Das mit dem „sich selbst dort abholen, wo man gerade steht“ finde ich tatsächlich einen der spannendsten Gedanken daran. Vielleicht würde man seinem zukünftigen Ich wirklich eher zuhören als Eltern, Lehrern oder anderen Menschen, weil keine fremde Autorität spricht, sondern man selbst.
Und trotzdem frage ich mich, ob selbst das immer reichen würde.
Viele Menschen wissen ja oft bereits, dass ihnen etwas nicht guttut und gehen den Weg trotzdem weiter. Nicht unbedingt aus Unvernunft, sondern weil Hoffnung, Einsamkeit, Liebe oder Sehnsucht manchmal stärker sind als Erkenntnis. Gerade bei toxischen Beziehungen oder Sucht sieht man das oft sehr deutlich.
Vielleicht liegt genau darin auch etwas sehr Menschliches: Dass Wissen und tatsächliches Verstehen nicht immer gleichzeitig entstehen.
Manche Dinge begreift man erst, wenn man sie emotional durchlebt hat. So schmerzhaft das manchmal auch ist.
Dein letzter Satz gefällt mir deshalb wahrscheinlich am besten. Frieden entsteht vermutlich wirklich eher in der Gegenwart als in endlosen Verhandlungen mit der Vergangenheit.
RE: Hätte, wäre, wenn - Die Zeitreise zu sich selbst