Du packst enorm viel rein, in den Beitrag. Möglicherweise sogar zu viel.
Du erwartest dazu Vorschläge, die ich dir nicht liefern kann, da ich mich weder als Wegweiser geeignet noch als Leithammel in Erscheinung treten möchte. Ich kann lediglich Gedanken in Worte formen, ohne dabei den Anschein erwecken zu wollen, die Eier legende Wollmilchsau abgeben zu wollen.
Fakt ist jedenfalls, dass es (allerspätestens nach dem Mauerfall – womöglich gar viel früher) in Amerikas Interesse liegt, Europa in die Rolle des Vasallen zu drängen. All dies schien mit dem Schulterschluss zwischen Frankreich und Deutschland, dem NATO-Austritt der Franzosen und der deutschen Ostpolitik in höchster Gefahr. Erleichterung und Hoffnung schwappten über den Atlantik mit dem Wandel von der UdSSR zur konstitutionellen Republik Russland.
Dazu kam der Sinneswandel der Franzosen, die plötzlich ihre Liebe zur NATO wiederentdeckten und die Wackel-Politik der Deutschen, die im außenpolitischen Bereich als Katastrophe bezeichnet werden kann.
Wenn der Befürworter des NATO-Doppelbeschlusses (ein gewisser Helmut Schmidt) bereits Anfang der Jahrtausendwende ausdrücklich davor warnte, sich zu sehr in die Abhängigkeit der Amerikaner zu begeben, kann es wohl kaum glaubhaft klingen, wenn heute jemand in Berlin behauptet, der nun eingeschlagene Weg sei alternativlos gewesen. Lange, bevor der »Ukraine-Konflikt« die deutsche Presselandschaft okkupierte, wies Putin nicht nur bei jeder Gelegenheit auf die Probleme hin, die sich im Donbass zusammenbrauen, sondern bat gleichzeitig um Zurückhaltung im Hinblick auf die NATO-Osterweiterung. Es ist nicht lange her, da entschied das EU-Parlament auf das Beitrittsgesuch der Ukraine mit einer großen Ablehnung. Die Akte Kiew wurde noch weit hinter Beograd, Podgorica und Tirana geschoben. Ist die Kalaschnikow inzwischen zum Turbolader für einen EU-Beitritt geworden?
Wer hinter dem Anschlag auf die Nord-Stream-Pipelines noch immer einen Zirkusgaul vermutet, der mag recht haben. Doch sollte er auch den Namen des Dompteurs nicht verschweigen.
Nach wie vor – nur meine Meinung in Worte gefasst.
RE: (ARTIKEL GELÖSCHT) Krieg will, wer die eigene Schuld verbergen möchte