The street I grew up - photo from the 1920ies - the original Ziegelofen (brick oven) where the street name came from was already done - this is the view towards Rheinstrasse - now it looks totally different unfortunately - good my great-grandfather
is not seeing the current status - he sold a lot in the 1920ies before hyper inflation - hence I need to be post on Hive nowadays
Das war meine Straße
Hier bin ich aufgewachsen und Teile meiner Familie lbet noch hier. Traurig wie es jetzt ausschaut im Vergleich - mein Ur-Opa besass damals weite Teile in der Strasse aber beging den Fehler Grundstücke zu verkaufen, das war kurz vor der Hyperinflation / Geldentwertung 1923. Ergo alles Geld war im Eimer (das führte auch danaach zu vielen Diskussionen in der Familie - alles war weg!).
Paar Details zu der Geldentwertung damals:
Im Herbst 1923 erreichte die inflationäre Entwicklung in Deutschland ihren Höhepunkt. Sie hatte ihren Ursprung in der Finanzierung des Ersten Weltkrieges, die nicht durch Steuern, sondern auf Pump erfolgt war. Zum einen hatte die Reichsregierung inländische Kriegsanleihen in erheblichem Umfang ausgegeben, die von den Bürgern zu Kriegsbeginn zunächst mit Begeisterung gezeichnet wurden; zum anderen hatte sie am 4. August 1914 die gesetzliche Noteneinlösungspflicht der Reichsbank in Gold aufgehoben, was die Möglichkeiten zur Schuldenaufnahme erleichterte. In der Folge stieg die Zentralbankgeldmenge von August 1914 bis November 1918 um das 10,8-Fache an. Im November 1918 überstiegen die Schulden des Reiches mit etwa 150 Milliarden Mark das Volkseinkommen des Jahres 1919 von geschätzten 142 Milliarden Mark. Diese Verbindlichkeiten sollten, so lautete das Kalkül der kaiserlichen Reichsregierung zu Beginn des Ersten Weltkrieges, nach erfolgreicher Beendigung der Kämpfe durch Reparationen der Kriegsgegner getilgt werden.
Leben in der Hyperinflation: ein Brot für 201 Milliarden Mark
Aufgrund der kulminierenden Inflation ging man dazu über, Noten einseitig zu bedrucken, oder begnügte sich mit der Überstempelung zuvor ausgegebener, aber völlig entwerteter Noten. Firmen gingen von wöchentlicher zu täglicher Lohnzahlung über und weiter zur Zahlung in der Mittagspause. Ihren Lohn holten die Arbeiter teilweise mit Leiterwagen vor den Werkstoren ab, um die sackweise ausgezahlten Noten zu den nächstgelegenen Läden zu bringen und dort gegen knappe Waren einzutauschen, bevor das Geld am Nachmittag erneut die Hälfte seines Werts verloren hatte. Kleinste Rechnungseinheit waren zunächst noch Tausend Mark, seit dem Sommer Millionen und ab Oktober 1923 Milliarden Mark. So stieg der nominelle Brotpreis, der im Dezember 1919 noch bei 0,80 Mark gelegen hatte, im Laufe des Jahres 1923 in astronomische Höhen: Lag er im Januar 1923 bereits bei 250 Mark, stieg er im August auf 69.000 Mark, im September auf 1,5 Millionen Mark, im Oktober auf 174 Millionen Mark und im November 1923 schließlich auf 201 Milliarden Mark.
Funktionsverlust des Geldes mit dramatischen Folgen
Infolge der Geldentwertung geriet der wirtschaftliche Austausch im Laufe des Jahres 1923 zunehmend ins Stocken, da Landwirte und Händler ihre Waren zurückhielten. Das Geld verlor immer mehr seine Funktion als Tausch- und Wertaufbewahrungsmittel. Die wirtschaftlichen und sozialen Auswirkungen der Hyperinflation waren massiv. Die realen Arbeitseinkommen sanken deutlich. Arbeitslosigkeit und Streiks nahmen rasant zu. Es kam zu Teuerungsunruhen und Plünderungen im ganzen Land.
Quelle zum Lesen, wie man Geld in Wäschekörben zum Einkaufen brachte
Beispiel für Preisverfall damals
Kosten 9. Juni 1923:
1 Ei – 800 Mark
1 Liter Milch – 1440 Mark
1 Kilo Kartoffeln – 5000 Mark
1 Straßenbahnfahrt – 600 Mark
1 Dollar entsprach 100.000 Mark.
Am 2. Dezember 1923 kostete dies:
1 Ei – 320 Milliarden Mark
1 Liter Milch – 360 Milliarden Mark
1 Kilo Kartoffeln – 90 Milliarden Mark
1 Straßenbahnfahrt – 50 Milliarden Mark
1 Dollar entsprach 4,21 Billionen Mark.
Was es für mich bedeutet?
Nun, hätte mein Ur-Opa damals die Grundstücke nicht verkauft hätten wir noch Geld und ich müsste nicht auf Hive posten :-)! Wenn ich diese Bilder sehe tut mir das Herz weh -ich muss nächstes Mal die alten Fotoalben durchsuchen wo unser Park noch sichtbar war.