noch betoniert er sich mitsamt den neuen Turnschuhen in meinen Vorgarten ein!
Anmerkungen zum Thema Treibhaus
Die Meldungen in den letzten Wochen über Menschen, die mit zweifelhaften Methoden die Hausmeister unseres Planeten zur Reduzierung der Raumtemperatur zu bewegen versuchen (weil es ja ohnehin von allen Stellen eingefordert wird), animierten mich zum Nachdenken über das, was wir so beiläufig als Treibhaus bezeichnen.
Außerdem tummeln sich zurzeit selbst ernannte Experten aus aller Welt in Scharm asch-Schaich und experimentieren wortgewaltig an dem so umstrittenen Thermostat.
Und wie immer, wenn ich überhaupt mal mit dem Nachdenken beginne, können die Gedankengänge Wege beschreiten, von denen ich nicht ansatzweise erahnen konnte, dass diese inzwischen bereits asphaltiert sind und bei Google Earth ein Tänzchen im riesigen Netz wagen.
Viel Vergnügen
Einige werden es sich bestimmt fragen. Auch so manch Hasenpfeffer, der mich schon seit Ewigkeiten kennt. Andere dagegen fragen sich gar nichts. Sich selbst nicht, den Nachbarn nicht, den Postboten schon gar nicht und keinesfalls die Wahrsagerin, die jeden Montag ihr kleines Zelt auf dem Marktplatz aufschlägt.
Ist mir aber auch egal, denn ich sage es trotzdem. Zu wichtig ist das weltbewegende Thema, als dass ich es einfach beim Bäcker neben dem geparkten Regenschirm vergessen könnte.
Wen es nicht interessiert, der kann sich ja die Zeit mit dem Schneiden der Fußnägel vertreiben, während alle Neugierigen, Skeptiker und potenziellen Weltverbesserer sich hinter meinem Rücken versammeln dürfen. Denn nun gilt es Material aufzusaugen, das beim nächsten Familientreffen oder Kneipenbesuch kostenlos an das durstige, aber auch wissbegierige Volk verteilt werden kann.
Zu einigen der wichtigsten Fragen, die im Verlauf solcher Anlässe immer wieder gerne zum Einsatz kommen, versuche ich mit diesen Zeilen den Teppich zu knüpfen, der den Weg zu deren Beantwortung erheblich angenehmer gestalten soll.
Da wären Fragen wie:
- Wo hast du das denn aufgeschnappt?
- Von wem?
- Was ist denn das für einer?
- Kennst du den?
- Wo kommt der denn her?
- Was macht denn der überhaupt?
- Wo treibt der sich nur wieder herum, der Faulenzer?
- Und was weiß der über das Treibhaus an sich?
- Über dessen Nutzen, Nebenwirkungen oder andere Effekte?
- Oder gar Treibhäuser zum Vermieten?
- Und wann reden wir überhaupt über das Treiben vor meiner, deiner und wildfremder Menschen Haustür?
Die letzte Frage kommt sicherlich von einer Person, die mich kennt, mir schon einmal zufällig über den Weg gelaufen ist, vielleicht sogar mal meine Schuhe neu besohlte und sich bei dieser Gelegenheit direkt ein farbenfrohes Bild über meine Charaktereigenschaften gepinselt hat.
- Ja, was treibe ich eigentlich so den lieben, langen Tag.
- Gezielter formuliert: Habe ich überhaupt schon jemals was getrieben?
- Und wer hat mich, wohin getrieben, in dem hektischen Treiben auf dieser Welt?
- Vielleicht sollten wir uns einfach gar nicht mehr treiben lassen?
Auch nicht vom Wirt aus der Kneipe. Dann wird das auch sicherlich bald wieder besser, das mit dem ominösen, blöden Treibhaus.
Jetzt spätestens müsste auch dem letzten Schnarcher klar sein, wie sehr mich das Treiben in, auf und neben jenem Haus beschäftigt. Ich bin gewissermaßen in einem solchen Haus geboren. Habe es bereits darin getrieben, bevor ich überhaupt laufen konnte. Es war somit immer mein ureigenes Treibhaus.
Sogar bei meiner Konfirmation spielte es eine Rolle. Ich weiß zwar nicht mehr so genau welche, denn wir hatten uns in den betreffenden Tagen ziemlich heftig verkracht, doch letztlich konnte ich mich immer auf mein Treibhaus verlassen.
Und plötzlich war es weg. Obwohl es genau wusste, dass ich zu Hause war und es gerade aller feinst mit Ulrike in jenem Treibhaus trieb.
Weg, einfach so, weg!
Und wer war daran schuld?
Die Holländer!
Wer auch sonst?
Die haben dann direkt im Anschluss mein Treibhaus überhaupt erst zu dem gemacht, was es heute ist. Anfänglich zogen sie ja nur ihren Käse darin auf. Als sie aber rasch merkten, dass die gärenden Teile zu treiben und dann plötzlich auch zu laufen begannen (die, die sich komplett verliefen, dabei gar nicht mitgezählt), wurde kurzerhand die Monarchie, wider besseres Wissen, beibehalten – die Treibhaus-Strategie dagegen, jedoch rigoros geändert.
Das wahre Elend hat so auch im Grunde genommen erst mit dem Kopfsalat begonnen. Bei dieser Produktion wurde (und dies bis zum heutigen Tag) größten Wert auf die Farbgebung und die vielfältige Nutzbarkeit des Produktes gelegt. Schnell hatte die kreative Hausfrau auf der ganzen Welt bemerkt, was sie da für ein leckeres Kerlchen in der Plastiktüte nach Hause geschleppt hatte.
Da für den kulinarischen Genuss vollkommen ungeeignet, setzte sich der grüne Lappen in weiten Teilen Paraguays als idealer Ersatz für Vileda-Fenstertücher durch, die leider nur allzu selten den Weg bis Asunción schafften, weil sie schon Wochen vorher von geschäftstüchtigen Indios in Lima als strapazierfähige Sattelbezüge angepriesen wurden. So können die Peruaner noch immer das niederländische Multifunktionsteil, da sie an Fensterleder keinen Mangel leiden, bei Beerdigungen als dekorativen Hingucker im Grabschmuck einbinden.
Weiter nördlich, genauer gesagt in den Vereinigten Staaten, ging der erfolgreiche Cheerleader-Trainer immer mehr dazu über, die überaus bescheuerten Glitzerbommel aus den Händen seiner Traumtänzerinnen zu entfernen und durch anschmiegsamen Kopfsalat aus Zwolle zu ersetzen.
Der vorausdenkende Ghanaer dagegen hortet die sich überlappenden Blätter an einem mit Licht durchfluteten Raum seiner Hütte. Kommt die niederländische Blättersammlung mit Licht und Wärme in Berührung, ist sie anschließend durch keine Dichtungsmasse dieser Welt zu ersetzen. Auch nicht durch das Tesa-Band »Durchzug bis Moll«. Bevor die kräftigen Winde aus dem Golf von Guinea dem Ghanaer den Staub in der Hütte aufwirbelt, stopft er lieber vorher einen »schlaffen Holländer« in die Ritzen.
Im Heimatland der Allzweckwaffe wurde rasch bemerkt, welchen toller Goldesel sie Ulrike und mir unter dem nackten Arsch weg gestohlen hatten. Jeder orange eingefärbte Flachländer mit vorstehenden Zähnen wollte plötzlich sein eigenes Treibhaus.
Und schon begannen die Holländer mit dem ersten künstlichen Befruchten meines geliebten Treibhauses. Innerhalb weniger Jahre trieb unkontrolliert der Treibhauswuchs im aufgeschütteten Land, wie gezüchtete Champignons in einem dunklen Bergstollen. Wenn sie in nichts Weltmeister werden können, und das hat die jüngste Vergangenheit gezeigt, im künstlichen Pimpern von Treibhäusern sind die Holländer unschlagbar.
Doch kaum war das Land von Eindhoven bis Groningen mit den grünen Staubwedel überzogen, kehrte auch schon die große Langeweile ein. Grün, Grün und nichts als Grün. Flugs rief die damalige Königin den 'Großen Rat der Tüchtigen' ein. Dies tat sie immer, wenn sie zu der festen Überzeugung gelangte, ihre untertänigsten Niederländer seien kurz davor, sich auf dem flachen Land zu sehr mit einer schlichten Orientierungslosigkeit zu beschäftigen.
Natürlich auch, weil man sich schon eine Weile nicht mehr gesehen hatte. Dann sitzen sie in der Nähe von Edam, lassen die Füße im Ijsselmeer baumeln, philosophieren darüber, wer am nächsten Wochenende mit Besuch aus der Verwandtschaft zu rechnen habe, während zur gleichen Zeit ihre Holzpantinen wieder passgenau aufquellen.
Mit in der Runde: Der talentierteste Käseroller, der älteste Matjesbändiger, der erfolgreichste Tulpenheini, ein in die Kritik geratener Schlittschuhschleifer und die Königin höchstpersönlich. Nachdem die Flasche mit dem Genever (die Art van Leyen, der Tulpenheini, vorsorglich mitgebracht hatte) die vierte Staffelrunde erfolgreich absolvierte, rülpste der Käseroller inbrünstig und die Monarchin ergriff das Wort.
In jene Live-Übertragung hören wir dann am Donnerstag rein.
Wenn das Brot zum gleichwertigen Partner heranreift.
Zu oft passiert es, dass versucht wird, das Hungergefühl mit dem Griff zur Scheibe Brot (belegt oder unbelegt, gerät im Augenblick in den Bereich der Nebensächlichkeit) zu ersticken. Blöd lediglich, wenn der Brotkorb mit geschnittenem Weißbrot bestückt ist. Krume für Krume, Scheibe für Scheibe verschwinden im Schlund – doch das Gefühl der Sättigung scheint sich eine Auszeit genommen zu haben. So rate ich dazu, Brot nicht als Füllmittel für plötzlich aufgetauchte Hungerlöscher zu nutzen, sondern ins rechte Licht, beiliegend einer ausgewogenen Ernährung, zu platzieren.
Für mich der Klassiker:
Gemüsesuppe mit frischem Kräuterbrot
Wie ich regelmäßig beim Servieren einer Hühnersuppe mit Gemüseeinlage zu bemerken pflege: „Das ist was für den hohlen Zahn.“ Schmeckt zwar vorzüglich – wirklich satt zu werden, bedeutet für mich jedoch was anderes.
Und so findet das Brot seinen Weg auf den gedeckten Tisch. In diesem Fall soll es ein Kräuterbrot werden, da ich es mit frischem Schafskäse oder einem Tomaten-Paprika-Gurkensalat (vielleicht mit etwas Thunfisch oder geräucherten Forellen) am Abend besonders genieße.
Die Grundzutaten sind schnell aufgezählt. Als da wären:
- 500 gr. Mehl (Typ 1050)
- 1 TL Salz (Kräutersalz)
- 1 Würfel Hefe oder Trockenhefe
- Olivenöl
- lauwarmes Wasser
- Kümmel
- gehackte Kräuter (Petersilie, Schnittlauch, Thymian)
- gedünstete Zwiebelwürfel
- ½ TL Kurkuma
Daraus rührt die Maschine mir den Brotteig, der anschließend sein Volumen verdoppeln sollte.
Dafür gebe ich den Teig in eine Form, die mit Backpapier ausgelegt ist. Selbstverständlich kann auch die Backform mit Fett ausgerieben und anschließend mit Mehl bestäubt werden. Meine angeborene Faulheit lässt mich zum Backpapier greifen.
Ist der Brotteig ordentlich aufgegangen, schalte ich den Backofen auf 200° und stelle ein feuerfestes Gefäß mit etwas Wasser auf den Boden des Ofens. Nach spätestens 10 Minuten dampft das Wasser und das Brot verschwindet im Backofen.
Nach circa 15 Min. Backzeit reduziere ich die Temperatur auf 180°, bepinsele die Oberfläche mit dem heißen Wasser aus der Schale und entnehme diese, denn Wasserdampf wird nun nicht mehr gebraucht.
Nach 40 Min. klopfe ich erstmals mit der Fingerspitze auf die Kruste des Brotes. Fühlt es sich fest an und klingt hohl, ist der Teig vollständig durchgegart. Wenn nicht - einfach die Tür wieder schließen und noch 5 bis 10 Min. nachgaren.
Das aufgeschnittene Produkt sollte dann ungefähr so aussehen.
Noch eine Anmerkung zu der Kurkuma. Wem der Duft dieses Gewürzes nicht behagt, lässt es weg. Was die Kräuter betrifft, gebe ich auch gerne Knoblauch hinzu. Jedoch nicht die Zehe der Pflanze, sondern den grünen Teil, der über die Erde wächst.
Ihr könnt euch ruhig zu Hause immer ein paar Zehen in den Blumentopf stecken. Sie treiben beinahe ganzjährig und das Grün kann mehrmals geschnitten werden.
Guten Appetit!
Wenn das mit dem Auf und Ab in der Liebe besonders heftig wird.
Dann kann die Liebe eines Tages auch mal beerdigt werden.
Cat Stevens – Lady d’Arbanville
Lady d'Arbanville – keine fiktive Person. Die Dame heißt Patti d’Arbanville, wurde in Amerika geboren und ging mit der festen Überzeugung einher, in Europa ihr Glück finden zu können.
Diesem besonderen Moment in einem Leben beiwohnen zu dürfen, dieses Gefühl hatte auch der junge Cat Stevens, als er 20-jährig die 18-jährige Patti d’Arbanville kennen und lieben lernte.
Doch war Patti in ihren Gedanken weit entfernt von einer harmonischen Zweierbeziehung.
Sie zog es zurück nach New York in die Werkstatt von Andy Warhol, wo sie glaubte, die Stufen besteigen zu können, die zum Weltruhm führen. Da in dieser Szene ständig unterwegs, nahm Mick Jagger, der Gockel aller Gockel, die Gelegenheit sofort wahr und nahm Lady d’Arbanville unter seine Fittiche – oder, wie immer man es nennen soll. Cat Stevens benötigte zwei Jahre, um über das Ende dieser Beziehung hinwegzukommen. Dann setzte er sich hin und ließ in seinem Song seine geliebte Lady d’Arbanville sterben.
1994 startete Thomas Gottschalk, wohl seiner unfassbaren Einfältigkeit geschuldet, in einem Interview Cat Stevens auf dieses Lied anzusprechen – wohl wissend der Tatsache, dass im Backstagebereich Patti d’Arbanville bereit für ihren Auftritt stand.
Cat Stevens entgegnete beinahe emotionslos: „Ich will von dieser Dame nichts mehr wissen.“
2006 texte er den Song sogar zu dem Anti-Kriegslied „Angel of War“ um.
Kommentarlos gebe ich für heute den Schlüssel an den Reinigungsdienst weiter.
Bleibt munter und gesund bis zum nächsten Dienstag, wenn der Gemischtwarenladen wieder seine Pforten öffnet.