Danke dir und ja: "nicht moralisch, sondern epistemisch" trifft den Kern tatsächlich sehr gut. Den Begriff "Glaubensbekenntnis" finde ich interessant, weil er genau den Punkt berührt: Viele Sätze über KI (und auch über uns Menschen) klingen schnell wie Gewissheiten, obwohl es eher um eine Haltung geht, nicht um Beweise. "KI macht Unsichtbares sichtbar" meinte ich deshalb nicht als Wahrheitsbehauptung, sondern als Möglichkeit: Sie legt manchmal Muster offen, die man im eigenen Denken übersieht - nicht weil sie "recht hat", sondern weil sie anders anschließt.
Und zur Ambivalenz: Du musst das nicht auf einen gemeinsamen Nenner bringen. Genau das ist für mich der Punkt. Wärme und Verbrauch gehören real zusammen, ohne dass sie sich versöhnen müssen. Ich versuche, dieses Gleichzeitige auszuhalten, nicht es zu lösen.
Deine Maschen-Metapher passt übrigens wunderbar. Manchmal entsteht Form nicht durch Vollständigkeit, sondern durch das, was man bewusst offen lässt. 😉
RE: Der Unterschied: Nicht im Text, sondern im Lesen (3/3)