Foto gebastelt mit Hilfe von KI lol
Oder wird KI einfach falsch eingesetzt?
Spoiler: Ich liebe die Möglichkeiten von KI – wie jede Innovation, die uns weiterbringt. Ich sehe auch Blockchain nach wie vor als Treiber der Gesellschaft. (KI war vor 15 Jahren da, wo Blockchain heute steht.) Aber wie bei jeder neuen Technologie gilt: Man muss sie evaluieren und smart einsetzen. Sie sollte der jeweiligen Zielgruppe oder Zielperson einen echten Mehrwert liefern – und idealerweise auch dir selbst, in deiner täglichen Arbeit oder strategischen Ausrichtung deines Unternehmens.
Ich habe in den letzten Monaten vieles getestet – auf unterschiedlichen Plattformen und Kanälen. Das Thema ist nicht neu, aber ich wollte es trotzdem noch einmal ansprechen.
Wir alle nutzen KI – aber warum und wofür?
Natürlich gibt es sinnvolle Einsatzszenarien: perfekt, um operative, repetitive Aufgaben zu automatisieren, die sowohl Anbieter als auch Empfänger wirklich unterstützen, zum Beispiel bei Kaufentscheidungen.
KI ist schnell. Man muss den Kopf nicht zu sehr anstrengen. Genau da liegt aber das Problem. Egal ob in Marketing, PR, Sales oder HR – je komplexer das Thema, desto mehr sollten wir KI erst einmal beiseitelassen. Erst prüfen, planen, dann einsetzen. Kein Aktionismus, nur weil es „schnell geht“ oder weil „die KI das ja so sagt“.
Wie soll man sein Kerngeschäft verstehen und weiterentwickeln, wenn man sich blind auf seinen KI-Agenten verlässt?
Ich habe meinen ersten Kunden kommunikativ schon vor rund zehn Jahren betreut – damals ging es um Lösungen zur Aufdeckung von Geldwäsche-Aktivitäten. KI war da längst bekannt, aber noch nicht ausgereift. Ich kenne das Thema noch aus der Zeit, als es als „Hirngespinst“ galt.
In den letzten Monaten kam der Hype dann so richtig in Fahrt. KI wurde verfeinert, optimiert – und die Masse schrie entweder „Hurra!“ oder „Das Ende der Welt!“. Lösungen wie OpenAI brachten KI in die Mitte der Gesellschaft.
Schon vor Jahren war klar, dass HR-Abteilungen – besonders in großen Unternehmen – Bewerbungen durch KI-Systeme laufen lassen. Kaum jemand liest Lebensläufe oder Motivationsschreiben noch selbst. Heute ist es noch ausgeprägter. Die Antworten und Absagen sind häufig wortgleich – von Firmen in völlig unterschiedlichen Branchen. Das macht keinen Spaß.
Also dachten viele Bewerber: „Wenn KI meine Bewerbung bewertet, dann lass ich sie gleich von KI schreiben.“
Und da stecken wir jetzt: Alles ist austauschbar. Das Menschliche verschwindet. Selbst Bewerbungsgespräche laufen zunehmend über KI. Wie soll man da noch echte Typen, Gesichter, Motivatoren, Menschen erkennen – oder die wahren USPs möglicher Mitarbeiter, Partner oder Kunden?
KI macht vieles schneller, aber der Prozess als Ganzes wird länger. Heute durchläuft man bei Bewerbungen oft fünf bis zehn Runden – nachdem man die ersten drei KI-Stufen erfolgreich absolviert hat. Macht das Spaß? Sicher nicht. Und besonders bitter ist es, wenn man nach Wochen eine standardisierte Absage erhält – obwohl man alle Anforderungen erfüllt und menschlich ins Gespräch gegangen ist.
Darum bleibe ich ein Freund des persönlichen Austauschs. Einfach mal den Hörer in die Hand nehmen – im übertragenen Sinn – und jemanden direkt anrufen (ohne dass sofort ein Avatar oder Bot in der Leitung ist).
Egal ob Marketing, Vertrieb oder HR: Alles, was Kommunikation erfordert – zumindest im B2B-Umfeld – bleibt ein People Business. Man muss als Mensch überzeugen, als Trusted Advisor. Niemand zahlt siebenstellige Beträge ohne Vertrauen.
Und Vertrauen entsteht durch Gespräche zwischen Menschen, nicht durch KI.
Wenn ich mir die Posts auf einem Business Netzwerk wie LinkedIn anschaue – selbst von Vorständen, Experten, Influencern – sind da nicht locker 80 Prozent KI-generiert? Wenn ich Beiträge sehe, voll mit Emojis als Bullet Points, lese ich kaum weiter. Auch wenn dahinter vielleicht ein kluger Gedanke steckt.
Was sagt Ihr, ähnliche Wahrnehmungen oder bin nur ich da kritisch, also speziall was Business Netzwerke angeht?
Vielleicht sollten wir uns öfter fragen, wann Technologie uns wirklich hilft – und wann wir uns nur hinter ihr verstecken.