Ich habe ihn erst heute gelesen – aber manche Texte sind ohnehin nicht fürs Sofort, sondern fürs Nachhallen.😊
Dein Text ist für mich weniger „ins Grübeln gekommen“ als Grübeln in voller Ausführung – inklusive Abschweifen, Rückkehr, Seitengängen, Reibung. Und genau darin liegt seine Stärke: Er beweist, was er verteidigt.
Dieses Unbehagen gegenüber „fremdgesteuerten Wahrheiten“ kann ich gut nachvollziehen. Nicht weil KI grundsätzlich gefährlich wäre, sondern weil sie so leicht zur Abkürzung wird – und Abkürzungen verändern, was wir noch für zumutbar halten: Zweifel, Umwege, blutige Nasen.
Was mich besonders angesprochen hat: Dein Sprung von Gravitation zur Sprache. Denn am Ende geht es in beiden Fällen um Kräfte, die wirken, auch wenn man sie nicht sieht. Und Wörter sind eben nicht neutral – sie tragen Milieu, Körper, Macht, Beziehung. Da wird aus einem „Verb“ schnell ein sozialer Sprengsatz.
Dein Bild vom KI-Callcenter ist ebenfalls großartig: freundlich, gelassen, nahezu unerschütterlich – und gerade dadurch irgendwie „unmenschlich“. Vielleicht ist das die eigentliche Differenz: Sie kann Muster liefern, Kontexte sortieren, Vorschläge machen. Aber sie kann weder Risiko noch Scham noch Stolz kennen – also nichts von dem, was Denken beim Menschen oft erst teuer macht.
Danke für diesen Gedankensalat. Er ist nahrhaft. Und ja: Newton hätte vermutlich trotzdem gekratzt, geschwitzt und geflucht – nicht gepromptet. 😉
RE: Ins Grübeln gekommen