Tricky Thema, weil es zu Kämpfen selbst in Familien führt, da gibt es nur schwarz oder weiss, aber es nervt - bin ich das Arschloch, weil ich meinen BMW Diesel Verbrenner fahre und keien Lust auf E-Auto habe, weil scheiss planbar ist auch wegen der überschaubaren Infrastruktur im Lande?
Loht sich der Wechsel?
Ich fahre einen alten BMW Diesel.
Nicht aus Ideologie. Nicht aus Provokation.
Sondern weil er da ist, funktioniert und mein Alltag damit abgedeckt ist.
Trotzdem werde ich regelmäßig behandelt, als wäre ich persönlich verantwortlich für den Klimawandel.
Das ist der Punkt, an dem ich aussteige.
Ich bin nicht gegen Innovation.
Ich beschäftige mich seit über 15 Jahren mit KI, seit über 10 Jahren mit Blockchain und verteilten Systemen. Ich weiß, dass Dinge selten schwarz oder weiß sind. Genau deshalb nervt mich diese Debatte.
Lass uns kurz über Fakten reden.
Sind E-Autos nachhaltiger als Verbrenner?
Ja – langfristig und im Betrieb.
Aber nicht ab Werk.
Ein E-Auto verursacht:
- deutlich mehr CO₂ bei der Herstellung (vor allem Batterie)
- weniger Emissionen pro gefahrenem Kilometer, abhängig vom Strommix
Der ökologische Break-even liegt je nach Studie irgendwo zwischen 50.000 und 100.000 km.
Vorher ist das E-Auto nicht sauberer, sondern nur lokal emissionsfrei.
Das wird gern unterschlagen.
Batterien sind kein grünes Wunder
Lithium, Nickel, Kobalt:
- energieintensive Förderung
- oft problematische Arbeitsbedingungen
- geopolitische Abhängigkeiten
- massive Eingriffe in Ökosysteme
Das ist kein „fossiler Mythos“, das ist dokumentierte Realität.
Recycling wird besser, ja.
Aber heute ist die Batterie kein nachhaltiges Endprodukt, sondern ein Trade-off.
Und Wasserstoff?
Wasserstoff ist keine Wunderlösung, aber auch kein Witz.
- Für PKW aktuell ineffizient
- Für Industrie, Schwerlast, Langstrecke, Schiffe, Luftfahrt sehr relevant
- Grüner Wasserstoff ist knapp, teuer und energieintensiv
Elektro oder Wasserstoff ist die falsche Frage.
Die richtige Frage ist: Wo ergibt was Sinn?
Fossile Brennstoffe?
Ja, fossile Brennstoffe sind langfristig keine Lösung.
Aber:
- bestehende Fahrzeuge weiterzufahren ist oft nachhaltiger, als sie frühzeitig zu verschrotten
- Nachhaltigkeit ist nicht nur Emission, sondern auch Ressourcenlebensdauer
Ein funktionierendes Auto wegzuwerfen, um ein „sauberes“ neues zu kaufen, ist nicht automatisch ökologisch.
Was mich wirklich nervt
Nicht Elektroautos.
Nicht Wasserstoff.
Nicht Klimaziele.
Mich nervt:
- der moralische Absolutismus
- das permanente Belehren
- die Vorstellung, dass Mobilität ein Charaktertest ist
Ich fahre einen Verbrenner.
Du fährst elektrisch.
Jemand anderes fährt Bahn.
Keiner davon ist automatisch ein besserer Mensch.
Mein Fazit
Elektromobilität ist ein wichtiger Baustein, aber keine religiöse Wahrheit.
Nachhaltigkeit ist komplex, unbequem und voller Zielkonflikte.
Und Innovation funktioniert nicht durch Beschämung, sondern durch bessere Lösungen.
Wenn Elektro wirklich überlegen ist, wird es sich durchsetzen.
Ganz ohne moralischen Druck.
Bis dahin wäre etwas weniger Meinung und etwas mehr Differenzierung ganz angenehm.