletts mit rohen Brotlaiben auf dem Kopf balancierend eilen sie zum Bäcker. Ich schaue in eine kleine Backstube hinein, in dem großen Lehmofen kleben mindestens 20 Brotlaibe, der Bäcker schiebt sie mit einem langen Haken hin und her, dann reißt er ein Stück von einem frischen Fladen ab und reicht es mir. Warm und knusprig schmeckt das Fladenbrot am besten. Die Männer laufen in ihren Djellabas, die Kapuzen in die Stirn gezogen, die Frauen tragen einen etwas mehr verziertes Äquivalent, den Kaftan.
Moulay Idris
25. März, Fes
Wir arbeiten uns ins Zentrum von Fes durch. Ein Kerl bietet uns Unterkunft in einem Riad an, das sind die alten Häuser in der Medina. Zur Gasse hin meist ohne Fenster, mit einem Atrium innen. So was habe ich mir vorgestellt. Er verlangt 100 Dh pro Person, das ist in Ordnung. Wir fahren hinter seinem Moped durch eine lehmverputzte Stadtmauer, Tor zur Medina und auf der rechten Seite ockerfarbene, auch lehmverputzte Kasbah, eine Festung. Daneben ein Tor zu einer engen Gasse, sie windet sich mehrmals nach rechts und links, bis wir vor einer schmalen Tür stehen bleiben. Ein wahres Labyrinth, wie finden wir hier wieder raus? Das Riad ist winzig, hat aber drei Etagen. Böden, Wände und Treppen sind mit orientalischen Mustern gefliest, es gefällt mir sehr. Aber wo tun wir die Räder hin? Kein Problem, sie schleppen sie uns aufs Dach, durch die schmale Wendeltreppe ist es eine Kunst. Greta ist vorgestern ins Grand Hotel eingezogen, sie soll zu uns kommen, kann es nicht finden. Ich hole die weinende Greta am richtigen Parkplatz ab.
Die Gassen sind teilweise überdacht und mit zahlreichen kleinen Geschäften überfüllt. Teppichweber, Töpfer, Schneider, Schuhmacher. Sie locken uns in ihre Werkstätten und Höfe, wir schauen bei den Gerbern, Geschirrmalern und Webern hinein, werden in die Lokale eingeladen.
Tajine
In der Zwischenzeit ist es dunkel, da bietet uns ein Junge, uns zu dem Platz mit Bottichen zu führen, wo Leder gefärbt wird. Zu der Stelle, die in allen Prospekten über Fes zu sehen ist. Es geht nach links, rechts, Treppe, ein Durchgang, dann dunkle Gassen, dann schlüpfen wir durch eine Tür, und dahinter liegt eine große Lederwarenwerkstatt. Der Besitzer führt uns in den ersten Stock. Eine unvorstellbare Menge an Lederprodukten türmt sich bis zur Decke. Zwei weitere schmale Treppen und wir sind auf dem Dach. Unter uns in der Dunkelheit zahlreiche Farbbottiche. Der Junge zeigt uns noch die größte Moschee, die 14 Eingänge hat, in die aber, wie in ganz Marokko, die Ungläubigen nicht hinein dürfen, einen kleinen Platz, in dessen Mitte ein großer Baum wächst. Wir zahlen ihm die vereinbarten 10 Dirham und er verschwindet in der Dunkelheit.
Die Jungs wollen in ein Lokal, wo sie Bier bekommen, der Besitzer bringt es mit einem Augenzwinkern und dem Finger auf dem Mund, die Biergläser sind mit Servietten umwickelt, damit man den Inhalt nicht sieht. Er hat den Allah überlistet und verdient 50 Dh pro Glas, ein gutes Geschäft.
26. März, El Ouata
Unsere Gruppe wird sich heute verkleinern, ein paar reisen schon ab, wir bleiben zu viert. Wir radeln zusammen noch 30 km nach Sefrouauf der vierspurigen und bei Lastern beliebter Straße. Endlich eine ruhige Abzweigung zum Dorf Bhalil. Hier soll es Felsenwohnungen geben, die wir anschauen wollen, Treffpunkt bei einem Minarett mit grünem Streifen. Da gibt es viele! Erst der dritte ist richtig, von hier schleppen wir die Räder eine steile Treppe hoch an einem Felsen entlang.
Vor uns öffnet sich ein Holztürchen. In dem Felsen, der wahrscheinlich Sandstein ist, befindet sich eine ausgehöhlte Wohnung. Vorne ein Tisch mit dem Kocher, weiter hinten an den Wänden eine Reihe von Divans, die mit verschiedenen Decken bedeckt sind, auf dem niedrigen Tischchen ein Wachstuch. Der rutschige Boden ist rot angestrichen, die Decke ist feucht. Schmale, im Felsen gemeißelte Stufen führen zum oberen Raum, in den man nur auf allen vieren kriechen kann. Auf dem Boden liegt ein Haufen Bettdecken, Fernseher an der Wand. Der Hausherr setzt uns auf die Divans und seine Mutter kocht uns einen Minztee.
Die Oma tanzt sogar mit vollem Eimer auf dem Kopf
Die Höhlen soll es schon 300 Jahre geben, in dieser wohnt eine fünfköpfige Familie. Die Großmutter ist angeblich 100 Jahre alt, was in dieser muffigen Umgebung verwunderlich ist. Falls es stimmt. Sie wirft sich einen Spitzenschal um den Kopf und führt kleine Tänze mit einem Eimer auf dem Kopf vor. Erst wenn sie den Eimer absetzt, stellen wir fest, dass er voll Wasser war. Eine stolze Leistung und ein toller Balanceakt auf dem rutschigen Boden. Wir belohnen die Familie und fahren weiter nach Sefrou.
Mittagessen in einer kleinen Garküche, Hariri und Tajine. Wir fragen, ob es in den umliegenden Dörfern eine Unterkunft gäbe. Ja, natürlich, 25 km von hier liegt El Ouata, ein schöner Ort über dem Damm, sein Freund, ein Bankier, hat dort ein Hotel mit einem Pool. Er gibt uns eine Visitenkarte. Hotel mit Adresse, Telefon, Bild. Auf ein Stück Papier zeichnet er uns den Weg. Nach El-Menzel, dann nach Süden abbiegen. Geradeaus, nicht auf den Damm zu! “Sagt ihm, Zacharia hat euch geschickt, ich bekomme von ihm eine Provision dafür.“ Das versprechen wir gerne und verabschieden uns.
Zacharia mit dem Wirt (der Wirtin)
Die Abzweigung nach El Ouata finden wir ohne Probleme, noch 20 km. Es sind schon fünf Uhr, aber das schaffen wir. Die Straße führt durch leere Landschaft, keine Spur vom Dorf oder dem Damm. Dann kommt ein Pfeil Barrage. Da also nicht, da führt es zur Talsperre. Die Straße führt nun steiler bergab, hier muss es schon sein, denken wir. Plötzlich Ende des Weges. Nur stachlige Büsche rundherum, zwei Männer. Hotel? Nein nein, Barrage. Sie zeigen wieder bergauf und nach rechts um die Talsperre herum. Wenn ich gewusst hätte, dass es hilft, wäre ich in Tränen ausgebrochen. Der ganze lange Hügel zurück, das gibt es nicht. Zehn Kilometer bergauf!
Aber es dämmert, für Gefühlsausbrüche gibt es keine Zeit. Kame nimmt meine Fahrradtaschen, Zdenek schiebt mich von hinten. An der Abzweigung ist es schon dunkel. Die Jungs ziehen ihre Stirnlampen heraus (ich nicht, meine ist beim Kame auf seinem Gepäckträger). Ein Auto fährt vorbei, Hotel, ja, noch 2 km, bestätigen sie. Ich zeige ihnen die Visitenkarte und der Fahrer ruft da an, gibt mir den Hotelier zum Telefon, der spricht aber kein Englisch, ich verstehe nur 5 km und dass er Licht vor dem Haus einschaltet. Wir fürchten, dass es weiter wird. In der Nähe bellende Hunde, wir können sie nicht sehen, ist ein Zaun dazwischen? Treten und nicht viel nachdenken, alles geht einmal zu Ende, den Kopf auf Automatik schalten. An einige Erlebnisse ist besser zurückzudenken als sie zu erleben.
Als die Straße endlich bergab führt, steht ein beleuchtetes Auto am Straßenrand. Was macht er hier? Ich frage, wo sich das Hotel befindet. „Frag nicht ständig“, mahnen mich die Jungs. Aber der Fahrer zeigt, wir sollen ihm folgen. Steile Serpentinen beginnen, ich fahre ohne Licht, hoffe dass im Asphalt kein Loch wartet. Nach mehreren Kurven biegt das Auto von der Straße ab in einen steilen Kiesweg hinunter. Kein Pfeil zum Hotel. Ein offenes Tor, mit Laternen beleuchteter Pool, ein Bungalow daneben. Wir werden vom Besitzer begrüßt, ja, er ist der Bänker, zeigt uns die Zimmer, heiße Dusche und verspricht Abendessen. Zacharia hat den Weg falsch erklärt, trotzdem überbringen wir die Grüße, er soll seine Provision erhalten.
Wir haben heute 96 km zurückgelegt, und von der Kreuzung hierher waren es nicht 2, nicht 5, aber 12 km! Die nassen Klamotten hängen wir zum Trocknen vor die aufgedrehte Klimaanlage, leider ist es die letzte, die wir in Marokko haben werden. Alles sieht sehr sauber aus, es ist im Berber-Stil mit Lehmwänden und schönen handgewebten Teppichen eingerichtet, Schilfdecken und niedrige Divans machen die Räume sehr gemütlich. Das schöne Badezimmer mit Böden und Wänden aus glattem Sichtbeton. Der Hausherr ist extra wegen uns aus Fes gekommen, aber nach Einbruch der Dunkelheit glaubte er nicht mehr an unser Auftauchen. Das Haus hat nur drei Zimmer und einen wirklich schönen Blick auf den See und wurde erst im letzten Jahr gebaut. Die Siedler um den See haben sich auf die Stirn geklopft, hier und ein Hotel! Aber es ist das einzige in der Gegend, und die Städter aus Fes und französische Touristen kommen ihn gerne besuchen. Also, wärmste Empfehlung von mir für Gite touristique Ait Ayoub, am Barrage Allal Al Fassi.
Das Personal hat uns ein großes Tajine voller Kartoffeln, Gemüse und vier große Stücke Huhn gebracht. Ausgezeichnet. Dazu Minztee, obligatorisch aus frischen Blättern und mit viel Zucker, und Joghurt als Dessert.
27.März, Taza
Für diesen Luxus mit Essen verlangt der Bänker lediglich 600 Dh. So billig haben wir es nicht erwartet, das sind nur 15 € pro Person.
Die Jungs werden eine 120-Kilometer-Etappe über die Berge radeln. Ohne mich! Ich nehme die Straße, auch so werden es 100 km. Zdenek will mich nicht alleine fahren lassen, es soll sich um mich keine Sorgen machen.
In der Morgensonne überqueren wir den Damm, ich halte Ausschau nach der Abzweigung, wo sich unsere Wege trennen. Zdenek erteilt mir die letzten Ratschläge, wie sich eine Frau alleine in Arabien durchschlagen soll. Und wenn ich gekidnappt werde und ins Fernsehen komme, soll ich ihm vom Bildschirm zuwinken.
Nach Bir Tamtam noch Nebenstraße, die Landschaft macht leichte Wellen. Durch kleine Dörfer mit unscheinbaren Dorf- Moscheen, viereckige Minarette mit grün angestrichenen Balkonen. Auf dem Dorfplatz sitzen ein paar Jungs. Was werden sie tun, wenn eine Europäerin allein mit dem Fahrrad an ihnen vorbeiradelt? Werden sie mir etwas Unanständiges hinterherrufen oder sogar hinter mir laufen? Nein, sie winkten nur lächelnd und begrüßten mich respektvoll: Bon jour, ma‘am! In diesem Arabien ist die Welt noch in Ordnung.
Die Straße führt durch Bohnenfelder, die geernteten Bohnen liegen unter Bäumen am Straßenrand zum Verkauf, bei jeder Plane liegen mehrere Verkäufer. Am großen Staudamm Barrage Idriss liegen am Straßenrand wieder die Fischverkäufer, mindestens zwei bei jedem Häufchen Fische. Sicher verdienen die Fischer einen ganzen Tag Ruhe für den Fang. Ein Mann in Marokko zu sein, das ist kein schlechter Job. Die meisten von denen, die nicht einmal etwas verkaufen, sitzen seit dem Morgen in den Teestuben, die es in den Dörfern an jeder Ecke gibt.
Bunte Blumen auf den grünen Wiesen, schöne friedliche Landschaft, nur die Müllhaufen in den Gräben, vor allem farbige Kunststoffe, stören den Eindruck. Die längste Steigung des Tages ist auf den Col de Touahar, dann ist es nicht mehr weit nach Taza.
Schöne Dörfer unterwegs
Den Hügel hinauf zur Medina von Taza, ich suche dort ein Quartier. Es gibt ein einziges Hotel namens L’Etoile auf dem Hauptplatz. Ich muss aber danach die Opas vor einer Teestube fragen, es liegt versteckt in einem Hinterhof.
Das Hotel stammt vermutlich aus der französischen Kolonialzeit, jetzt ist alles etwas baufällig, aber rosa angestrichen. Von der Dachterrasse ein schöner Blick auf die Stadt. Das Zimmer kostet nur 60 Dh, im Hotel wohnt außer mir niemand.
Schnell durch den Souk laufen, trotz der 100 km in den Beinen bin ich nicht müde. Die Gassen sind nach Zünften sortiert, Teppichgasse, Goldschmiede-Gasse, Herren- oder Frauenkleidung. Nur mit dem Essen wird es ein Problem, endlich finde ich eine kleine Garküche, die so was wie Döner anbietet. Hmmm!
Noch die Stadtmauern besichtigen, und zurück zum Hotel, die Jungs sind da, nach 140 km und 2.500 Höhenmetern, müde und durchgefroren. Ich führe sie durch das Gassengewirr zu „meinem“ Kebab Laden, stolz es auch in der Dunkelheit gefunden zu haben. Der Verkäufer erkennt mich, und schon wird Fleisch für uns bereitet.
28.März, Taza
Es regnet, der starke Wind jagt die Wassertropfen über die Fensterscheibe, was nun? In den Bergen gibt es große Höhlen, die können wir anschauen. Zdenek und seine Platzangst bleiben in der Stadt, wir drei nehmen alle warmen Klamotten, die wir haben (viel ist es nicht) und die Stirnlampen mit und mieten ein Taxi, ich handle den Preis von 400 auf 300 Dirham herunter, für 50 km insgesamt und 2 Stunden Wartezeit an den Höhlen.
Gouffre du Friouato, wie die Höhlen genannt werden, sollen Nordafrikas größtes Höhlensystem sein. Am Eingang befindet sich ein kleines Haus mit der Kasse. Wir zahlen 70 Dh pro Person und bekommen Helme. Die Wände in der Kasse sind mit Karten der Höhle behängt, Aufkleber von verschiedenen speläologischen Verbänden aus der ganzen Welt kleben auf jedem freien Platz. Außer uns sind keine Besucher da.
Ab in die Tiefe
Rand des Abgrunds, unter uns ein riesiger Trichter mit 20 m Durchmesser und 230 m Tiefe. Auf den Grund führen 520 Betonstufen, zuerst mit Geländer, dann ohne. Auf der tiefsten Stelle führt in einer Ecke ein kleines Loch in das Berginnere. Ein schmaler Kamin führt in die Tiefe, mit den Füßen nach vorne schieben wir uns auf dem Bauch über die glitschigen Steine in die Dunkelheit. Die Beine baumeln in der Leere und suchen nach Tritten, mit den Händen klammern wir uns an kleinen Vorsprüngen. Weitere 200 Stufen führen uns immer tiefer in die Eingeweide der Höhle. Der Guide leuchtet die Wände und Decke mit seiner starken Lampe aus: Tropfsteine bilden hier wehende Schleier, Menschen- und Tierköpfe, es ist überwältigend. Umso mehr, dass die Höhle nicht erschlossen ist, es gibt keine Stege, keine Geländer und Beleuchtung. Wir hangeln uns an den Tropfsteinzapfen hoch, zwischen den Stalagmiten gibt es viel Schlamm, wir stolpern, rutschen, krabbeln.
An einer Stelle gibt es einen schwarzen Abgrund, auf einer rutschigen schmaler Holzplanke muss man auf die andere Seite balancieren. Wir haben kein Seil, nichts, aber der Guide reicht mir die Hand, seine Zuversicht lässt mich die Gefahr verdrängen. Ein paar wacklige Schritte, und ich bin auf der anderen Seite. Klare Teiche glitzern im Licht unserer Stirnlampen. Ein Engpass muss bewältigt werden: ein tiefes Loch voller Wasser, das nur durch einen gewagten Doppelsprung überwunden werden kann. So weit kann ich nie springen, auf den glitschigen Felsen und übers Wasser nach oben auf die dunkle Kante. Selbst die Jungs zögern. Der Marokkaner hilft ihnen, und ich habe keine andere Wahl, als es auch zu versuchen, ich kann hier nicht alleine bleiben, würde nie den Rückweg finden. Der Guide reißt mich mit einem Ruck nach oben, wenn ich schon drohe abzustürzen.
Hohe Kuppeln wechseln sich ab mit schlammigen Kriechlöchern, durch die wir auf allen vieren durch müssen, nach oben, nach unten, zu einem großen Dom voller Teiche. Wegen dem Regenwetter gibt es gerade mehr Wasser. Und hier wartet die letzte Mutprobe. Es gibt nur einen Weg über die Teiche: auf dünnen wackligen Brettern, alles ist nass und rutschig, die Bretter biegen sich so, dass man sowieso knöcheltief im Wasser steht. Meine Radlschuhe, das einzige feste Schuhwerk, das ich hier habe, ist total durchnässt! Wir balancieren langsam über das erste, zweite Brett, das sechste. Endlich auf der anderen Seite. Dann liegt ein großer See vor uns, weiter geht es definitiv nicht. Rückkehr zum Glück am anderen Weg. Endlich schimmert Tageslicht über unseren Köpfen, durch das enge Mausloch winden wir uns aus der Unterwelt, durchnässt und schlammbedeckt (meine einzige lange Hose!), schwitzen wir die 520 Stufen aus dem Krater nach oben.
Blick aus der Höhle zurück in die Welt
Es war ein tolles Erlebnis! Angeblich sind die Gänge 3 km weit erkundet, wir waren 500 m in dem Höllensystem drin, haben dafür 1,5 Stunden gebraucht. In Europa wären solche Höhlensysteme aus Sicherheitsgründen überhaupt nicht für die Öffentlichkeit zugänglich. Zurück in der Medina von Taza wärmen wir uns in einem Café in der Sonne.
29. März, Ain Hamra
Um fünf werde ich von den Muezzinen geweckt, die aus verschiedenen Moscheen ihre Allahaah akbarr singen, ihre Stimmen fallen, steigen und verflechten sich, ein schöner Gesang, dann schlafe ich wieder ein, um acht lacht die Sonne und weiß nichts mehr vom gestrigen Regen. In der Bäckerei gibt es süße Brötchen, die wir in die Teestube bringen und zum Minztee essen.
Wir brechen nach Norden auf zu den Rif Mountains. Von Taza in 500 m Höhe müssen wir auf einen Bergpass mit 1.440 m. Der Verkehr außerhalb der Stadt ist minimal, die Straße verengt sich erfreulich. Ein Rückenwind treibt uns voran, meine Männer setzen ein teuflisches Tempo an. Nach ca. 70 km das erste größere Dorf, Aknoul.
Die Jungs sitzen am oberen Dorfende in der Kneipe beim Mittagessen, ich kaufe mir nur eine Orange und springe aufs Rad. “Ihr könnt noch eine Weile sitzen, meine Herren, ich fahre vor”. Ich hechle auf den Col du Nador, von dort geht es nur noch bergab nach Ain Hamra. Von oben sieht man seine kleinen Häuser zwischen grünen Hügeln hocken, wie eingekuschelt. Aus der Nähe ist es weniger romantisch, Müll entlang des Weges. Aber fünf Meter vom Straßenrand entfernt wächst die unberührte Natur in die Höhe und blüht. Die Häuser in dem üblichen Stil gebaut, wo man Unfertiges vom bereits Zerfallenem schwer unterscheidet. Auf dem Dorfplatz jede Menge Teehäuser, die von alten Männern belegt sind. Sie sitzen nebeneinander mit dem Rücken zur Wand und beobachten das Dorfleben. Die Ankunft schmutziger Europäer auf Fahrrädern bringt eine beträchtliche Belebung in ihre Reihen. Sie wedeln mit den Händen nach rechts, nach links. Dort ist ein Hotel, nein, da drüben. Ich soll die angepriesene Unterkunft begutachten, die Zimmer sind groß, in der Gemeinschaftsdusche gibt es in Kniehöhe nur einen Wasserhahn mit kaltem Wasser, im ganzen Hotel gibt kein einziges Waschbecken. Für 100 Dh.
Am Bach gibt es eine Mineralquelle, weshalb es hier ein Kurort ist. Zdenek entspannt im Bett, ich gehe das Dorf erkunden. Der Boden vor der Quelle ist mit Fliesenresten belegt, Hundertwasser hätte so was gefallen, nur hier ist es keine Kunst, sondern Resteverwertung. Ein paar Stufen, da fließt das heilende Wasser aus zwei Rohren im Felsen, den Kurgästen direkt in die Schuhe. Es riecht etwas schweflig, ich probiere nur, trinken will ich es nicht. Wer weiß, womöglich hat es abführende Wirkung?
30. März, Al Hoceima
Um neun hört Allah auf, seine irdischen Blumenbeete zu gießen, trotzdem hängen tiefe Wolken über dem Boden. Wir haben einen langen Weg vor uns, durch die Riff Mountains bis zum Meer. Durch die angeblich größten Cannabis-Felder der Welt. Exporte nach Europa, Spanien, Holland und Frankreich. Der Anbau ist illegal, aber mit den Berbern hat noch keine Regierung etwas ausgerichtet. Und die Berge sind unbesiedelt und unzugänglich.
Ich vermute Schlimmstes, weil man zwei Flusstäler überqueren muss. Zuerst hinunter ins Tal des Flusses Oued Nekor. Das wird sich rächen, so ein langer Abstieg. Ein Autofahrer bestätigt, dass die Straße durchgehend asphaltiert ist, das minimiert die Möglichkeit, falsch abzubiegen.
Auf die Hauptstraße sollen wir am besten im Dorf Beni Hadifa stoßen, nach 60-70 km. Natürlich geht es gleich bergauf, nicht steil, aber natürlich lang und natürlich mühsam. Die Straße windet sich durch die Landschaft, ab und zu ein kleines Wäldchen, höher kommen Felder, und wie die Straße steigt, dann nur noch Weiden. Hier und da eine Herde weidender Pflanzenfresser, sonst kein Verkehr, kein Mensch. Die Straße kriecht dichter unter die hängenden Wolken. Langer Aufstieg in einen Sattel, vielleicht ist es schon der Hauptkamm? Der Wind wird stärker, es wird kalt. Auf 1.600 m sind wir endlich oben. Die Erleichterung muss einem Entsetzen weichen, hinter dem breiten Tal vor uns zieht sich ein noch höherer Bergrücken. Ich fühle mich so winzig in diesen endlosen Hügeln.
Die Abfahrt wäre schön, wenn nicht der böige Wind wäre. Er kommt von der Seite, rüttelt am Rad, ich möchte nicht im Straßengraben landen. Einmal hat er mich fast umgeschmissen, zum Teufel mit dem Wind, der Kälte und den Wolken! Der Aufstieg zum dem hohen Grat beginnt, Zdenek verschwindet in der Ferne, ich bin jetzt allein mit dem Wind. Die Wolken haben sich bereits auf die höchsten Gipfel gelegt, wird der Pass noch frei sein, oder lande ich im Nebel? Fahrrad im leichtesten Gang, der Kopf auf Automatikmodus geschaltet, alle unnötigen Knöpfe im Hirn sind ausgemacht. Seltsamerweise ist es am besten, wenn ich alleine fahre. Nichts stört mich, ich verfalle in eine Art Meditation oder Geistesabwesenheit, nur treten und nicht viel denken. Ich weiß nicht, wie lange es dauert, bis ich mich am höchsten Punkt wiederfinde.
Auf der Weggabelung ein Schild in arabisch und lateinisch: Al Hoceima 80 km. Oben auf der anderen Talseite schimmert weiß ein großes Dorf, das muss Beni Hadifa sein, noch 10 km bergauf.
Al Hoceima
Die bis jetzt schöne asphaltierte Nebenstraße verwandelt sich in Beni Hadifa in eine staubige Schlaglochpiste. Von einem Teehaus winken mir meine Männer zu. Ich sinke auf den Stuhl, nach 96 km und 1.800 Höhenmetern könnte es für mich heute reichen. Al Hoceima ist immer noch 45 km entfernt. Es ist bereits halb fünf, ich fahre weiter per Anhalter.
Am Dorfende kommt ein VW Bus und bleibt bei mir stehen. Ich frage, ob sie nach Al Hoceima fahren, der Fahrer nickt und macht mir die Schiebetür auf. Da passe ich mit dem Rad super rein. Vorne sitzen drei lachende junge Männer, ich auf dem Rücksitz, der seltsamerweise nicht auf den Boden geschraubt ist. Und die Rallye beginnt. Ich schaue ihnen über die Schultern auf den Tacho, der hat auf der kurvigen Straße manchmal 120 drauf. Allen scheint es einen Riesenspaß zu machen, dabei drehen sie sich zu mir um, sie reden Spanisch, so verstehen wir nicht viel voneinander. Nur dass sie in die Berge fahren um Haschisch zu rauchen. Das war heute bestimmt der Fall, ein süßlicher Geruch weht zu mir nach hinten. Ich hoffe, sie setzen das Auto nicht in einen Straßengraben. Ich erkläre, dass ich mit drei Hombres unterwegs bin und wenn wir sie überholen, winke ich ihnen zu, damit sie wissen, dass ich vorne bin. Werde Hotel reservieren.
Nach Al Hoceima muss man noch drei Berge überqueren, gut, dass ich schon im Auto sitze! Wohin soll es sein, wollen sie am Stadtrand wissen. Centro, por favor. Auf einem großen Platz Gracias, Adios! Jetzt muss ich ein Hotel mit heißer Dusche entdecken, das die Jungs leicht finden würden. An der Ecke zu einer Seitenstraße. Für 200 Dirham schöne große saubere Zimmer, warme Dusche. Ich schicke den Jungs eine SMS ab. Nach 140 km und ca. 2.500 m in den Beinen kommen sie an. Hut ab.
31. März, Kala Iris
Wir sind am Mittelmeer gelandet und haben es noch nicht gesehen. Also auf zum Hafen, wo Fischer neben ihren Booten die Netze flicken. An der Küste erstreckt sich der Nationalpark Bokkoyas, wir fahren über den etwa 400 m hohen Klippen. Wir schieben durch eine steinige Schlucht, irgendwo ist der Weg zu Ende, über Zäune, bis wir auf dem Asphalt sind.
Kala Iris ist 30 km weit. Ich fahre schon los, die anderen bleiben länger sitzen. Ja, ich weiß wohin, nach 20 km nach rechts zum Meer. Das erste Dorf am Meer ist Torres, hinter dem Hügel liegt Kala Iris, es ist ausgeschildert wie ein Urlaubsort. Aber Pustekuchen! Ein winziger Hafen mit einem einzigen Haus, einem kurzen Landesteg, ein paar Jungs an den Booten und eine Wiese mit Zelt. Auf dem Felsen zwei kleine rosa Häuser, ein paar Wohnwagen, hinterm Haus steht ein kleiner Anhänger, für vier Personen OK. Mit Abendessen und Frühstück alles für 300 Dh. Sogar eine warme Dusche gibt es. Meerblick ist kostenlos. SMS an die Jungs, aber es dauert noch, bis sie kommen. Natürlich sind sie über irgendwelche Ziegenpfade in den Bergen gefahren. In Torres haben ihnen die Einwohner gemeldet, dass Muchacha schon nach Kala Iris gefahren ist. Der Patron kocht für uns ein Tajine mit Kartoffeln und mehreren Sorten Fisch, gewürzt mit Kräutern aus eigenem Garten. Ein Leckerbissen.
1.April, El Jebha
Der Anhänger wird in der Nacht durch starken Wind gerüttelt, ein Regenguss nach dem anderen trommelt aufs Dach, die Schotterstraßen sind in der Früh aufgeweicht. Abfahrt nach Taghazoute in der Mündung eines Flusses, dort ist der Küstenweg zu Ende, durch ein Moor schieben wir zur Straße. Und die Achterbahn beginnt. 550 m nach oben, auf der anderen Seite des Buckels wieder herunter auf Meereshöhe, und das gleiche noch mal, diesmal auf 800 m hoch. Ich fixiere den Sattel vor mir als Ende meiner Qualen, aber vom Sattel sieht man einen nächsten Sattel, weiter auf einen Sporn mit einem Sendemast, von dort 15 km bergab zum Meer. Die Sonne scheint, die salzige Brise lockt uns in den Hafen.
El Jebha wäre in Europa ein niedliches Fischerdorf mit einer Promenade mit Ladenfront, Eisverkäufern und schönem Strand. Hier sind nur schlammige Wege voller Schlaglöcher, die jetzt mit Regenwasser gefüllt sind, Plastikabfall liegt im Straßengraben. Auf dem Platz steht das einzige Hotel, mehrere braucht man hier nicht, es ist niemand da. Das Abendessen in der Hafentaverne überrascht uns angenehm. Zwei große Tabletts voller gebratener Fische landen auf unserem Tisch, frischer Fang. Große, kleine, farbige Fische, Tintenfische. Dazu Oliven und Brot, nur 50 Dh pro Person. Morgen soll es den letzten trockenen Tag geben, wenn wir nach Chefchaouen wollen, müssen wir morgen dorthin. Eine Etappe von 120 km.
2.April, Chefchaouen
Wir frühstücken neben dem Hotel auf einem sonnigen Platz vor der Teestube.
Ich möchte die ersten 70 km auf der Hauptstraße per Anhalter fahren. Ein Pick-up bleibt stehen, der junge Fahrer ist ein Berber. Unsere gemeinsame Sprache ist Französisch, die wir beide nicht beherrschen. Trotzdem schaffe ich ihn zu fragen, wie die Marihuana-Felder ausschauen. In den Bergen konnten wir sie nicht entdecken. Er zeigt auf die braunen Felder auf den sonst schon grünen Hängen überall um uns herum: brun, brun, brun. Mit den Fingern zeigt er: Jour – petit, also heute sind die Pflänzchen auf den braunen Feldern noch sooo klein, deux mois, zeigt er mit den Händen hoch über den Kopf, also in zwei Monaten sind sie über zwei Meter hoch. In dem fruchtbaren Boden wächst Marihuana schnell. Wir fahren durch Fischerdörfer, viele Häuser befinden sich im Bau. Haschisch, Haschisch, Haschisch, macht er eine breite Bewegung mit der Hand über das ganze Dorf. Haschisch-Land. Reiche Gegend. An den Klippen entlang der See stehen weiße Wächterhäuschen, die Küstenwache versucht, die nach Spanien fahrenden Schmuggler abzufangen. Wie man an der regen Bautätigkeit sieht, mit geringem Erfolg.
Die Berber-Frauen laufen hier anders angezogen als die Araberinnen im Hinterland. Hier wird kein Kaftan getragen, sondern eine meist rot-weiß gestreifte Schürze über einem langen Rock, ein weißer Stoff bedeckt Kopf und Schultern und wird mit einem Strohhut gehalten. Schwarze oder farbige Quasten schmücken die Krempe.
An dem Kreisverkehr vor dem Dorf Oued Laou bedanke ich mich für die angenehme Reise. Es ist warm, aber ich ziehe ein langärmliges T-Shirt an, und natürlich fahre ich die ganze Zeit in langen Hosen herum. Aus Respekt vor muslimischen Bräuchen. Es reicht schon, dass ich als Frau alleine auf der Straße bin, dazu mit Fahrrad. Anders als im Landesinneren winken mir die Frauen hier freundlich zu, grüßen mich und feuern mich an.
Das einsame Sträßchen führt durch das Tal des** Laou** Flusses, nach 40 km soll er aus einer Talsperre fließen. Der Weg führt über einen kleinen Bergpass, der Fluß ist tief in eine schmale Schlucht eingeschnitten, wälzt sich wild und braun über große Felsbrocken.
Zwei niedliche kleine Mädchen kommen mir mit Schulranzen entgegen, aus der Schule. Bon jour, rufen sie artig, und nachdem ich an ihnen vorbei bin, fangen sie zu kichern an, drehen um und laufen hinter mir. Sie werden immer mutiger, fassen meine Taschen an. Ich bin jetzt auf der Hut, da eine Horde von Schulkindern auf uns von oben zukommt. Die Jungs laufen sofort mit Kampfgeschrei auf mich zu und fangen an den Taschen zu zerren. Ich muss absteigen. Wenn ich stehen bleibe, laufen sie weg, sobald ich das Fahrrad schiebe, sind sie wieder mit ihren Händen überall am Fahrrad. Sie ziehen mir ein Päckchen Kekse aus der Tasche. Meine Erinnerungen an das Radeln in Äthiopien, wo uns die Kinder mit Steinen beworfen haben, werden wieder wach. Ihr freche Bengel, scherrt euch zum Teufel! Erst auf der Kuppe, wo ich den Weg bergab fahren kann, werde ich sie los. Jetzt habe ich keinen Nerv auf eine Mittagspause, erst weit hinter dem Dorf setze ich mich auf eine Leitpanke, bereit, sofort aufzubrechen, falls wieder die kleinen Schlingel auftauchen. Die Berber sind ein anderer Menschenschlag als die Araber, da sind mir schon fletschende Zähne von einem Hund in der Nähe meiner Waden lieber als eine Horde solcher frechen Bengel.
Aus dem Staudamm stürzt trübes Wasser in die Tiefe. Hier ist es nur 300 m hoch, Chefchaouen liegt in der Höhe von 600-800 m. Es sind noch etwa 15 km, die Stadt leuchtet aus der Ferne von einem Hügel. Die Hauptstraße führt nach Meknès und ist mit Ständen gesäumt, die Keramikwaren aller Art, Farben und Größen anbietet.
Serpentinen bergauf, die Vororte ziehen sich über den Hang, auf den zahlreichen Kreisverkehren versuche in Richtung Medina zu fahren. Es ist halb fünf, die Jungs könnten bis sieben da sein. Hinter der Stadtmauer führen Stufen nach oben durch die engen Gassen, durch ein Labyrinth von Wegen finde ich schließlich die Tür von Dar Baraka. Aber es ist leider belegt. Raus aus dieser Sackgasse, ein Mann nennt mir ein anders Riad, die Medina ist si groß. Er führt mich irgendwo durch die Gassen, Gasthaus Souika. Ja, ein Vierbettzimmer ist noch frei, auf dem Dach. Und die Räder? Auch aufs Dach. Drei Stockwerke hoch, das Zimmer hat ein kleines Fenster, das Bad befindet sich auf der Terrasse es kostet 60 Dh pro Person, natürlich nehme ich, will nichts anderes mehr suchen.
Wie bringe ich die Jungs her? Ein Helfer wird sich auf der Hauptstraße postieren, der andere auf einem Platz, das ist ihr Job, die Gäste abzufangen. Sie sollen sagen, Helen habe sie geschickt. Am nächsten Tag begrüßen mich viele fremde Männer mit: bonne jour, Helen. Ich warte auf dem Hauptplatz und schicke den Jungs SMS, dass sie abgefangen werden, Zdenek wünscht sich von mir abgefangen zu werden, was uns gelingt.
Chefchaouen ist ein touristischer Ort, mit Massen von älteren Pauschaltouristen und europäischer Jugend, die durch die Gassen in marokkanischen Klamotten und mit Dreads auf dem Kopf schlendert. Die einen suchen hier Kultur, die anderen eher Haschisch. Auch uns (den Jungs, mir nicht) werden von den Dealern in der Handfläche versteckte bräunliche Klumpen angeboten: Hasch, Hasch, good price!
Der Hauptplatz von Chefchaouen
Es gibt ein Restaurant neben dem anderen auf dem Platz, die Gästeeintreiber schieben uns die Speisekarten unter die Nase. Alle Tische sind draußen, nur unter einer Plane, es ist nicht gerade warm.
Dachterrasse unseres Hotels
3.April, Chefchaouen
Leider hat sich die marokkanische Prognose bestätigt, es regnet. Pauli und Kame gehen zu Fuß Richtung Berg, aber der steckt von der Hüfte aufwärts im Nebel. Zdenek und ich schauen uns die **Kasbah **an, die Festung, die für 10 Dh zugänglich ist. Hohe, lehmverputzte Wände, innen ein Garten mit Palmen, ein kleiner Palast, heute dient er als Museum mit ein paar staubigen Exponaten. Ein Turm und das Gefängnis mit Eisenringen zum Anketten der Sünder an den Wänden. Zum Turm fehlt momentan der Schlüssel.
Es nieselt, Zdenek hat keine wetterfeste Jacke, so kehrt er in unser Riad zurück. Die Fahrkarten für den morgigen Bus nach Rabat muss ich alleine holen. Denn morgen soll es auch regnen, und unsere Tage in Marokko gehen langsam zu Ende. Der Fahrpreis für die 200 km kostet 60 Dh.
Bewaffnet nur mit meinem einfachen Handy gehe ich auf die Fotopirsch durch die Gassen. Chefchaouen ist die Stadt, die ich in Marokko am meisten sehen wollte. Die Häuser sind an den Hängen übereinander gestapelt und ähneln kleinen Festungen. In den 1930er Jahren wurde die blaue Färbung von Häusern eingeführt. Sicherlich nicht als Touristenattraktion, in die sich die Medina nach der Öffnung für Ungläubige zweifellos verwandelt hat. Überall ist es relativ sauber, die Gassen sind in Kombination von Betonplatten und Steinmosaik gepflastert. Blaue Häuser, blaue Balken, blaue Stufen zwischen den Häusern, blau gestrichene Felsen, die unter den Fundamenten der Häuser sichtbar sind. Männer in ihren Djellabas sehen wie Kapuziner aus, auf dem blauen Hintergrund bieten sie schöne Fotomotive.
Wie gute Bilder kann mein Handy beim Regen machen?
Steile Gassen
Zum Abendessen suchen wir ein Lokal aus, das Tische innen hat. Wir sind die einzigen essenden Gäste, die Einheimischen sitzen in zwei Rehen vor der Glotze und schauen Fußball. Nach dem Schlusspfiff stehen sie auf und gehen heim. Wir bleiben bis zehn, das Lager neben unserem Hotelzimmer ist von Haschisch-Touristen belagert. Draußen schüttet es wie aus Kübeln.
4.April, Salé
Kame und Pauli wollen nach Rabat radeln. Zdenek und ich eilen zum Bus, wir haben noch die Besichtigung von Rabat eingeplant. Unser Bus ist fast leer, so hängen wir unsere nasse Kleidung über die umliegenden Sitze.
Nach sieben Stunden Fahrt landen wir in Rabat in der Sonne. Beim Aussteigen packen wir schnell unsere Sachen ein, ich vergesse meine Jacke drin. Bis ich es feststelle, steht schon ein anderer Bus da. Wo ist der unsere? Hinter dem Gittertor, da darf man aber nur mit gültigem Ticket rein. Habe ich nicht, laufe einfach durch. Meine schöne Jacke! Der Bus steht etwas abseits, der Motor läuft schon, die letzten Passagiere werden hineingetrieben. Wie ein Pfeil schieße ich hinein, wo ist meine Jacke? Auf dem Sitz liegt sie nicht, ich schaue auf die obere Ablage, und siehe da: meine Jacke, meine Handschuhe, aber auch Zdeneks Jacke und sogar sein Helm! Ich packe alles zusammen und schon bin ich draußen. Melde Zdenek meinen Erfolg, er hat noch gar nicht bemerkt, dass auch ihm einiges gefehlt hat.
Mit dem Fahrrad durch eine Stadt mit 2,5 Millionen Menschen zu fahren, ist mit Fahrrad nicht immer ein Genuss. Allerdings sind es nur etwa 6 km bis zur Neustadt. An dem weißen Mausoleum vom Hasan II. vorbei, ein hoher Turm steht daneben, und der Rest einer Moschee, die im 18. Jh. vom Erdbeben zerstört wurde. Alles mit hoher Mauer umgeben. In dem einzigen Eingang stehen Wachen, die lassen uns nicht mit den Rädern hinein.
Wir wollen auf der anderen Flußseite übernachten, in der ruhigen Altstadt von Salé, am besten in einem schönen Riad. Von der Aussichtsplattform an der Kasbah machen wir uns den ersten Eindruck.
Eine Doppelbrücke führt von Rabat über den Fluss nach Salé. Dahinter ein riesiger Kreisverkehr, direkt an den Befestigungsmauern der Salé-Medina. Wir fragen Passanten nach einem Riad, eine nette Frau schickt uns zur Apotheke, dort ist ein unscheinbarer Schild Marlinea 200 m an der Hauswand. Die Gasse gabelt sich, ein schmaler Durchgang in eine dunkle enge Gasse ums Eck, am Ende ein Tor. Beim genauen Hinsehen entdecken wir eine Türglocke mit einer verwischten Schrift: Marlinea. Ein bisschen mehr Werbung würde nicht schaden, so findet sie hier fast niemand.
Schöne Sitzecke in Marlinea
Wir treten in den Innenhof – wow! Wir sind in einem mittelalterlichen Palast! Kein enges Riad, sondern ein Herrenhaus mit einem großen glasüberdachten Hof. Tische und Divans an den Wänden, ein Springbrunnen und große blühende Bouganvilleen, die sich an den Mauern zur Sonne emporstrecken. Es gibt nur drei Doppelzimmer für Gäste, aber was für welche. Die Decken 5 m hoch, ein riesiges Himmelbett, geschnitzte Türen, schwerer Schreibtisch, ausladender Divan, Badezimmer mit Eckbadewanne und Düsen. Mit Frühstück 60 Euro, das ist europäischer Preis, aber wir nehmen es. Zum Schluss unserer Reise werden wir uns den Luxus gönnen.
Das herrschaftliche Ambiente
Unser orientalisches Schlafzimmer
Auf in die Medina. Irgendwo müssen wir eine Folie für das Einpacken der Räder auftreiben. Tatsächlich finden wir eine Art Haushaltswarengeschäft, wo es eine Folie gibt. Aber wie sagt man Klebeband? Wir versuchen uns beide in Pantomime, der Verkäufer hat viel Fantasie und begreift.
5.April, Rabat
Das Frühstück entspricht dem Ambiente. Mit der Straßenbahn fahren durch ganz Rabat nach Süden zur Endstation. Sight-seeing-tour auf die bequeme Art. Sie ist sehr modern und sauber, mit einem schönen arabischen Muster an der Seite. Zufällig werden wir von einem Revisor kontrolliert. Zurück in die Stadt zu Fuß vorbei an den Universitäten, dem königlichen Palast und der Militärgarnison. Überall gibt es eine Menge Sicherheitsleute und Polizisten. Gehen nach Chellah, das sind die Überreste einer römischen Stadt auf einem Hügel. Nur von Mauern geschützte Ruinen.
Endlich in Medina angekommen, hat Zdenek schon genug von dem Laufen, er will noch radeln. Gut, wir treffen uns heute Abend im Hotel. Ich werde in die Tiefen der Medina eintauchen, die von Mauern umgeben ist, ein breiter Kopfsteinpflaster-Weg führt entlang, alles sieht ordentlich aus. Um den Souk sieht es schon anders aus, es gibt auch verlassene oder baufällige Häuser.
Der Souk von Rabat
6. April, Abreise
Wir müssen Morgen früh schon um fünf Uhr am Flughafen sein. Wir machen noch eine Rundfahrt um Rabatund übernachten im Flughafen.
Am Ufer entlang nach Süden. Es ist Samstag, auf der Promenade werden Hunde Gassi geführt, verliebte Paare spazieren händchenhaltend am Meer, der Wind zerzaust den Mädchen ihre schönen langen Haare, Mütter sitzen mit ihren Kindern im Gras und Jungs spielen Basketball. Viele joggen, auch Mädchen, der Straßenkehrer fegt die Wege. Das soll arabisches Afrika sein? Es fühlt sich wie Südeuropa an. Die Bevölkerung ruht nach einer Arbeitswoche. Rabat ist eine moderne Stadt. Nicht wie im Landesinneren, wo die männliche Bevölkerung aus Mangel an anderen Aktivitäten die ganzen Tage in den Teestuben sitzt.
Die Promenade endet in einem Küstenort mit vielen Restaurants und Prachtvillen, weiter gibt es nur Dünen, die von dicken Autoreifen zerfurcht sind, entlang der Küste Elendsbehausungen mit einem herrlichen Meerblick. Der Sand ist mit einem Teppich von wilden Blumen überzogen.
Ein Pfeil zeigt Richtung Tamesna. So ein Dorf haben wir in der Karte nicht, aber es zeigt sich schon am Horizont. Eine ausgedehnte Plattensiedlung mitten in einer wüstenartigen Gegend, aber komplett unbewohnt. Auf großen Plakaten locken glückliche Familien mit Kindern zum Kauf einer Wohnung, die Plakate sind aber schon etwas zerrissen. Und an den Fassaden der unbewohnter Häuser blättert der Putz ab, die gepflanzten Bäumchen entlang der leeren breiten Straßen werden langsam vom Gras überwuchert. In die Wüste ziehen sich weitere Straßen, noch ohne Häuser, aber schon mit Straßenbeleuchtung. Ein Wald aus Baukränen wartet auf seinen Einsatz. Eine Geisterstadt? Wurden die Häuser für junge Familien gebaut, oder hat man hier Schwarzgeld gewaschen? Am anderen Ende dieser zukunftweisenden Stadt doch ein paar bewohnte Häuser, aber wir haben weder irgendwelche Infrastruktur noch Schule gesehen. Nur eine Moschee im Bau auf dem Hügel.
Hinter diesem urbanen Monster das Dorf Sidi Yahya, vom Baggern umpflügte Narbe zieht vorbei, eine neue Betonbrücke ragt noch ohne Anschluss aus der nackten Erde. Eine Autobahn wird gebaut. Wir finden eine Nebenstraße um das Mohamed ben Abdullah Wasserreservoir. Ein malerisches Tal, hinter dem Damm ist es zum Flughafen nicht mehr weit. Aber plötzlich versperrt uns ein Tor den Weg, Soldaten strömen aus dem Wachhäuschen, keine Durchfahrt hier. Das heißt Umweg, die Straße endet aber auf einer schlammigen Baustelle. Der Schlamm spritzt uns bis auf den Rücken.
Die Sonne hängt tief über dem Horizont, eile ist geboten. Endlich Asphalt, wir sind auf der Autobahn, ohne Seitenstreifen. Noch 8 km, dann endlich ein Schild zum Flughafen.
Wir bleiben stehen, schauen nach einem Dorf, wo wir was zum Essen kaufen könnten. Ein Auto bleibt neben uns stehen, ein Ehepaar, sie bieten uns Hilfe an. Sie wohnen nur 500 m von hier, sie laden uns zum Essen und zum Übernachten ein. So was können wir nicht ausschlagen. Eine Schotterpiste biegt direkt von der Autobahn ab, nach 100 m bleiben wir schon in Dunkelheit vor einem kleinen Bauernhof stehen. Ein Gästezimmer mit Bad, warme Dusche (wir sind schlammverkrustet wie Wildschweine), Huhn mit Pommes. Da könnte uns nichts Besseres passieren.
Es sind Franzosen in unserem Alter, er im Marokko geboren, Patricia und Jean Louis. Sie betreiben eine Avocado-Farm mit 14.000 Bäumen. Er hat die Farm von seinen Eltern geerbt, aber der Marokkanische Staat hat sie ihm als einem Ausländer enteignet. Sie dürfen sie pachten und weiter bewirtschaften. Patricia spricht Englisch so viel wie ich, so können wir uns unterhalten, wir trinken hausgemachten Zitronensaft, als Dessert gehackte leckere Orangen mit Zimt und Zucker bestreut.
Um vier Uhr morgens aufstehen. Bitte, liebe Gastgeber, bleibt im Bett uns steht nicht mit uns auf, vielen vielen Dank für eure Gastfreundschaft. Wir müssen ihnen versprechen, dass wir bei unserem nächsten Besuch in Marokko auf jeden Fall vorbeischauen werden. Sehr nette Leute, wie können wir uns revanchieren?
Zum Flughafen sind es lächerliche 1.500 m, es war eine perfekte Übernachtung. Und ein schöner Abschluss unserer ersten Radtour in die arabische Welt. Ich hoffe, dass es nicht meine einzige Reise in die Arabische Welt war, möchte noch mehr die mir unbekannte Kultur kennenlernen. Marokko ist kein typisches Land zum Radeln, das macht es aber gerade interessant,out off the beaten tracks. Es hat mir sehr gefallen.
Helena
PS.: Wegen Mangel an eigenen Fotos habe ich auch die Handy-Aufnahmen von den anderen benutzt
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